Audi verkündete in der rennfreien Woche zwischen dem Formel-1-Rennen in Shanghai und dem Japan-GP, dass Teamchef Jonathan Wheatley das Team verlassen wird. Als Begründung für den Abschied wurden persönliche Gründe angeführt. Was genau sich dahinter verbirgt, ist nicht bekannt. Wheatley wurde in den Tagen zuvor mit Aston Martin in Verbindung gebracht, Wechselgerüchte, die bisher allerdings nicht bestätigt wurden.
Dass das Aus mit nicht viel Vorlaufzeit vonstattenging, zeigt die Art und Weise, wie etwa die Fahrer davon erfuhren. Nico Hülkenberg wurde von der Bekanntgabe überrascht, als er gerade eine Simulator-Session absolvierte. Vorab wurde er nicht informiert. "Ich habe es letzte Woche gemeinsam mit der Welt herausgefunden", sprach er.
Nico Hülkenberg erfährt über seine Mutter vom Teamchef-Aus
Anstatt von Audi direkt informiert zu werden, bekam der Emmericher die Information auf etwas kuriosem Wege übermittelt. "Ich war an dem Tag in der Sim und meine Mutter schickte mir einen Artikel", erklärt Hülkenberg am Donnerstag vor dem Großen Preis von Japan. "Ich sah es, als ich zwischen zwei Runs auf mein Mobiltelefon schaute, und dachte mir: Oh, scheiße!", beschrieb der Deutsche, wie er die Situation erlebte.
Die genauen Umstände für den Abschied seien auch Hülkenberg selbst nicht bekannt, wie dieser betonte. "Ich kenne nicht die exakten Details und ich habe noch nicht tiefergehend mit ihm gesprochen. Wenn es ein fundamentales Problem bei einer zentralen Führungsperson gibt, dann muss man Maßnahmen ergreifen und offensichtlich gab es hier ein Problem", sagte Hülkenberg weiter.
Gabriel Bortoleto: Nach China ging alles sehr schnell
Sein Teamkollege Gabriel Bortoleto wurde ebenfalls erst mit der Bekanntgabe informiert. "Ich habe es zu sehr ähnlichen Zeiten wie ihr erfahren", sagte er vor dem Formel-1-Rennen in Japan gegenüber Journalisten bei einer Medienrunde.
"Ich denke, alles ist nach China sehr schnell passiert", so der Brasilianer. Die Informationslage scheint bei ihm eine ähnliche zu sein wie bei Hülkenberg. "Ich habe nicht viel mit ihm [Wheatley] gesprochen. Ich hatte nur ein kurzes Gespräch nach der Ankündigung. Er hat es auch öffentlich gemacht, dass er aufgrund von persönlichen Gründen nicht bei dem Projekt bleiben konnte. Da es persönliche Dinge sind, bin ich natürlich nicht ins Detail gegangen, was genau diese Probleme sind", so Bortoleto.
Hülkenberg betonte, dass das Aus von Wheatley im Formel-1-Programm der deutschen Automarke keine Probleme verursachen werde. "Ein Formel-1-Team besteht aus vielen Menschen", winkte Hülkenberg ab. "Wir brauchen starke Leute und das haben wir mit Mattia, der natürlich immer noch ein Anführer ist. Es ist also nicht so, als ob wir ohne Führung, ohne Struktur oder ohne Plan wären."
"Also auch wenn es sich unerwartet geändert hat, alles andere ist noch voll im Plan und so wie es beabsichtigt war", führte Hülkenberg aus. "Die Einsatz-Seite an einem Rennwochenende wird sich nicht groß verändern, denke ich." Die erste Chance das zu beweisen, hat Audi bereits an diesem Wochenende mit dem Großen Preis von Japan in Suzuka. Alle Informationen zu den Startzeiten und zur TV-Übertragung findet ihr hier:



diese Formel 1 Nachricht