Es war der Schreckmoment beim Formel-1-Sprint in Brasilien. Nachdem bereits in der Startphase des Sprintrennens drei Piloten auf der auftrocknenden Strecke abgeflogen waren, traf es in der letzten Runde auch Gabriel Bortoleto. Bei einem Überholmanöver auf der Start-/Zielgeraden verlor er die Kontrolle über seinen Sauber-Boliden und schlug mit bis zu 57 g mehrmals in die Streckenbegrenzung ein. Noch im Auto funkte er, dass es ihm gut gehe. Das bestätigten die Strecken-Ärzte.

Gabriel Bortoleto schlägt in die Wand ein
Bei Bortoletos Unfall entstanden dramatische Bilder, Foto: IMAGO / PsnewZ

"Nach vorsorglichen Untersuchungen im Medical Center können wir mitteilen, dass Gabriel Bortoleto in Ordnung und unverletzt ist. Das Team dankt den Streckenposten, der Formel 1, der FIA und der Besatzung des Medical Centers für ihre gute Betreuung. Das Team wird sich nun darauf fokussieren, die Autos für das bevorstehende Qualifying vorzubereiten", hieß es von Sauber.

Doch beim Qualifyings in Brasilien um 19:00 Uhr konnte Bortoleto nicht teilnehmen. Trotz einer fünfminütigen Verschiebung der Zeitenjagd und obwohl die Sauber-Mechaniker bis zur letzten Sekunde vom ersten Qualifying-Segment arbeiteten, waren die Schäden an seinem C45 zu groß, um sie in den drei Stunden zwischen Sprint und Qualifying zu reparieren.

Formel-1-Crash in Brasilien: So kam es zu Bortoletos Horror-Unfall

Die ganze zweite Sprint-Hälfte hing Bortoleto im Heck von Alex Albon und attackierte ihn in Kurve eins im Kampf um Platz zehn. Auf der letzten Runde wagte er einen letzten Versuch. Noch mit offenem DRS-Flügel scherte er nach links aus und ging erst spät auf die Bremse. Doch auf der noch teils feuchten Strecke verlor er auf den Medium-Reifen das Auto. Zuerst krachte er in die Boxengassenwand, flog dann über den Asphalt und kollidierte noch einmal mit der Streckenbegrenzung. Sein rauchender und ramponierter C45 kam im Auslaufbereich der ersten Kurve zu stehen.

Albon konnte gerade noch bremsen, um nicht vom über die Strecke fliegenden Bortoleto abgeschossen zu werden. Dabei verfing sich ein abgerissenes Teil von Bortoletos Frontflügel unter dem Williams von Albon, der daraufhin immer weiter im Feld zurückfiel. Durch die Trümmerteile auf der Strecke erlitt er einen Reifenschaden und kam gar nicht mehr über die Ziellinie, sondern bog direkt in die Boxengasse ab. "Ich hoffe, es geht ihm gut. Das war ein heftiger Crash", sagte Albon nach dem Sprint.

Auch Isack Hadjar, der das Rennen direkt hinter dem Brasilianer verbrachte, musste abbremsen und durch den Trümmerregen navigieren. "Das war schlimm, geht es ihm gut?", erkundigte er sich nach dem Crash über das Wohlbefinden seines Rookie-Kollegen. Auch Nico Hülkenberg, der nur wenige Momente nach dem Vorfall an der Unfallstelle vorbeifuhr, war am Funk besorgt über seinen Teamkollegen: "Scheiße, das war ein großer Unfall." Zur Freude Hülkenbergs und seiner Familie, die bei Bortoletos Heim-Grand-Prix anwesend ist, kam der Rookie ohne Verletzungen davon.