Es ist passiert! Nach sechs Siegen in Serie zum Start der MotoGP-Saison 2025 musste sich Marc Marquez am Samstag erstmals in einem Sprint geschlagen geben. Ausgerechnet Bruder Alex Marquez beendete den Triumphzug der Startnummer 93 und geriet in Silverstone sogar niemals wirklich in Gefahr. Im Gegenteil: Ganze 3,511 Sekunden brummte der jüngere dem älteren Marquez-Bruder am Samstagnachmittag auf, der bislang größte Vorsprung eines Sprintsiegers im Kalenderjahr 2025.
Marc Marquez in Silverstone nicht im Angriffsmodus unterwegs
Eine ordentliche Watschn also für Marc Marquez, der bislang jeden Sprint in der laufenden Saison dominiert hatte. Der sechsmalige MotoGP-Weltmeister hatte das Ende seiner Siegesserie aber schon kommen sehen. "Ja", antwortete er am Samstagabend in seiner Medienrunde auf die Frage, ob er im Sprint nur auf Schadensbegrenzung ausgewesen sei. "Ich bin mit der Einstellung ins Rennen gegangen, heute nicht zu viel zu verlieren. Ich habe nicht daran gedacht, meinen Vorsprung [in der Weltmeisterschaft, Anm.] auszubauen."
Wieso der Ducati-Star im Verteidigungsmodus unterwegs war? "Weil ich Probleme habe", gab Marquez schonungslos zu Protokoll. Der Silverstone Circuit hatte noch nie zu seinen Paradenstrecken gezählt, in der MotoGP gewann er nur die Ausgabe im Jahr 2014. Bereits am Donnerstag hatte der 32-Jährige aus Cervera daher vor zu hohen Erwartungen gewarnt und Bruder Alex sowie Teamkollege Francesco Bagnaia die Favoritenrolle zugeschoben. Mit solch großen Schwierigkeiten wie am Samstag in Sprint und Qualifying - dort wurde er nur Vierter, seine schlechteste Startplatzierung im Jahr 2025 - hatte er aber wohl selbst nicht gerechnet.
"Ich weiß nicht wirklich, warum wir zu kämpfen haben. Wir haben das Motorrad während des Wochenendes jetzt schon mehrmals verändert, aber wir landen immer wieder am gleichen Punkt", rätselte der aktuelle WM-Führende der MotoGP. Einen Vorwurf wollte er seinen glücklosen Mechanikern damit aber nicht machen. Vielmehr nahm Marquez die Schuld für den ungewohnt schwachen Samstag auf die eigene Kappe.

Stichelei gegen Bagnaia? Marc Marquez: Das Bike ist nicht das Problem!
"Wenn du viele verschiedene Setups ausprobierst und dich mit keinem davon wohl fühlst, dann bedeutet das, dass du das Problem bist und nicht, dass das Motorrad das Problem ist. Das ist etwas, was manche Fahrer gerne mal verwechseln", gab er der versammelten MotoGP-Presse zu Protokoll und teilte damit wohl auch einen kleinen Seitenhieb gegen Ducati-Teamkollege Bagnaia aus, der sich seit Wochen über immer wiederkehrende Probleme mit der Desmosedici GP25 beschwert und auch am Samstag mit Platz sechs im Sprint wieder enttäuschte. "Wenn du vier, fünf verschiedene Setups ausprobierst und das Problem immer noch da ist, bist du das Problem. Ich werde morgen an meinem Fahrstil arbeiten müssen", unterstreicht Marquez seine Meinung nochmals.
Ob er Bruder Alex im Großbritannien-GP am Sonntag (Start 14 Uhr MEZ) etwas entgegenzusetzen habe? "Am Freitag habe ich mich mit Medium wohl gefühlt. Erst als wir auf den Soft gewechselt sind, haben meine Probleme angefangen - und heute mussten wir den gesamten Tag mit dem Soft fahren. Ich will daher gerne herausfinden, ob wir morgen mit dem Medium-Hinterreifen etwas ausrichten können", zeigt sich Marquez kampfbereit. Die Favoritenrolle überlässt er jedoch erneut dem jüngeren Bruder: "Alex ist hier schneller."
Was meint ihr: Kann Marc Marquez am Sonntag zurückschlagen oder Alex Marquez die kuriose Siegesserie seit 2013 am Leben erhalten? Gebt uns eure Tipps in den Kommentaren ab!



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