Mit dem Ende der Sommerpause kommt wie erwartet jetzt endlich Bewegung in den Fahrermarkt der Formel 1. Erst Urlaub, dann neue Verträge - die erste Ankündigung kommt am Dienstag vor Zandvoort von Williams. Zumindest Alex Albon bleibt fix jetzt für 2027, während es bei Carlos Sainz noch Abwarten heißt.

Gerade die Williams-Fahrer spielen schließlich auf dem Fahrermarkt eine gewichtige Rolle. Schließlich gelten sie als zwei äußerst fähige Piloten, und sind unweigerlich enttäuscht davon, dass das Team 2026 am erhofften nächsten Schritt in Richtung Spitze gescheitert ist, und stattdessen sogar ans Ende des Mittelfeldes abrutschte. Beide Fahrer hatten sich im Frühsommer auf Nachfragen zu ihrer Zukunft zeitweise vage gegeben.

Aber die Sainz-Zukunft war dabei stets ein größeres Thema als jene von Alex Albon. Zum einen liegt Albons Leistung im zweiten Jahr neben Sainz deutlich hinter jener des Spaniers zurück. 3 zu 12 liegt er im Qualifying-Duell hinten, im Schnitt ist er 0,31 Prozent langsamer. Beides sind die zweitschlechtesten Werte im Feld.

Nur in der WM-Tabelle ist es zwischen den beiden eng, dort trennt sie nur ein Punkt. Aber Punkte sind bei der defizitären Williams-Leistung und nur 11 Punkten insgesamt aktuell nur beschränkt aussagekräftig. In Summe brauchte Sainz das erste Halbjahr 2025, um sich bei Williams zu akklimatisieren. Seitdem hat er Albon klar im Griff.

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Alex Albon verlängert Williams-Vertrag - um nur ein Jahr?

Entsprechend galt Sainz in den letzten Wochen als Schlüssel zu etwaigen Verschiebungen im Mittelfeld-Fahrermarkt, während ein neuer Deal zwischen Williams und Albon auf der anderen Seite schon länger wahrscheinlich anmutete. Jetzt ist er fix. Allerdings spricht das Team in der offiziellen Presseaussendung eindeutig nur von einer "Verlängerung für 2027".

"Alex führt die Verwandlung dieses Projektes seit dem ersten Tag an, und wir haben noch sehr viel vor uns, was wir erreichen wollen", stellt Williams-Teamchef James Vowles dabei aber klar. Albon war 2022 aus dem Red-Bull-Reservekader geholt worden, nachdem er bei dort nach eineinhalb Jahren neben Max Verstappen ausrangiert worden war. Lange fungierte Albon als Williams' Nummer eins neben Bezahlfahrern und hat inzwischen als erster Fahrer die 100-GP-Marke mit dem Traditionsrennstall geknackt, während das 2020 von der Investmentfirma Dorilton aufgekaufte Team hart daran arbeitete, sich nach Jahren der Dürre neu aufzustellen.

Inzwischen hat sich das Projekt mit dem Ex-Mercedes-Mann Vowles komplett gewandelt, wurde massiv modernisiert und zeigte 2025 als fünftbestes Team auf. Trotzdem hat man die für 2026 gesteckten Ziele, sich wenigstens vom Mittelfeld abzusetzen, eben eindeutig verfehlt und einen Schritt zurück gemacht.

"Ein schwieriges Jahr zeigt nicht das ganze Bild der Geschichte, die ich mit Williams hatte, und ich habe den Fortschritt Jahr für Jahr gesehen", gibt sich Albon bei der offiziellen Verkündung dennoch optimistisch, sowohl was die Leistung von Williams angeht wie auch sein eigenes schwieriges Jahr. "Natürlich war es bis jetzt ein frustrierendes Jahr, aber deswegen höre ich nicht auf, an dieses Team und an seine Ambitionen zu glauben, und was ich denke, dass es erreichen kann."

Albon fühlt sich überzeugt von Vowles' Vision, der ihm in den letzten Wochen im Detail alle weiteren Planungen in der Fabrik darlegte, sowie über die letzten Monate hinweg immer wieder neues Personal verpflichtete: "Wir haben schon gute Leute in Grove, aber wir brauchen frische Köpfe und Ideen - ein neues Mindset, neue Arbeitswege für Herstellung und Produktion. Ich freue mich darauf, dass diese Rollen im Team etabliert werden und dort Fortschritte beginnen." Hier hatte der Umschwung von 2025 auf 2026 massive Defizite aufgezeigt.

Williams hofft auf Vertrags-Doppel: Neuer Sainz-Deal noch vor Zandvoort?

Vowles will seinerseits weiterhin an Albon glauben: "Alex ist einer der besten Fahrer im Feld, und er weiß besser als jeder andere um die immensen Verbesserungen, die wir in den letzten Jahren geschafft haben. Den Vertrag mit ihm zu verlängern, zeigt den Glauben, den wir beide an die Richtung haben, in die wir uns bewegen."

Dass Williams auch Carlos Sainz mit den gleichen Argumenten seit Wochen zu überzeugen versucht, ist kein Geheimnis. Sainz selbst kokettierte mehr als deutlich offen mit Alternativen und stellte mehrfach klar, dass er das Vertragsthema erst in der Sommerpause angehen wolle. Gerüchte über Audi kursierten, wurden von dortiger Stelle allerdings zurückgewiesen. Alpine wäre eine weitere Option.

Doch wenn Sainz einen sofortigen Aufstieg sucht, so scheint sich für ihn keine Tür bei den Top-Teams zu öffnen. Damit wird ein Williams-Verbleib auch mangels Alternativen wahrscheinlicher. Und womöglich ist er schon so gut wie fix, wie im Vorlauf von Zandvoort kursiert. 'RacingNews365' suggeriert, dass ein Deal noch vor Zandvoort ebenfalls fixiert und bestätigt werden könnte. Wohl gepaart mit signifikanten finanziellen Zugeständnissen, um Sainz den Verbleib schmackhafter zu machen.

An den Entscheidungen der Williams-Fahrer hängen viele andere mögliche Wechsel. Unter anderem kursierte ein Sergio-Perez-zu-Williams-Gerücht, welches die Teamführung von Cadillac aber erst vor wenigen Tagen zurückwieß.