Gabriel Bortoletos erste Formel-1-Saison ist zu Ende. In der Fahrer-Weltmeisterschaft ist er der schlechtplatzierteste der vier offiziellen Rookies, mit 19 Punkten schaffte er es nur auf Platz 19. Der letztjährige Formel-2-Champion hatte – wie jeder F1-Frischling – ein paar Schnitzer drin, muss sich das Ergebnis aber nicht nur selbst ankreiden lassen. Ein Teil davon lag am nur selten konkurrenzfähigen Sauber. Doch es gab auch einige Highlights, auf die der Rookie zurückblicken kann.

Ein Rennen kommt Bortoleto sofort in den Sinn: "Budapest muss ich erwähnen, das war bei weitem das beste Wochenende meiner Saison." Es ist keine Überraschung, dass er den Grand Prix auf dem Hungaroring als seinen Höhepunkt betitelt. Von Startposition sieben aus fuhr der Sauber-Pilot mit dem sechsten Platz sein bis dato bestes Karriere-Ergebnis ein. Im Fahrer-Ranking von Motorsport-Magazin.com wurde er dafür mit einem Notenschnitt von 1,19 zum Tagessieger gekürt.

"Es war ein großartiges Qualifying, dann ein Überholmanöver in Runde eins. Ich habe gut auf meine Reifen aufgepasst und bin Sechster geworden. Ich hatte pure Pace, das war toll und echt lustig", fasste der Rookie zusammen. Auch die Grands Prix in Spielberg, Monza und Spa-Francorchamps hob er hervor. Bei allen drei konnte er in die Punkteränge fahren. Ein weiteres Highlight, das Bortoleto nicht erwähnte, ist der direkte Vergleich mit seinem erfahrenen Teamkollegen Nico Hülkenberg. Obwohl der Deutsche in den Rennen und in der WM die Nase vorne hatte, musste er sich dem 21-Jährigen im Qualifying 12:11 geschlagen geben.

Steile Lernkurve für Bortoleto: Ich wusste praktisch nichts!

Im Rookie-Jahr geht es aber um mehr als Punkte und Positionen. Es geht vor allem ums Lernen. Denn ein Formel-1-Bolide ist ein eigenes Biest und nicht mit den Autos der Nachwuchsklassen vergleichbar. Vor allem im technischen Bereich hat Bortoleto in dieser Saison dazugelernt: "Du bekommst das ganze Jahr über so viele Informationen von deinen Ingenieuren, die musst du alles durchgehen und studieren. Das war großartig."

Wie viel er in den letzten 24 Rennen gelernt hat, wird Bortoleto klar, als er sich an die Testfahren in Abu Dhabi 2024 zurückerinnert. Dort drehte er die ersten Runden in einem Formel-1-Auto. "Ich wusste praktisch nichts. Ich hatte keine Ahnung, was ich vom Auto wollte oder brauchte. Ich habe erst vor kurzem mit meinem Ingenieur gesprochen. Er hat mich damals gefragt: 'Wie war das Auto?' Ich sagte nur: 'Frag mich das jetzt nicht.' Ich wollte kein falsches Feedback geben. Aber das Auto war nicht so, wie ich es wollte. Das ist etwas, das ich jetzt gelernt habe", erzählte Bortoleto.

Das Lernen hört für ihn im nächsten Jahr nicht auf. Neben der neuen Autogeneration wird Sauber 2026 zum Audi-Werksteam. Die Erwartungen sind hoch und der Welpenschutz für Bortoleto vorüber. Ausrutscher wie sein Brasilien-Wochenende darf er sich nicht mehr oft leisten. Unter Druck gesetzt fühlt er sich deswegen aber nicht. "Es ist noch immer erst mein zweites Jahr in der Formel 1, der Anfang meiner Karriere. Es gibt Fahrer, die bereits 15 bis 20 Jahre hier sind", sagte Bortoleto und fügte hinzu: "Mit Audi kommt mehr Verantwortung auf mich zu. Wir müssen gemeinsam ein gutes Auto entwickeln, schließlich wollen wir eines Tages um eine Weltmeisterschaft kämpfen."

Audi hat bereits das Design ihres 2026er-Autos vorgestellt. Bei der Präsentation des R26 Concepts hat Audi Statements gemacht. Warum Design, Ziele und Event Ansagen sind, erzählt euch Christian im Video::

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