Nach zwei Rennen hat der Rest der Formel 1 schon reichlich in Richtung Klassenprimus Mercedes abgefeuert. Auf den wochenlangen Disput über das Verdichtungsverhältnis des Motors folgt in Japan nun Ärger wegen eines augenscheinlich in China illegalen Frontflügels. WM-Leader George Russell wird das alles etwas zu viel und vor allem unverhältnismäßig.
Beim Thema Frontflügel positioniert er sich gegenüber Sky UK perfekt auf der Argumentationslinie seines Teams: "Es war keine Absicht, und ich denke sicher nicht, dass es Absicht war. Es ist tatsächlich ein Problem, etwas das wir versuchen, zu lösen." Alle Details zum Flügel, den mindestens ein Konkurrent hinterfragt hat, gibt es hier:
George Russell argumentiert: Darum war der Frontflügel kein Vorteil
So hatte Mercedes auch gegenüber der FIA argumentiert, als die nach dem China-Wochenende angeklopft hatte. Es geht bei dem Thema darum, dass der neue aktive Frontflügel des W17 am Ende der Geraden zu langsam aus dem "Straight Mode" zurück in den "Corner Mode" hochklappt. Ein Problem mit dem Hydraulik-System soll dem zugrunde liegen.
"Es ist keine einfache Lösung, aber einen Vorteil haben wir dadurch definitiv nicht, denn auf der Bremse ist der Frontflügel immer noch offen", meint Russell. Damit stellt er sich gegen die logische Schlussfolgerung, die sich nach dem ersten Beobachten des Effektes in China aufdrängte. Dass man das Auto durch den Trick nämlich am Kurveneingang besser stabilisieren würde.
"Kimi hatte einen Verbremser", zeigt Russell als Konter dazu gleich auf das Ende des China-Rennens. "Ich denke, da spielte der Frontflügel eine Rolle, also ist es definitiv nicht absichtlich." Was natürlich, nur um das zu unterstreichen, keine von der FIA akzeptierte Ausrede sein wird, sollte diese es in Japan erneut beobachten. Auch illegale Komponenten, die einen Performance-Nachteil erzeugen, wären trotzdem illegal und würden zur Disqualifikation führen.
George Russell unglücklich mit Mercedes-Gegnern: Sind doch erst zwei Rennen
Von Unterstellungen der Konkurrenz hat Russell jedenfalls genug. Genauso gefällt es ihm nicht, dass die Konkurrenz Mercedes überhaupt versuchen möchte, einzubremsen. Sprich versucht, Regeländerungen durchzusetzen, welche auf Bereiche abzielen, die Mercedes besonders gut kann, besonders beim Motor.
"Wir haben so hart dafür gearbeitet, in diese Position zu kommen, und das beste Team sollte obenauf sein", findet Russell. "Wir hatten vier Jahre lang zu kämpfen. Zwei andere Teams haben in diesen vier Jahren dominiert und gewonnen. Nur weil wir jetzt mehr oder weniger wieder vorn sind, ist es denke ich nicht ganz richtig, wenn jeder versucht, uns einzubremsen, gerade wenn du zwei Rennen gefahren hast."
"Es ist eine sehr lange Saison, also werden sich die Dinge ändern", prognostiziert Russell Umbrüche auch ohne Eingriffe und zählt lapidar Storys der letzten Wochen auf. "Wir haben jetzt schon gesehen, dass der Red Bull übergewichtig ist, und ein paar Dinge, die wir in der letzten Woche in den Medien gesehen haben. McLaren haben noch kein Upgrade gebracht, sie fahren immer noch mit dem Bahrain-Paket." Was die McLaren-Seite diesbezüglich sagt, gibt es hier:
"Diese Dinge sollten wir nicht vergessen", meint Russell. "Wir haben aktuell einen Vorteil, aber wir sind einfach gut gestartet und haben da einen guten Job gemacht. Wir hoffen, dass es so weitergeht." Dass die Konkurrenz dagegen agitiert, überrascht ihn aber nicht: "So läuft der Sport einfach. Das war schon immer so."
Der erste Mercedes-Jäger Ferrari hält sich öffentlich in der Affäre bislang zurück. Philosophie: Auf sich selbst konzentrieren. Charles Leclerc und Lewis Hamilton liefern da eine eher negative Einschätzung, was das unmittelbare Schließen der Lücke zu Mercedes angeht:



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