Max Verstappen hat sich vor dem Rennen in Zandvoort zur Formel 1 bekannt, auch bei Williams erhielten die Fahrer neue Verträge. Bei einer der gefragtesten Persönlichkeiten im Paddock hängt die Zukunft allerdings trotz angekündigter Entscheidung weiter in der Schwebe. Eigentlich wollte Fernando Alonso im Sommer seine Zu- oder Absage an Aston Martin kommunizieren, doch der Altmeister kann sich noch nicht durchringen. Pflichtgefühl oder Spaß am Sport - was wiegt mehr?

"Es geht mehr um ein Team, das mich braucht, als um mich selbst. Ich bin hier glücklich und ich bin auch hier, um Aston Martin zu helfen", so Alonso, der während der Sommerpause am 29. Juli seinen 45. Geburtstag feierte. Die Rennen in Budapest und Zandvoort hatte er vor einigen Monaten noch als Zeitpunkt für seine Zukunftsentscheidung in Aussicht gestellt, doch auch in den freien vier Wochen dazwischen ist er in dieser Angelegenheit noch nicht weitergekommen. "Ich habe mir über meine Zukunft gar keine Gedanken gemacht, bis ich hier in diesen Raum getreten bin und mir all diese Fragen gestellt wurden", erklärt er.

Nachdem das Team in Ungarn mit einem runderneuerten AMR26 erstmals in dieser Saison ein weiterenwickeltes Auto einsetzte, hat Aston Martin auch für Zandvoort nachgelegt - diesmal auch unter Mitwirken von Motorenpartner Honda. "Wir haben den neuen Motor, ich habe mir die Vorhersage fürs Wochenende angeschaut. Wir haben auch wieder ein kleines Upgrade beim Chassis, dazu haben wir im Cockpit bessere Polsterung für die Knie. [...] Mein Kopf ist voll in diesem Wochenende, nicht in der Zukunft", so der zweimalige Weltmeister.

Fernando Alonso will Gespräch mit Aston-Martin-Management suchen

Die Gedanken an die Zukunft will er scheinbar fast lieber der Teamführung rund um Eigentümer Lawrence Stroll und Teamchef Adrian Newey überlassen: "Dabei geht es nicht um mich, oder wer nächstes Jahr fährt, oder ob ich nächstes Jahr fahre oder noch drei Jahre fahre. Ich muss mich mit Lawrence und Adrian zusammensetzen. Wenn sie mich im Auto haben wollen, denke ich darüber nach, aber ich bin auch glücklich, wenn ich in einer wertvolleren Position tätig sein kann", so der Spanier, der einmal mehr seine Loyalität gegenüber Aston Martin betont: "Ich werde bei diesem Team sein, in der einen oder anderen Rolle, und zwar langfristig."

Ein neues Ultimatium will sich Alonso jetzt nicht setzen, aber allzu lange soll es dann doch nicht mehr dauern: "Ich schaue mal in den kommenden Tagen, Wochen,... Monaten", sagt er mit einem Schmunzeln. "Ich weiß, dass Lawrence dieses Wochenende da sein wird. Dann werden wir mal gemeinsam Mittagessen, oder einen Kaffee trinken - vielleicht auch in Monza. Und dann bin ich bald auch in der Fabrik, um im Simulator für Madrid zu trainieren. Vielleicht ist Lawrence dann dort, oder Adrian, und wir können uns in den kommenden Wochen zusammensetzen."

Vieles macht Fernando Alonso mehr Spaß als die Formel 1 2026

Ein Schlussstrich unter der Formel-1-Karriere wäre, wie er nicht müde zu betonen wird, aber nicht gleichbedeutend mit dem Ende von Fernando Alonso als aktiver Rennfahrer. "Irgendetwas muss ich fahren, das ist klar. Ich muss Rennen fahren, ich muss das Adrenalin spüren. Ich bin ein Wettkampftyp", sagt er. Wenn sein Ehrgeiz nach weiteren Erfolgen in der Formel 1 den Ausschlag gibt, wird er sich auch mit den Nachteilen der aktuellen Hybrid-Generation arrangieren müssen.

"Vieles macht mehr Spaß als das", sagt der 436-fache Grand-Prix-Teilnehmer mit Blick auf die Formel 1 des Jahrgangs 2026. "Aber wir kennen das Reglement und wir wissen, dass es nächstes Jahr genauso sein wird. Die Leistung wird etwas angepasst, mit mehr von dem Verbrennungsmotor, aber die Regeln bleiben unverändert. Es liegt also bei mir, ob ich mehr oder weniger Spaß haben will."

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Dritter Formel-1-Titel immer noch Alonsos ultimativer Traum

Spaß definiert sich bei Alonso schlussendlich aber auch über den Wettbewerb, und der hat für ihn in der Formel 1 nach wie vor seinen Reiz. "Die Autos machen vielleicht nicht den meisten Spaß, aber Formel 1 ist mein Leben. Das war sie immer und das wird sie immer sein. Mein Herz gehört hierher", stellt er klar. "Eine dritte Weltmeisterschaft zu gewinnen wäre der ultimative Traum."

In dem Fall würde er übrigens den bisherigen Rekordhalter Giuseppe Farina ablösen. Der Italiener gewann 1950 die erste Formel-1-Weltmeisterschaft der Geschichte im Alter von 43 Jahren, 10 Monaten und 4 Tagen. Für Alonso ist das Alter keine Hürde. "Das Alter ist dabei kein Problem. Es geht um die Motivation, und den Spaß, was es noch zu erreichen gibt. Es gibt Fahrer, die waren noch nie auf dem Podium, haben nie ein Rennen gewonnen, oder träumen davon eines Tages Weltmeister zu sein. Und ich habe diese Ziele und den Appetit natürlich auch noch", ist er überzeugt.