Audis erstes Formel-1-Rennen war ein voller Erfolg - zumindest mit einem Auto. Nach dem Einzug ins Q3 im ersten Qualifying holte Gabriel Bortoleto mit Platz neun bei der Rennpremiere des deutschen Herstellers direkt die ersten zwei WM-Punkte in der Königsklasse des Motorsports.
Nico Hülkenberg musste seinen R26 hingegen schon vor dem Start in Australien abstellen. Der Grund für den Ausfall: Bisher unklar. Doch das Problem deutete sich schon zuvor an. "Wir haben dieses technische Problem schon auf den Runden in die Startaufstellung entwickelt", verriet Hülkenberg.
Hülkenberg schon vor Start raus: Was war das Problem am Audi?
Deutlich bemerkbar machte sich das Unglück allerdings erst in der Einführungsrunde auf Hülkenbergs Weg in Richtung Kurve neun und zehn. Der R26 beschleunigte nicht mehr, sondern rollte nur noch vorwärts. Der Deutsche kürzte Kurve neun und zehn ab und rollte mit seinem Audi so weit wie es ging in Richtung Startaufstellung.
Was genau das Problem war, konnte Audi bislang allerdings nicht feststellen. "Wir haben die Telemetrie-Daten und den Kontakt zum Auto verloren. Wir wussten nicht, was passiert ist. Ohne Telemetrie rätselt man nur", so Teamchef Wheatley.
"Wir hatten einen Verdacht und haben versucht, das zu reparieren. Aber irgendwann muss man sich auf das Auto konzentrieren, das noch im Rennen ist", sagte Wheatley. Bereits am Samstag gab es im Qualifying ein Problem an Gabriel Bortoletos Auto, weshalb der Brasilianer nicht am Q3 teilnehmen konnte. Damit soll der Hülkenberg-Defekt allerdings nichts zu tun gehabt haben. "So wie Nico es beschrieben hat, sind das zwei separate Probleme."
Auch Hülkenberg selbst hat noch keine genaue Vermutung für den Defekt. "Wir sind uns noch nicht sicher. Wir untersuchen noch, was es war", so Hülkenberg.
"Das hat sich natürlich niemand gewünscht nach einem eigentlich positiven Wochenende. Ich glaube, ohne das Problem hätte es ein noch besserer Tag für das Team werden können, aber so ist es eben", berichtet der Deutsche.
Gabriel Bortoleto feiert erste Audi-Punkte bei Debüt-Rennen
Auf der anderen Seite der Garage lief es deutlich besser. Gabriel Bortoleto verlor beim Start einen Platz und musste nach wenigen Runden auch Max Verstappen passieren lassen. "Das war chaotisch. Es gab viele stehende Autos." Doch von Platz zwölf arbeitete sich Bortoleto wieder auf Position neun vor.
Oscar Piastri nahm auch nicht am Auftaktrennen im Albert Park zu Melbourne teil. Allerdings crashte er mit seinem McLaren noch vor Rennstart in die Mauer. Der Grund? Die neue Power-Unit könnte ihre Finger im Spiel gehabt haben. Mehr lest ihr im folgenden Artikel.
Im Rennverlauf profitierte Bortoleto gleich zwei Mal von Cadillac. Zuerst in Runde 19, als Valtteri Bottas sein Auto abstellen musste, danach in Runde 34, als Sergio Perez Teile auf der Strecke verlor. Die beiden virtuellen Safety-Car-Phasen nutzten Bortoleto und Audi jeweils für einen Stopp samt Wechsel auf harte Reifen.
Aus der Box herausgekommen fand sich Bortoleto mitten im Duell tzwischen Pierre Gasly und Esteban Ocon wieder. "Ich musste mich gegen Pierre [Gasly, Anm. d. Red.] verteidigen. Ich habe den Energie-Knopf gedrückt und auf einmal war ich richtig weit vorne", so Bortoleto.
Für den Brasilianer und Audi verlief der erste Härtetest des fiel kritisierten Reglements damit positiv. "Es hat Spaß gemacht. Letztes Jahr war alles viel vorhersehbarer. Jetzt muss man beim Überholen die nächsten drei Schritte berechnen." Die nächste Prüfung steht sowohl für das neue Reglement als auch Audi bereits am kommenden Wochenende in China an.
Viele Fahrer haben die Autos im Laufe des Wochenendes stark kritisiert. Stichworte: Superclipping und Energiemanagement. Wir haben darüber im folgenden Video gesprochen.



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