Ziemlich schnell ging es für Liam Lawson. Denn Isack Hadjar fällt wegen einer Handgelenksverletzung in Zandvoort aus. Nicht nur Yuki Tsunoda von seinem daraus folgenden spontanen Formel-1-Einsatz überrumpelt. Auch Liam Lawson erfuhr erst am Montag von seinem Red-Bull-Einsatz. "Ich war buchstäblich gerade gelandet. Dann haben wir ziemlich schnell umdisponiert. Ich habe gestern im Simulator trainiert und den ganzen Tag damit verbracht", sagt Lawson.
Von den Medien und anderen Störfaktoren will sich der Neuseeländer in Zandvoortnicht ablenken lassen. "Das Wichtigste für mich ist, mich darauf zu konzentrieren, dieses Auto zu fahren. Es geht weniger um Druck, sondern eher darum, dass das eine aufregende Möglichkeit ist, die mir gegeben wurde."
Nach Horror-Start 2025: Lawsons zweite Chance im Red Bull
Denn lange ist Liam Lawsons letzter Red-Bull-Einsatz nicht her. In China 2025 fuhr der Neuseeländer das letzte Mal als Max Verstappens Teamkollege. Doch nach zwei Horror-Wochenenden zum Start der Formel-1-Saison wurde er gegen Yuki Tsunoda ausgetauscht, der die Saison zu Ende fuhr.
Kurios: Eben jener Yuki Tsunoda, der offiziell Red-Bull-Reservefahrer ist, wurde nicht als Hadjars Nachfolger ausgewählt, sondern übernimmt lediglich den Sitz von Lawson bei den Racing Bulls.
Lawson ist für dieses Wochenende allerdings optimistischer als noch zum Start von 2025. "Es war bisher ein wirklich gutes Jahr für mich. Und es wird natürlich bei nur einem Rennwochenende vor allem eine Herausforderung sein, mich an das Auto anzupassen", so Lawson.
Bisher liegt Lawson mit 43 Punkten deutlich vor Teamkollege Arvid Lindblad (23 Punkte) in der Fahrer-Weltmeisterschaft und hat diesen damit deutlich im Griff. Trotzdem: Neben Max Verstappen in einem ungewohnten Auto zu sitzen, dürfte auch für einen gut aufgelegten Lawson kein Kinderspiel werden.
"Es ist wirklich alles anders, ich bin jetzt in einer einzigartigen Situation, zu versuchen, dieses eine Wochenende optimal zu nutzen – das ist ganz anders", beschreibt Lawson. "Wenn man viele Rennen gefahren ist und sich wohlfühlt, ist alles ein bisschen Routine. Diese Woche war detaillierter. Ich habe mich auf die Unterschiede konzentriert, die ich beim Fahren spüren werde, und versuche, darauf vorbereitet zu sein."
Wie Zandvoort 2023: Lawson nicht zum ersten Mal Red-Bull-Ersatzmann
Natürlich hat Lawson sich auch an Teamkollege Max Verstappen gewandt. Der dürfte in Sachen Setup eine wichtige Orientierung sein. "Ich habe ja auch in der Vergangenheit viel mit ihm geredet. Ich werde mir morgen viel von dem ansehen, was er genau tut. Einfach, um eine Referenz zu haben."
Ein kurioser Vorteil, den Lawson zudem auf seiner Seite hat: Er vertritt nicht das erste Mal überraschend einen Piloten in Zandvoort. Im zweiten freien Training 2023 zog sich Daniel Ricciardo einen Mittelhandknochenbruch bei einem Ausweichmanöver zu. Lawson sprang ein - vollkommen ohne Vorbereitungszeit und ohne generellen Formel-1-Einsatz überhaupt.
Das Ergebnis fiel damals überraschend positiv aus: Lawson beendete das Rennen auf Platz 13 und schlug Teamkollege Yuki Tsunoda. Auf ähnliches dürfte der Neuseeländer auch dieses Wochenende hoffen. "Das war das härteste Wochenende meiner Karriere. Ich hoffe, das hier wird nicht härter, aber knifflig wird es sicherlich."
Über Isack Hadjars Verletzung haben wir in diesem Video gesprochen. Jetzt anschauen!



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