Zwischendurch mag die Partnerschaft von Red Bull und Max Verstappen in den letzten drei Jahren holprig gewirkt haben. Jetzt senden die beiden mit einem neuen Vertrag bis Ende 2030 aber ein klares Signal. Verstappen präsentiert sich kurz darauf in Zandvoort als maximal treu und mit der Maxime Red-Bull-oder-Rücktritt. Die Formel-1-Regeln spielten eine viel größere Rolle als andere Teams.
"Ich sagte das immer, und auch schon, als Dietrich noch am Leben war, dass ich darauf abziele, meine Karriere in diesem Team zu beenden", erinnert sich Verstappen am Donnerstag in einem mit Medienvertretern vollgepackten Motorhome von Red Bull. Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz, und natürlich Motorsport-Berater Dr. Helmut Marko, waren damals die Schlüsselpersonen gewesen, die ihm 2015 die unglaubliche Chance gegeben hatten, ein F1-Debüt im Alter von nur 17 Jahren zu geben.
Dass Mateschitz 2022 verstarb, Marko Ende 2025 zurücktrat und Verstappen zur neuen Red-Bull-Spitze keine so enge persönliche Beziehung mehr hatte, galt infolgedessen zuletzt als naheliegender Grund, warum er von seinen vergangenen Treueschwüren und emotionalen Bekenntnissen abrücken könnte. Doch ein anderes Team will Verstappen 2026 nie anvisiert haben, versichert er am Donnerstag.
Ärger um 2026-Regeln lassen Max Verstappen an Zukunft zweifeln
"Ich war, denke ich, näher am Rücktritt als an einem Teamwechsel", meint Verstappen. Grund dafür sind natürlich die problematischen neuen Formel-1-Motoren, die er eigentlich seit Jahren kritisiert. Schon 2023 nannte er sie als einen möglichen Rücktrittsgrund. Gegenüber dem Team und Teamchef Laurent Mekies war er da transparent: "Nach den ersten paar Rennen meinte ich zu Laurent: Komm bloß nicht mit irgendwelchen Fragen zur Zukunft. Ich weiß nicht einmal, ob ich hierbleiben will."
"Ich hatte dann viele gute Gespräche mit der F1 und auch mit der FIA, und langsam bewegen wir uns in Richtung von etwas, das besser und besser wird", erklärt Verstappen den weiteren Weg. Von Beginn an suchte er dieses Gespräch, und F1-CEO Stefano Domenicali zeigte sich auch offen dafür. Über die erste Saisonhälfte verteilt trafen sich die beiden wiederholt. "Von meiner Seite habe ich mich angepasst, die Situation akzeptiert, in der wir alle sind, und wir versuchen jetzt, das Beste daraus zu machen."
Regelanpassungen im Frühjahr eliminierten kurzfristig die schlimmsten Probleme mit dem Energiemanagement, eine leichte Anhebung des Verbrenner-Anteils sollte die mittelfristige Situation bis 2028 noch besser machen, und langfristige Gespräche über einen Wechsel auf eine neue V8-Formel ab 2030 oder 2031 laufen mittlerweile. Das zusammen ließ Verstappen dann vom Rücktritt Abstand nehmen: "Ich liebe den Motorsport immer noch, und das hier ist der Gipfel des Motorsports, also will ich immer noch hier sein."
"Hoffentlich eröffnet sich 2030 mit neuen V8-Motoren eine neue Chance", fixiert Verstappen auch seine langfristige Zukunft dementsprechend am kommenden Reglement. Bei Red Bull habe man sich verständnisvoll gegeben: "Wenn du so lange zusammenarbeitest, kennst du dich sehr gut. Daher waren wir nie in großer Eile, und deshalb hatte ich auch nie etwas zu sagen, weil wir Schritt für Schritt diesem Punkt näherkamen."
Gespräche mit anderen F1-Teams? Max Verstappen bleibt Antwort schuldig
Mittendrin lagen jedoch im Sommer Gerüchte über Gespräche mit anderen Teams, primär McLaren. Bekam Verstappen an irgendeinem Punkt ein Angebot eines anderen Teams von seinem Management vorgelegt? "Spielt keine Rolle", würgt er die Nachfrage sofort ab. "Nicht für mich."
Verstappen will die Verlängerung vielmehr als Signal präsentieren, dass sich an seinem Traum einer kompletten F1-Karriere im Red-Bull-Kosmos nichts geändert hat: "Es wäre eine tolle Story, wenn das möglich wäre. Von Red Bull verpflichtet werden und deine Karriere bei einem Team beenden. Ich spüre keine Not, etwas zu ändern, nur um etwas geändert zu haben und in einer anderen Farbe zu fahren. Blau ist auch meine Lieblingsfarbe, das hilft!"
"Für mich ist es eine große gemeinsame Familie, und ich bin gerne Teil davon", so Verstappen, der wiederholt seine gute Beziehung mit Teamchef Laurent Mekies und Red-Bull-Sportchef Oliver Mintzlaff betont. "Zuerst einmal musst du dich wohlfühlen. Spielt keine Rolle, ob du im schnellsten Auto sitzt. Wenn du dich nicht wohlfühlst, hält das nicht lange. Ich fühle mich sehr wohl in diesem Team und glaube an die Leute hier, und dass wir zurück an die Spitze kommen können."
Diesbezüglich hat Verstappen volles Vertrauen in die Bemühungen des Teams, sich nach dem Verlust vieler Persönlichkeiten aus dem Management des Teams über die letzten Jahre hinweg neu aufzustellen: "Auch nachdem Laurent letztes Jahr kam, war die Beziehung vom Start weg richtig gut, offen und transparent. Auch darum ging es bei meiner Zukunftsentscheidung. Ein paar strategische Entscheidungen im Team. Und für mich fühlt es sich absolut richtig an, hier weiterzumachen."
"Ich weiß, sie würden alles für mich tun, und sie wissen, dass ich alles für sie tue, sobald ich auf der Strecke bin", lautet Verstappens Fazit. Außerdem darf er, wenn er will, auch in Zukunft weiter Rennen außerhalb der Formel 1 fahren, wie er das 2026 bei den 24 Stunden auf dem Nürburgring machte. Das war kein Schaden in der Entscheidung: "Ja, das ist definitiv etwas, das ich weiter machen will. Hängt aber etwas am F1-Kalender, was nächstes Jahr möglich ist." Irgendwann will er alle großen 24-Stunden-Rennen fahren.
Was Red-Bull-Teamchef Laurent Mekies zum neuen Deal zu sagen hat, gibt es hier:



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