Honda ist mit Sicherheit eine der positiven Überraschungen des Saisonstarts der MotoGP. Von der roten Laterne der letzten Jahre haben sich die Japaner eindeutig gelöst und kämpfen munter in den Top 10. Das neue Motorrad ist in fast jeglicher Hinsicht eine Verbesserung, doch in einem Punkt herrscht noch ein großes Defizit. Im Zweikampf sind die Fahrer oft auf verlorenem Posten.
Hondas Motor-Defizit: Haben nicht die Mittel, um zu kämpfen
"Wenn ich allein fahre, kann ich schnell sein, aber wenn wir mit anderen Fahrern kämpfen, verliere ich mein Gefühl. Ich muss sehr aggressiv sein und dann passieren diese Dinge", erklärte Joan Mir, nachdem er im Rennen in Austin wieder einmal durch Sturz ausschied. Der Zweikampf mit anderen Fahrern ist kaum möglich: "Wir können das Positive nehmen und sagen, dass wir schnell sind und fast die gleichen Rundenzeiten wie Pecco [Bagnaia] gefahren sind, aber ich habe nicht das Gefühl, dass ich die Mittel habe, um zu kämpfen."

"Im Grunde ist es ein gutes Motorrad, es hat nur wenige Schwächen", meint der neue technische Direktor Romano Albesiano bei Sky Italia. Doch eines dieser Defizite ist entscheidend: Der mangelnde Topspeed der RC213V. "Der Motor ist im Moment das schwächste Bauteil. Wenn wir etwas mehr Topspeed hätten, hätten es die Fahrer im Rennen leichter", muss er sich eingestehen.
Joan Mir frustriert: Hondas MotoGP-Bike leichte Beute auf der Geraden
Mir hat diese Erfahrung bereits mehrfach machen müssen. In Thailand und den USA kämpfte er mit Pedro Acosta, eine zermürbende Angelegenheit: "Die Balance des Motorrads ist sehr gut. Ich genieße es, mit dem Bike zu fahren. Andererseits ist es aber auch frustrierend. Es ist frustrierend, denn im Kampf mit Pedro musste ich pro Runde eine halbe Sekunde schneller sein als der Fahrer hinter mir, um nicht überholt zu werden. So ist es schwierig."

Die KTM ist eine Rakete auf der Geraden. Bremste sich Mir vorbei, so fuhr Acosta beinahe mühelos wieder vor. "Mit diesem Motor wirst du in jeder Runde, in der du auf die Gerade kommst, überholt, wenn du jemanden hinter dir hast", ist Mir konsterniert. Die Tatsache, dass Honda trotz des klaren Rückstands beim Motor in den Top 10 fährt, zeigt die anderen Qualitäten des neuen Motorrads. Deswegen ist der Ex-Weltmeister auch sicher: "Wenn wir den Motor verbessern - und zwar nicht nur ein bisschen, sondern sehr viel - werden wir sehr nahe an den ersten drei Plätzen sein."
Motorupdate für Honda dank Concessions möglich
Zum Glück für Mir und seine Kollegen kann Honda als einer von zwei Herstellern im Rang D des MotoGP-Concessionssytems am Motor noch entwickeln und nachlegen. "Man muss mit einem Entwicklungszentrum am anderen Ende der Welt zusammenarbeiten", weist Albensiano aber auch auf die Schwierigkeit hin, die er bei Aprilia nicht vorfand. Wann mit einem neuen Motor zu rechnen ist, konnten weder er noch die Fahrer sagen. Doch es ist klar: "Es besteht ein großer Wunsch, etwas Neues zu entwickeln."
Nicht nur beim Motor, sondern auch auf Fahrerseite könnte Honda nachlegen. Der Name Toprak Razgatlioglu taucht da plötzlich in der Verlosung auf. Alles zum Wechselgerücht in unserem neuesten Video:



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