Fernando Alonso legte beim ersten Formel-1-Rennen der Saison 2026 in Australien einen fulminanten Start hin. Der Trend hielt jedoch nicht lange an. Mit einem freiwilligen Doppel-DNF reihte sich der Sonntag für Aston Martin schlussendlich in das von Pleiten, Pech und Pannen geprägte Wochenende ein. Die Teamführung wollte auf den kuriosen 11-Runden-Pitstop von Alonso nach dem Rennen nicht weiter eingehen. Den Spanier plagten immer noch die vor dem Rennwochenende bekanntgewordenen Vibrationen, auch wenn die befürchteten gesundheitlichen Konsequenzen ausblieben.
"Letztendlich ist es allgemein bekannt, dass wir nicht massig Ersatzteile haben. Und für uns gab es dort, wo wir waren, nicht viel zu holen. Deshalb haben wir zusammen die Entscheidung getroffen, das Material zu schonen", erklärt Aston-Martin-Ingenieur Mike Krack nach dem Auftakt in Melbourne. Nach 21 Runden stellte Fernando Alonso seinen AMR26 final ab - die Spitze hatte zu diesem Zeitpunkt jedoch schon 33 Runden um den Albert Park Circuit absolviert, denn der 44-Jährige hatte zwischenzeitlich schon einen elf Runden langen Boxenstopp absolviert.
"Nur ein paar Einstellungen", hält sich Krack auf die Frage nach dem Grund für den langen Aufenthalt seines Fahrers in der Garage bedeckt. Aston Martin hatte schon während des Rennens mitgeteilt, dass es sich um Einstellarbeiten am Auto gehandelt habe - jedoch erst, als Alonso mit elf Runden Rückstand wieder ins Rennen zurückgekehrt war. Der zweimalige Weltmeister bestätigt die Version seiner Teamführung nicht.
"Wir hatten ein kleines Problem in den Daten gesehen, und haben das Auto deshalb reingeholt. Es wurde dann repariert und wir fuhren wieder raus und ich denke, dann tauchte ein anderer Fehler auf und wir haben das Auto ein zweites Mal reingeholt", so die Version von Alonso. Teamkollege Lance Stroll wurde unmittelbar nach ihm aus dem Rennen genommen. Der Kanadier absolvierte am Sonntag 33 der 58 Runden.
Aston Martin wurschtelt sich durchs Rennen: Bei Konkurrenz gespiekt
Dabei hatte das Rennen für Fernando Alonso zunächst sensationell begonnen. Nach der ersten Runde lag der Routinier an zehnter Stelle. "Das waren gute erste Runden, das war das Beste am gesamten Rennen. Für zwei Runden auf P10 zu sein, war unerwartet. Der Start ist nicht unser Problem, während alle anderen ihre Schwierigkeiten mit dem Boost oder was auch immer hatten", erklärt er. Krack glaubt, dass beide Autos die Renndistanz ohne die vorbeugenden Maßnahmen aufgrund der Ersatzteilsituation bei Honda geschafft hätten: "Es gab keine Probleme mit der Power Unit. Ich habe zwar keine Glaskugel, aber ich bin zuversichtlich, dass wir das Ziel erreicht hätten."
Am Trainingsfreitag hatten Alonso und Stroll zusammen nur 34 Runden absolviert. Mit dieser Datenlage hatten die Ingenieure keine Grundlage, um das Energiemanagement für das Rennen festzulegen. "Wir haben uns angeschaut, was die Konkurrenz gemacht hat und wenn das für uns nach einer Verbesserung aussah, sind wir in dieselbe Richtung gegangen", erklärt Krack, dass man sich hauptsächlich auf die GPS-Analysen der Gegner konzentrierte. "Wir hatten keine Erfahrung von einer eigenen Rennsimulation, also kannst du nur bei den anderen schauen. Wir haben dann eine Kalibrierung gefunden, die heute den Job erledigt hat."
Vibrationen plagen Fernando Alonso auch im Formel-1-Rennen in Australien
Ein weiterer Brennpunkt bei Aston Martin waren die von der Honda-Batterie ausgehenden Vibrationen. "Das war ähnlich wie in Bahrain. Das ist nicht das beste Gefühl, mit derartigen Vibrationen zu fahren", erklärt Alonso. "Honda denkt, dass sie die Vibrationen durch die Batterie mit ein paar Modifikationen seit den Bahrain-Tests reduziert haben. Aber am Chassis hat sich bis jetzt noch nichts getan, denn wir müssen die Batterie anders isolieren. Das wird noch eine Zeit dauern."
"Im Debrief war es [Vibrationen] kein großes Thema. Ich habe noch keine Daten gesehen, aber ich gehe davon aus, dass es besser war", so Krack. Nach dem Freitag hatte das Team keine Möglichkeiten mehr, der Sache nachzugehen. "Du darfst das nur im FP1 und FP2 messen. An einem Punkt mussten wir damit aufhören. Wir werden das in China weiterverfolgen."
China wird weiterer Härtetest für Formel-1-Auto von Aston Martin
Bereits in einer Woche steht mit dem Rennen auf dem Shanghai International Circuit die zweite Station im Kalender auf dem Programm - und das im Sprint-Format. "Das wird kaum anders laufen, ganz sicher. Wir haben nächstes Wochenende dasselbe Auto, dieselbe Power Unit. Ich erwarte ein weiteres schwieriges Wochenende", sieht Alonso für China keine Chance auf kurzfristige Besserung. "Wir müssen weiter unterschiedliche Lösungen ausprobieren, besonders am Chassis, um unser Paket insgesamt besser zu verstehen. Wegen der wenigen Kilometer optimieren wir momentan noch nichts."
Honda-Chefingenieur Shintaro Orihara geht zumindest davon aus, dass das Team nach dem Rennsonntag in Australien in wenigen Tagen sein Programm planmäßig abspulen kann. "Wir sind zuversichtlich, dass wir der Batterie jetzt mehr Kilometer zumuten können. Nächste Woche sollte ein normales Wochenende werden", so der Japaner.


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