"Wir müssen vergessen, wie wir seit dem Kart-Fahren gelernt haben, schnell zu sein", sagte Esteban Ocon über die neue Autogeneration beim Haas-Launch am Montag. Er bestätigte damit die Annahme, dass sich die Formel 1 2026 von Grund auf ändern wird. Doch die F1-Piloten scheinen sich bei diesem Thema uneinig zu sein. Bei der Präsentation des neuen Audi-Boliden am Dienstagabend widersprach Gabriel Bortoleto seinem Fahrerkollegen.
"Ich würde das nicht so sagen", meinte der Audi-Pilot, als er beim Launch in Berlin auf Ocons Aussagen angesprochen wurde. "Das Auto hat immer noch vier Räder und ein Lenkrad. Wir müssen es noch immer so fahren wie im Kart und in der F4, F3, F2. Ja, es ist etwas anders wegen der Energie und die Power Unit ist komplexer. Klar gibt es Regeländerungen, aber es ist immer noch ein Rennauto. Ich persönliche finde nicht, dass wir alles vergessen müssen", erklärte Bortoleto pragmatisch.
Bortoleto: F1-Fahrer werden Energie "automatisch" managen
Dass sich vieles ändern wird, stritt der ehemalige Rookie nicht ab. Mit den halbelektrischen Antrieben müssen die Formel-1-Piloten 2026 besonders auf ihren Batteriestand achten. Im Zweikampf werden sie nicht mehr auf das DRS, sondern auf Overtake-Mode und Boost zurückgreifen – zwei Modi, bei denen mehr Energie rekuperiert bzw. aus der Batterie entleert werden darf. Eine strategische Einteilung der Elektro-Leistung ist also entscheidend, weshalb der generelle Konsens ist, dass die Rolle des Fahrers in diesem Regelzyklus an Bedeutung gewinnt.
Daran zweifelt Bortoleto aber: "Es ist neu für jeden, wir haben die Autos schließlich noch nicht ausprobiert. Jeder spekuliert, dass wir verrückte Sachen machen müssen. Am Anfang wird es sich anders anfühlen, aber mit der Zeit wird das alles automatisch gehen", zeigte er sich unaufgeregt.
Der Audi-Pilot vergleicht die Situation mit früheren technischen Revolutionen, beispielsweise, als sich die Einstellungsknöpfe auf den Lenkrädern etablierten. "Damals wurde sicher auch gesagt, dass der Fahrer an Wichtigkeit gewinnt, weil er jetzt all diese Dinge verstellen muss. Aber daran gewöhnst du dich. Wir werden die Energie irgendwann automatisch managen und die Autos am Limit fahren, so wie wir es schon immer getan haben", beschwichtigte Bortoleto die Sorgen vieler Fans.
Audi schon 2030 Weltmeister? Bortoleto: Hoffentlich früher!
Die Zukunft der Formel 1 war ein großes Thema beim Audi-Launch. Schließlich will der Neueinsteiger bis 2030 um die Weltmeisterschaft kämpfen, wie Audi-CEO Mattia Binotto noch einmal bestärkte. Auch Bortoleto steht hinter den Ambitionen seines Teams, er steckt die Ziele sogar noch höher: "Hoffentlich können wir das schon vor 2030 schaffen", scherzte er. Es ist kein leichtes Vorhaben, dessen ist sich die gesamte Truppe bewusst. Die Marke mit den vier Ringen baute das Formel-1-Projekt mit den Grundsteinen von Sauber komplett neu auf.
Doch Bortoleto ist überzeugt, dass die Basis stimmt: "Es gibt noch viel Arbeit, aber wir haben gute, hochmotivierte Leute. Wir gehen in die richtige Richtung. Ich möchte das Team unterstützen, auf der Strecke mein Bestes geben und zusammen mit Nico [Hülkenberg] eine Führungsrolle übernehmen." Er selbst hat sich nur eine kurze Winterpause genommen und war seit dem 6. Januar bereits fünf Tage im Simulator. Dazu kommen noch weitere Events wie der Filmtag in Barcelona, bei dem der R26 zum ersten Mal die Garage verließ.
"Wir haben ein paar Runden gedreht, um zu schauen, ob alles gut läuft", ließ Bortoleto die erste Ausfahrt ziemlich unkommentiert. Für seine zweite Formel-1-Saison hat er sich vor allem eines vorgenommen: "Ich möchte Fortschritt sehen. Ich möchte das Team über das Jahr hinweg wachsen sehen, damit wir jedes Rennen bessere Arbeit leisten als davor. Ich will wettbewerbsfähig sein und um etwas kämpfen." Dass sich 2026 sein erster Grand-Prix-Sieg ausgeht, bezweifelt er jedoch.
Alle wichtigen Infos zum Audi-Launch verrät euch Christian direkt aus Berlin! Was hat Audi zu verstecken?



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