Vor noch nicht allzu langer Zeit rief Aston Martin Siege und WM-Titel als Ziel aus, mittlerweile würden wohl schon die Sektkorken knallen, wenn Fernando Alonso und Lance Stroll ein Formel 1-Rennen beenden würden. Weder in Australien noch in China sahen beide die Zielflagge. Mehr als 32 Runden am Stück in Shanghai waren bisher nicht drin. Danach zwangen die Vibrationen des Honda-Motors Fernando Alonso zur vorzeitigen Aufgabe.
Laut Honda-Racing-Corporation-Präsident Koji Watanabe liegt die Wurzel allen Übels nicht allein bei der Power Unit. "Die Vibrationen bei den Prüfstandstests sind auf einem akzeptablen Niveau. Sobald wir die Power Unit jedoch in das tatsächliche Chassis integrieren, werden die Vibrationen deutlich stärker als auf dem Prüfstand. Deshalb kann die Power Unit das Problem natürlich nicht allein lösen."
Auch wenn es so scheint, als würden sich beide Parteien gegenseitig den schwarzen Peter zuschieben, betonte Watanabe, dass Aston Martin und Honda gemeinsam an einem Strang ziehen. "Wir arbeiten sehr eng mit Aston Martin zusammen, um das Problem zu beheben - nicht nur an der Power Unit, sondern gemeinsam auch mit Blick auf das Chassis." Ein wenig erinnert die Situation an die Zusammenarbeit von McLaren und Honda am Beginn der Hybridära.
Der Saisonstart 2026 von Aston Martin und Honda ist der schlimmste, den die Formel 1 seit langem gesehen hat. F1-Experte Christian Danner ist fassungslos.
Aston Martin: Mangel an Zuverlässigkeit und Performance
Das Defizit auf der Motorenseite ist derart groß, dass es schwerfällt, das wahre Potenzial des Autos einzuschätzen. In Japan fehlten Fernando Alonso und Lance Stroll über drei Sekunden auf den Trainingsschnellsten Oscar Piastri. Ein Rückstand, der sich nicht so leicht aufholen lässt, selbst wenn das Team die Vibrationen und die Zuverlässigkeit in den Griff bekommt. "Wir müssen auf jeden Fall nicht nur die Zuverlässigkeit, sondern auch die Performance verbessern", weiß Watanabe um das Ausmaß der Herausforderung.
Ob es Aston Martin und Honda noch 2026 gelingt, den Rückstand aufzuholen, konnte er nicht beantworten. "Es wird nicht einfach. Die größte Schwierigkeit ist, dass wir mit der Entwicklung etwas später begonnen haben als die anderen", so der Japaner. Nach Aussagen von Adrian Newey ging das Auto erst im April 2025 in den Windkanal, womit Aston Martin rund vier Monate hinter dem ursprünglichen Zeitplan liegt.
Jedoch erklärte Newey beim F1-Saisonauftakt in Australien auch, dass Aston Martin von der Tatsache überrascht wurde, dass die angesehene Motorentruppe, die mit Red Bull Racing Erfolge feierte, nichts mehr mit der jetzigen Honda-Mannschaft gemein hat. "Sie brachten nicht die Erfahrung mit, die zuvor vorhanden gewesen war", betonte Newey in Melbourne. Seitens Honda will man das so nicht stehen lassen. Laut Watanabe handelte es sich nur um ein Missverständnis.
Honda & Aston-Martin-Probleme nur Missverständnis
"Wir haben unsere F1-Aktivitäten Ende 2021 eingestellt und 2023 unsere Rückkehr in die Formel 1 angekündigt. In dieser Zwischenzeit waren unsere F1-Aktivitäten daher nur sehr eingeschränkt", räumte Watanabe ein. In dieser Zwischenphase wurden viele Mitarbeiter in andere Bereiche des Konzerns versetzt. Doch während Neweys Aussagen in Melbourne als schwere Kritik in Richtung Honda angesehen wurden, war es laut Watanabe lediglich eine "scherzhafte Anspielung".
"Es ist unsere Politik, die Ingenieure aus den Motorsportprojekten regelmäßig in die Serienproduktion oder in fortschrittlichere Technologien wie Jets, eVTOL, Wasserstoff oder ähnliche Bereiche zu versetzen. Diese Rotation praktizieren wir von Anfang an", betonte der HRC-Präsident. Vor dem Heimrennen auf dem Suzuka International Racing Course will Honda nach außen Einigkeit und Zuversicht ausstrahlen.
"Aston Martin, und Honda sind nicht einfach nur ein Formel-1-Konstrukteur und ein Motorenhersteller, sondern wir arbeiten eng als ein Team zusammen – nicht nur im technischen Bereich, sondern auch darüber hinaus auf einer übergeordneten Ebene", so Watanabe auf der offiziellen FIA-Pressekonferenz zum Japan GP.
Auch McLaren legte einen Fehlstart hin, aber woran liegt es bei ihnen? Ist der Mercedes-Motor das Hauptproblem oder das Chassis? Mehr dazu im Video:



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