Williams wollte 2026 den nächsten Schritt in Richtung Top-Teams machen. Daraus wurde nichts. Mit elf Zählern nach zehn Rennen liegt das Team hinter den eigenen Erwartungen. Das formulierten auch die Fahrer Carlos Sainz und Alex Albon im Verlauf des Jahres immer wieder klar. "Ich denke, es ist kein Geheimnis, dass sich mein Zeitplan um ein bis zwei Jahre verzögert hat", sagt Sainz auch in Ungarn wieder.

Dazu kommt: Sainz hat für 2027 die Freiheit, zu einem anderen Team zu wechseln. Die Entscheidung darüber könnte schon im Sommer getroffen werden. "Ich gehe davon aus, dass wir im Laufe des Sommers beginnen werden, eine Entscheidung zu treffen. Aber den genauen Zeitpunkt kenne ich nicht", so Sainz.

Alex Albon: Ich habe geglaubt, wir können um Podien kämpfen

Teamkollege Alex Albon stimmt Sainz zu. "Ich habe wirklich geglaubt, dass wir 2027 anfangen können, regelmäßig um Podiumsplätze zu kämpfen, und vielleicht sogar um den einen oder anderen Sieg mitmischen."

Dass sich diese Prognose nicht bewahrheiten würde, war abzusehen. Williams verpasste den ersten Test der Formel 1 2026 in Barcelona. Das führte zu diversen Gerüchten rund um das Auto. Dazu war der FW48 zu Beginn der Saison noch übergewichtig.

Doch schon zu Beginn der Formel-1-Saison wurde deutlich, dass nicht nur das Gewicht das Auto zurückhielt. Denn mit dem Mercedes-Motor hat Williams eigentlich einen der stärksten Antriebe im Feld im Heck. Mittlerweile hat der FW48 teilweise abgespeckt, ist aber dennoch kein regelmäßiger Punktekandidat.

Sainz: F1-Auto hat Erwartungen bei Weitem verfehlt

"Das diesjährige Auto ist unter seinen Möglichkeiten geblieben und hat unsere Erwartungen aus vielen verschiedenen Gründen bei Weitem verfehlt", resümiert Sainz selbst.

Albon hat die Erklärungen dafür zumindest teilweise parat. "Es liegt zum Teil daran, dass wir spät dran waren. Aber diese Regeländerungen haben einige der Engpässe innerhalb des Teams offenbart. Wir haben erkannt, dass es größere Dinge gibt, die wir ändern müssen."

Die wohl wichtigste Frage für die Zukunft von Sainz und Albon dürfte sich wohl darum drehen, wie lange es dauert, diese Probleme zu beheben. "Ich sehe die Vision des Teams nach wie vor ziemlich klar vor mir. Ich sehe, wie viel hinter den Kulissen passiert", lobt Sainz.

Doch genug ist das für den Spanier nicht unbedingt: "Ich muss meine Denkweise neu ausrichten, um mir ein Bild davon zu machen, wo ich in drei bis vier Jahren stehen werde. Aber ich habe nach wie vor Vertrauen in den Weg und das Projekt."

Dass das Williams-Projekt in den nächsten zwei Jahren titelfähig werden könnte, scheinen weder Sainz noch Albon zu glauben. "Es ist frustrierend, aber es ist für uns alle frustrierend. Wir müssen diesen Weg noch ein bisschen länger weitergehen."

Weiter vorne tobt das Entwicklungsrennen an der Spitze. Ferrari versucht sowohl in der Entwicklung als auch in den Weltmeisterschaften nicht den Anschluss an Mercedes zu verlieren. Lewis Hamilton wurde das unter anderem wegen einer Strafe in Belgien erschwert. Wir sprechen im Video darüber. Jetzt anschauen!

Hamilton-Strafe unverständlich? Danner: Zu aggressiv! Strafe war berechtigt! (04:47 Min.)