Die Formel-1-Saison 2026 ist eine Update-Schlacht. Das Team mit den neuesten Teilen ist im ersten Jahr des Reglements stets im Vorteil. Das hat Alpine in den ersten elf Rennen besonders stark gemerkt. Mit nur 17 Erneuerungen sind sie das abgeschlagene Schlusslicht auf der Aero-Update-Liste. Nach einem starken Start ins Jahr als eines der besten Mittelfeld-Teams – teilweise sogar besser als Red Bull – fielen sie deshalb in der Hackordnung immer weiter zurück.
Beim Auftakt der zweiten Saisonhälfte in Zandvoort bringt das Team aus Enstone nun endlich ein weiteres Paket auf die Strecke. "Dieses Wochenende ist wichtig für uns", betont Pierre Gasly. "Hoffentlich können wir Performance gewinnen und uns wieder nach vorne bringen." Ob es sich lediglich um Details handelt oder ob Alpine nach Aston-Martin-Vorbild ein praktisch neues Auto ins Training schickt, ist bisher noch nicht bekannt. Den ersten Bildern nach zu urteilen, könnte es sich um einen neuen Unterboden handeln. Womöglich wurde auch der Klappmechanismus am Heckflügel überarbeitet.



Laut den Datensimulationen sehe das Update-Paket aber sehr vielversprechend aus. "Das müssen wir aber noch an diesem Wochenende bestätigen", will Gasly den Computerdaten nicht blind vertrauen. Dass ein Sprint-Wochenende mit nur einer Trainingssession dafür nicht die beste Gelegenheit ist, ist dem erfahrenen Formel-1-Piloten bewusst. Das Ziel der Updates ist für Gasly jedenfalls klar: Alpine wieder an die Spitze des Mittelfelds bringen und "versuchen, den fünften Platz in der Konstrukteurs-WM zu holen."
Neue Teile nur für Gasly – aber wie lange?
Die neuen Teile werden nur an Gaslys Auto angebracht, denn für Franco Colapinto sind nicht genügend Komponenten vorhanden. Das Paket wäre erst für den Italien GP Anfang September eingeplant gewesen, doch in der Fabrik wurde auf Hochtouren gearbeitet, um zumindest ein Set an die niederländische Nordseeküste zu bringen. Vor Sonntag sollen laut Gasly noch einige Ersatzteile eintreffen.
Gasly verriet auch, dass er die Updates das gesamte Wochenende fahren wird. Gestern meinte Managing Director Steve Nielsen in einer Presseaussendung noch, dass sie das Paket "im Training vor dem Sprint-Qualifying ausprobieren werden. Der Plan ist, mehr zu bringen, wenn wir können. Hoffentlich wird das genug sein, um uns in den Kampf um möglichst viele Punkte zu bringen." Wie lange Gasly die Updates am Auto haben wird, bleibt also abzuwarten.
Racing Bulls & Audi zu gut? Alpine-Entwicklung zu langsam!
Das obere Mittelfeld ist Alpine in den letzten Rennen zunehmend enteilt. Obwohl das Team in der WM-Wertung nur knapp hinter Platz fünf zu finden ist, waren die Racing Bulls und Audi an den letzten Wochenenden in Sachen Performance deutlich stärker. Nur das Monaco-Podium, das Gasly möglicherweise doch nachträglich entzogen wird, hat den französischen Rennstall so lange an der Spitze des Mittelfelds gehalten.
Die direkten Gegner brachten konstant Updates, während die Entwicklung bei Alpine im Vergleich so gut wie stillstand. Vor allem eben am so wichtigen Unterboden wurde kaum Hand angelegt. "Unser Entwicklungsplan wurde im Gegensatz zu unserer Konkurrenz etwas erschüttert. Wir brauchen einfach etwas länger als manch andere", ließ Gasly wissen, ohne genauer ins Detail zu gehen.
"Wir haben einige Probleme, die wir lösen müssen. Manche sind in der Mitte der ersten Saisonhälfte aufgetaucht. Die letzten Rennen vor dem Sommer waren definitiv schwierig in Bezug auf Pace. Uns fehlt es in ziemlich allen Kurventypen", so Gasly. Jetzt hofft er, dass die Updates die Lücke zu den Racing Bulls und Audi wieder schließen und das Team vor Haas halten kann.
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