Als "eine Fahrt auf der Achterbahn" bezeichnete die italienische La Stampa den Saisonauftakt der Formel 1 in Australien. Tatsächlich lässt sich das Rennen aus Sicht der Ferrari-Fans nicht besser beschreiben. Als die Ampeln im Albert Park ausgingen und beide Ferraris an den Konkurrenten vorbeiflogen, schien die Welt für einen Moment Ferrari-rot getaucht.
Obwohl Charles Leclerc am Start sogar Pole-Setter George Russell hinter sich ließ, zeigt unsere Grafik, dass Lewis Hamilton sogar den besseren Start hatte:
"Dieses Jahr sind die Karten für Hamilton wesentlich besser gemischt", meint auch Christian Danner. Hamilton musste sich zwar zunächst hinter Isack Hadjar und Arvid Lindblad gedulden, rückte aufgrund des verbissenen Duells der beiden Youngsters in der ersten Runde auf P3 nach vorne. Dann kam in Runde 12 das Virtuelle-Safety-Car und Ferraris folgenschwere Entscheidung beide Fahrer auf der Strecke zu lassen, während Mercedes beide an die Box holte.
Ein Fehler wie der F1-Experte im AvD Motorsport-Magazin betont: "Der Nicht-Boxenstopp während der VSC-Phase war falsch. Wie falsch, hat man daran gesehen, dass Mercedes das große Risiko einging und beide Autos direkt hintereinander stoppte. [...] Sie wussten ganz genau, was sie wollten. Das wusste Ferrari nicht." Es ist nicht das erste Mal, dass die strategische Entscheidung der Scuderia für Kopfschütteln sorgte. Seit dem Ende der Schumacher-Ära sind konstante Leistungen ein Fremdwort, stattdessen haben sich Fehler und unkluge Entscheidungen am Kommandostand eingenistet.
Charles Leclerc landete in unserem Fahrer-Ranking auf P2 - die beste Note seit Mexiko 2025. Und wo landete Lewis Hamilton?
Ferrari-Strategie: Zwei Komponenten spielten eine Rolle
Doch wer hat in Australien die Entscheidung getroffen, Leclerc und Hamilton in Runde 25 bzw. 28 an die Box zu holen? Laut Danner sind zwei Komponenten zu berücksichtigen: "Die Simulationen sind heutzutage sehr wichtig, um vorherzusagen, was passiert, wenn ... Die Hochrechnung zeigt dann, dass man so und so viele Sekunden für den Rest des Rennens verliert oder in eine ungünstige Position gerät. Diese Simulationen werden gemeinsam mit dem zuständigen Ingenieur oder Strategie-Team durchgeführt und führen dann zu solchen Entscheidungen – oder in diesem Fall Fehlentscheidungen."
Unsere Rennanalyse verdeutlicht, dass es vor allem die deutlich bessere Pace des Mercedes-Duos war, die Ferrari strategisch unter Druck setzte. In den ersten zehn Runden nach seinem Stopp holte Russell eine Sekunde pro Runde auf Leclerc auf. "Meiner Ansicht nach hatte Mercedes das sehr genau unter Kontrolle. Der Stopp kam vielleicht ein bisschen früh, aber man hatte auch die ganze Reifenthematik, die noch immer existiert, auf dem Schirm und ist dann entsprechend sanft durchs Rennen geglitten", meint Danner.
F1-Experte: Mercedes hatte alles unter Kontrolle
Tatsächlich betrug der Abstand zwischen Russell und Leclerc 15 Sekunden und damit ausreichend, um bei einer weiteren Neutralisierung durch ein Safety-Car oder VSC gefahrlos zu stoppen und in Führung zu bleiben. "Für mich hat es so ausgesehen, als hätte Mercedes das kontrolliert. Sie wussten genau, wie sie mit den Dingen umgehen mussten. Zudem ist Russell ein Meister der Kategorie "Ich fahre nur so schnell, wie es irgendwie möglich ist", so Danner.
Nach 58 Runden blieb für Ferrari nur noch Platz drei und vier, wobei Hamilton lediglich sechs Zehntel hinter Leclerc über die Start-Ziel-Linie fuhr. "Hamilton kommt auf jeden Fall wesentlich besser mit dem Auto zurecht, als das in der Vergangenheit bzw. im Vorjahr der Fall war. Er fühlt sich wohler, er ist besser gelaunt und vor allem nicht mehr so verzweifelt wie wir es gesehen haben", erklärte Danner.
MSM-Redakteur Markus Steinrisser hat in Australien klar gesehen, wo die neue Formel 1 richtig schlimm ist. Die Folgen für Klassiker wie Spa könnten fatal sein. Mehr dazu im Kommentar



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