Das neue Jahr in der Formel 1 begann für Aston Martin mit einem Debakel nach dem anderen. Abgesehen davon, dass beide Autos jedes Rennen starten konnten (in der Formel 1 2026 keine Selbstverständlichkeit) ließ sich kaum etwas Positives von dem Honda-Werksteam vermelden. Defekte gab es am laufenden Band, vor allem an der Batterie. Verantwortlich für diese waren vor allem die Vibrationen, die gleichzeitig auch so stark auf den Fahrer wirkten, dass Fernando Alonso in China aufgeben musste.
Daran, überhaupt ins Klassement zu gelangen, war bei den ersten beiden Grands Prix der Saison noch gar nicht zu denken. Wenig überraschend liefen deshalb in der ersten rennfreien Woche seit dem Saisonstart die Prüfstände bei Motorpartner Honda auf Hochtouren, um schnelle Lösungen vorweisen zu können.
Mike Krack verkündet Fortschritte: Zielankunft für Aston Martin realistisch
Vor dem Heimrennen des PU-Herstellers in Suzuka gibt sich Aston Martin nun überzeugt, dass die neuesten Updates erste Früchte tragen sollen. Das Ziel: Endlich ein Rennen offiziell zu beenden, und dieses soll nun realistisch möglich sein. "Ich denke, wir haben in China schon einen kleinen Schritt gemacht, der aber nicht ausreichend war. Hier muss es das Ziel sein, mit beiden Autos das Ziel zu erreichen", gab Chief Trackside Officer Mike Krack die Marschroute aus.
Das höchste der Gefühle waren bisher 32 Runden am Stück in Shanghai, also etwa 57 Prozent einer GP-Distanz. Beide Autos über die volle Distanz zu bekommen, das wäre schon eine überaus signifikante Steigerung. "Wir haben gemeinsam an verschiedenen Maßnahmen zur Fehlerbehebung sowohl auf der Hardware- als auch auf der Fahrerseite gearbeitet", teilte Krack mit. "Wir haben Schritte eingeführt, die wir hier testen müssen, und dann sehen wir, wie wir weiter verfahren", gab er sich vage.
Die Vibrationen sind nicht das einzige Zuverlässigkeitsproblem. In China machte die Batterie von Lance Stroll schon nach neun Runden schlapp, und das nicht aufgrund der Vibrationen, wie Honda-Vertreter Shintaro Orihara klarstellte. Dennoch gab er sich überzeugt, dass Maßnahmen, die man seitdem durchgeführt hatte, diese Baustelle glätten. "Von der Zuverlässigkeit der Batterie her sind wir zuversichtlich, dass wir das Rennen beenden können", so Orihara.
Schafft es Aston Martin bis ins Ziel? Lance Stroll pessimistisch
Eine Zuversicht, die nicht alle teilen. Lance Stroll, der seit den Testfahrten seinen Boliden stark kritisiert, und in China das Auto am Funk als "den größten Haufen Scheiße, den ich je gefahren bin", bezeichnet hatte, gab sich in der Pressekonferenz vor dem Formel-1-Wochenende in Japan pessimistisch wie eh und je. "Ich denke, wir können im Moment etwa das halbe Rennen beenden", sprach er bezogen auf die physischen Beschwerden mit den Vibrationen im Cockpit. "Aber dann kommen noch die Zuverlässigkeitsprobleme dazu", merkte er an.
Keinen Illusionen gibt sich der Kanadier hin, was die allgemeine Pace des AMR26 angeht. "Sogar wenn wir Runden beenden, sind wir drei bis dreieinhalb Sekunden hinter den Führenden. Es gibt also viel Verbesserungspotenzial, selbst wenn wir die Vibrationen und die Zuverlässigkeit hinkriegen, müssen wir Performance finden", forderte er.
Auch an dieser Front gelobt das Team, das seinem Vater gehört, Besserung – und das bereits in Japan. Krack sagte: "Chassis-seitig arbeiten wir hart, um schneller zu werden. Wir werden morgen einige [Aerodynamik]-Updates deklarieren. Es wird also einige Upgrades geben, einige davon sichtbar, andere weniger sichtbar."
Absehbar ist bereits eine neue Runde auf dem Personalkarussell bei Aston Martin. Seit dem letzten Rennwochenende zeichnet sich ab, dass sich Ex-Audi-Teamchef Jonathan Wheatley auf dem Weg zu den Briten befindet. Mehr dazu hier:



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