Der katastrophale Start von Aston Martin in Verbindung mit Adrian Neweys umstrittener Rolle als Teamchef haben immer wieder zu Gerüchten über die Teamstruktur geführt. Hinter den Formel 1-Kulissen soll es jetzt zum großen Knalleffekt gekommen sein: Newey soll nach nur zwei Rennen sein Zepter als Teamchef wieder abgeben. Doch damit noch nicht genug: Nachfolger soll ausgerechnet der aktuelle Audi-Teamchef Jonathan Wheatley werden.

Wie Motorsport-Magazin.com erfahren hat, ist für heute ein Meeting zwischen Jonathan Wheatley und Audi-CEO Gernot Döllner geplant. Der Ausgang? Offen! "Wir sind uns der aktuellen Medienberichte bewusst. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es von unserer Seite keine offizielle Stellungnahme, und wir kommentieren keine Spekulationen", ließ Audi wissen.

Wheatley, der langjährige Sportdirekter von Red Bull Racing, hatte seine neue Rolle bei Sauber, dann Audi erst am 1. April 2025 angetreten. Zusammen mit Mattia Binotto fungiert er als Audi-Doppelspitze - Wheatley ist an der Rennstrecke verantwortlich, Binotto leitet die Entwicklung. Beide berichteten direkt an Döllner.

Jonathan Wheatley und Mattia Binotto
Im Fahrerlager gelten Wheatley und Binotto nicht als optimale Speerspitze, Foto: IMAGO/Eibner

Schon vor Wheatley wurden prominente Namen wie Christian Horner oder Andreas Seidl ins Spiel gebracht. Die Kombination Horner/Newey schien allerdings mehr als fraglich, zumal Horner nicht mehr unbedingt ins operative Geschäft eingreifen will.

Aus dem Umfeld von Andreas Seidl ist zu hören, dass der ehemalige McLaren- und Audi-Sauber-Boss noch in der Formel 1 verwurzelt ist und derzeit auch im Hintergrund an Projekten arbeitet. Er soll zwar nicht kategorisch ausschließen, als Teamchef in den Sport zurückzukehren, akute Ambitionen scheint er aber nicht zu hegen.Das Pulverfass Aston Martin scheint dafür nicht gerade lukrativ.

Aston Martin & Honda: Desaströser Formel-1-Auftakt

Nach desaströsen Wintertests und zwei desaströsen Rennwochenende steht die Partnerschaft Aston Martin und Honda bereits auf der Kippe. "Das gibt es nicht, dass man mit so einem desolaten technischen Paket an die Rennstrecke kommt. Also ganz ehrlich, was wir da sehen, kann eigentlich nicht sein", erklärte Christian Danner im 'AvD Motorsport Magazin'.

In China stellte Fernando Alonso seinen Aston Martin nach 32 Runden freiwillig ab, weil die durch den Motor verursachten Vibrationen so stark waren, dass er teils Hände und Füße nicht mehr spürte. "Außerdem waren wir eine Runde hinten und wir waren Letzter, also machte es wahrscheinlich keinen Sinn, weiterzumachen", begründet der Spanier seine Aufgabe.

Nach Informationen von Motorsport.com soll sich Newey künftig ausschließlich auf technische Angelegenheiten konzentrieren. Im Fall eines Wechsels von Audi zu Aston Martin wird Wheatley nicht sofort die Aufgaben von Newey übernehmen können, denn selbst bei einer Freigabe oder Auflösung seines Vertrags ist mit einem 'Gardening Leave' zu rechnen. Formel-1-Teams wollen damit verhindern, dass internes Wissen mit zu einem direkten Konkurrenten genommen werden.

Auch auf sportlicher Seite läuft es für Audi nicht rund. Ist der F1-Motor zu schwach? Und noch wichtiger: Dürfen Audi und Ferrari überhaupt nachbessern?

Audi & Ferrari: F1-Motor zu schwach - dürfen sie nachbessern? (12:26 Min.)