Diese Woche steht mit dem Rennen auf dem Shanghai International Circuit die zweite Station des Formel 1-Kalenders auf dem Programm. Nach Australien droht Aston Martin ein weiteres schwieriges Wochenende und damit auch Teamchef Adrian Newey, der offen zugab, dass er sich machtlos fühlt und die Probleme mit dem Honda-Motor "menschlich sehr viel Energie kostet".

Adrian Newey, der in der Vergangenheit das Mediengewitter lieber mied, überraschte viele im Paddock mit seiner Offenheit und speziell mit seiner Kritik an Honda. So verriet er, dass Aston Martin davon überrascht wurde, dass Hondas Motoren-Abteilung so gut wie nichts mehr mit der Erfolgstruppe aus Red-Bull-Zeiten gemein hat. Aussagen, die in Sakura kaum jemand erfreut haben dürften. Im F1-Paddock wird aber auch Neweys Doppelrolle bei Aston Martin kritisch gesehen.

Newey sieht kein Problem in seiner Doppelrolle

Schließlich ist Newey bekannt dafür, Probleme mit Bleistift und Kurvenlinealen am Zeichenbrett zu lösen nicht jedoch in endlosen Meetings. Doch davon lässt sich der Brite nicht aus Ruhe bringen und stellte klar, dass sich für ihn nicht viel geändert hat. "Ich hatte bei Red Bull eine sehr ähnliche Tätigkeit inne, nur beschränkte sie sich auf die Technikabteilung. In vielerlei Hinsicht ist meine aktuelle Position nur eine Erweiterung dessen, was ich seit vielen Jahren mache", erklärte Newey.

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In den ersten Monaten bestand seine Aufgabe vor allem darin, die Zusammenarbeit unter den rund 700 Mitarbeitern zu verbessern. "Ich halte die Mitarbeiter, die ich bei Aston Martin sehe, für eine sehr, sehr talentierte Gruppe. Wir mussten sie nur dazu bringen, besser miteinander zu kommunizieren, als sie es bisher getan hatten. Hier sind wir auf dem richtigen Weg", so Newey. Zur Unterstützung hat er um sich herum eine Truppe aus Schlüsselpersonen aufgebaut, bestehend aus Technikdirektor Enrico Cardile, Chief Operating Officer (COO) Paul Field und Chief Financial Officer Robert Yeowart.

"Sie erlauben es mir, meine Zeit effizient zu nutzen", verriet der Brite. Aktuell muss er den Großteil seiner Zeit jedoch darauf verwenden, einen Weg aus der Motoren-Misere zu finden. "Fühle ich mich dadurch von meiner Kernaufgabe abgelenkt, mit allen zusammenzuarbeiten, selbstständig Ideen und Entwicklungsrichtungen zu entwickeln und so weiter? Ein bisschen schon", räumte Newey und stellte klar: "Natürlich könnten wir sagen: 'Nun, das ist nicht unser Problem.' Aber es ist unser Problem, denn letztendlich ist das Auto die Kombination aus Chassis und PU."

Das erste Sprint-Wochenende der Formel-1-Saison 2026 steht an. Wer überträgt den China GP im Free-TV und Livestream? Zeitplan und TV-Programm von Sky, ORF, SRF zum Rennen in Shanghai.