Audi sorgte vor dem Formel-1-Wochenende in Japan mit dem Teamchef-Beben rund um Jonathan Wheatley für Schlagzeilen. Am Freitag ließ Nico Hülkenberg die Ingolstädter sportlich glänzen. Im zweiten Training war er als Siebter die Nummer eins im Verfolgerfeld. Auf der anderen Seite der Garage zeigte sich jedoch ein altbekanntes Bild, denn wieder fuhr nur einer der beiden Audis. Diesmal war es das Auto von Gabriel Bortoleto, das von technischen Problemen lahmgelegt wurde.

"Das war eine Vorsichtsmaßnahme. Wir haben etwas am Getriebe gesehen", so James Key, Technischer Direktor bei Audi in der Formel 1. Der Brasilianer konnte im FP2 dadurch nur zehn Runden absolvieren. "Wir wollten keinen weiteren Schaden anrichten und verstehen, was das Problem ist. Deshalb waren wir vorsichtig und haben es gewechselt. Das willst du zwar eigentlich nicht, aber die Mechaniker haben es in 40 Minuten geschafft, sodass er nochmal rausfahren konnte."

Gabriel Bortoleto beendete den Freitag damit immer noch als 16. mit einem Rückstand von 1,8 Sekunden auf die Bestzeit von McLaren-Fahrer Oscar Piastri. Damit markierte er das Ende des Mittelfeldes. Der Rückstand auf Nico Hülkenberg betrug eine halbe Sekunde. Der Emmericher ließ am Nachmittag als Siebter aufhorchen und führte damit die Verfolger an, darunter unter anderem Max Verstappen im Red Bull auf Platz zehn.

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"Das Auto war heute Morgen von Anfang an in Ordnung", erklärt Nico Hülkenberg, der im ersten Training noch P12 unmittelbar hinter dem Teamkollegen belegt hatte. Unabhängig von der Anpassung der Qualifying-Energie für das Wochenende in Japan, sahen sich die Ingenieure mit neuen Bedingungen konfrontiert.

"Das Profil für die Energie-Rückgewinnung ist auf der Runde hier etwas, das wir so zuvor noch nicht hatten", erklärt James Key. "Wir hatten nach dem Morgen ein paar Hausaufgaben, die wir uns anschauen mussten, um zu verstehen, wo wir im FP1 wirklich standen. Für das zweite Training haben wir ein paar gute Schritte gemacht, aber es liegt noch Arbeit vor uns."

Nico Hülkenberg erwartet noch mehr Konkurrenz im F1-Mittelfeld

An den beiden vorangegangenen Rennwochenende qualifizierte sich Nico Hülkenberg jeweils als Elfter, in Australien schaffte es Gabriel Bortoleto beim Debüt des Teams sogar ins Q3. Obwohl der siebte Platz verheißungsvoll anmutet, bleibt Hülkenberg vorsichtig. "Das Mittelfeld sieht hier deutlich enger als in den ersten beiden Rennen aus", sagt er.

Mit Audi, Haas, Williams, Red Bull, Racing Bulls und Alpine lagen im FP2 sechs Teams in zweieinhalb Zehntelsekunden. Darüber hinaus fuhr der Racing-Bulls-Rookie Arvid Lindblad in der Sitzung nicht. "Wir hatten im FP2 auch nur ein Auto um zu lernen", sagt Key. Dass Bortoleto im Qualifying dadurch in Rückstand geraten könnte, denk er allerdings nicht: "Er war in FP1 in guter Form, ich denke er wird zurückschlagen."