Lando Norris' Herrschaft als amtierender Formel-1-Weltmeister startete denkbar schlecht. Nach zwei Rennwochenenden steht er bei gerade einmal 15 Punkten, 36 weniger als WM-Leader George Russell. Und was noch schwerer wiegt: McLaren hat mit klarem Rückstand hinter Mercedes und Ferrari nur das drittbeste Auto.
In der Frühphase der Saison deutet also bislang noch nichts darauf hin, dass der McLaren-Pilot und sein Team das Projekt Titelverteidigung erfolgreich hinlegen könnten. Doch die Saison ist selbstverständlich noch lang und Norris ist davon überzeugt, dass sein Team das Ruder noch herumreißen kann. "Ich kann mich gar nicht erinnern, wie viele Punkte wir 2024 hinter Mercedes, Red Bull und Ferrari waren. Aber wir kamen zurück und gewannen die Konstrukteurs-Meisterschaft", erinnert Norris vor dem GP-Wochenende in Japan an die Vergangenheit.
Lando Norris gelassen: Punkte regeln sich von selbst
Tatsächlich waren es 115 Punkte, die die Mannschaft rund um Teamboss Andrea Stella damals nach Miami in der Formel-1-WM schon Rückstand hatte. Danach startete die Aufholjagd. Mit diesem Wissen im Hinterkopf denke Norris derzeit nicht an die Team- oder Fahrer-WM: "Wir denken nur daran, auf das Podium zurückzukommen und Rennen zu gewinnen. Die Punkte regeln sich dann von selbst und wir werden sehen, wie viel wir zurückholen können."
"Wir glauben an uns als Team. Wir haben die letzten beiden Weltmeisterschaften gewonnen und die Fahrer-WM letztes Jahr, weil wir das beste Auto im Feld bauen konnten. Und ich bin zuversichtlich, dass wir das dieses Jahr wieder schaffen können", strotzt Norris vor Vertrauen in seine Mannschaft.
2024 brachte ein Upgrade, das schon zu Saisonbeginn angekündigt worden war, in Miami den großen Umschwung. Die Parallelen zu 2026: Auch in diesem Jahr wird bei dem ersten USA-Rennen im Mai ein größeres Update-Paket ausgerollt, angekündigt war dieses schon vor den Absagen von Bahrain und Saudi-Arabien geworden. Damit gehen für McLaren zuvor zwei Rennen weniger verloren, in denen man klar im Hintertreffen gegen die zwei tonangebenden Teams liegt.
Garantien für einen Aufschwung danach gibt es selbstverständlich keine. Nicht zuletzt, weil auch die anderen Rennställe in den nächsten fünf Wochen ausreichend Zeit haben, um für Miami Modifikationen an ihren Autos vorzunehmen. Aber die Vergangenheit spricht nicht nur mit Blick auf 2024 für die optimistische Haltung des Briten, denn auch schon 2023 war es McLaren gelungen, nach einem schwierigen Saisonstart durch Upgrades in den Sommermonaten den Weg in das absolute Spitzenfeld zu ebnen.
"McLaren kann auch in diesem Jahr das beste Auto haben"
Außerdem bezifferte sich der Rückstand in den bisherigen Qualifyings auf über sechs Zehntelsekunden, was in der Formel 1 eine ordentliche Hausnummer ist. Ob also das Miami-Paket reicht, steht auf einem anderen Zettel. "Es braucht einfach seine Zeit. Wir müssen geduldig sein", übt sich Norris in Beruhigung. "Ich habe einen guten Glauben an das Team und ich denke, dass wir dieses Jahr das beste Auto haben können."
Die Informationen, die Lando Norris und Oscar Piastri aus der Fabrik bekommen, stimmen die beiden positiv. "Ich weiß, dass die Jungs und Mädels in der Fabrik hart arbeiten. Es gibt gute Fortschritte und es wäre nicht so, als wären wir schlecht. Wir sind immer noch das drittbeste Team", so Norris.
Die wenigen Rennrunden an den ersten beiden Rennwochenenden könnten eine Hürde für dieses Entwicklungsrennen bedeuten. Schließlich lässt es sich dann am effizientesten entwickeln, wenn man Daten des aktuellen Pakets sammeln und abgleichen kann. Trotz dieses Rückstands ist Piastri überzeugt: "Es ist schade, dass wir etwas weniger Runden und Daten haben. Aber trotzdem haben wir einige gute Ideen, wie wir uns in vielen Bereichen verbessern wollen."
Diese Bereiche betreffen nicht nur das Auto, sondern auch die abrufbare Performance aus der Power Unit. Bei dieser stellte man fest, dass McLaren noch deutlich weniger Leistung abrufen kann als Motorpartner Mercedes, die eigentlich per Reglement denselben Antrieb verbaut haben. In Australien führte das zu einigen kritischen Worten von Teamchef Andrea Stella, in China ruderte McLaren zurück.



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