Bei Lewis Hamilton lief bei der Formel 1 in Budapest gar nichts zusammen und der größte Kritiker des Briten war nach dem schwachen Qualifying am Samstag er selbst. Da war der Nuller im Rennen schon absehbar. Er riet Ferrari sogar - wohl nicht ganz ernst gemeint - dazu, den Fahrer auszuwechseln und bezeichnete sich selbst als nutzlos. Im Fahrer-Ranking von Motorsport-Magazin.com muss er noch einmal richtig einstecken, ehe er sich in die Sommerpause verabschiedet. Immerhin: Die Schmach der roten Laterne bleibt ihm verwehrt.

Bester Formel-1-Fahrer in Ungarn: Gabriel Bortoleto feiert Debütsieg

Der Kampf um den Rennsieg wurde zwischen den beiden McLaren-Fahrern ausgetragen, im Kampf um den Ranking-Sieg spielten sie jedoch keine Rolle. Dort wurde ihnen die Qualifying-Niederlage im schnellsten Auto des Wochenendes gegen Charles Leclerc zum Verhängnis. Der Monegasse war es auch diesmal, der Lando Norris und Oscar Piastri knapp ausstechen konnte. Aber er stolperte über sein wüstes Verteidigungs-Manöver gegen George Russell.

So machten Russell und zwei Mittelfeld-Piloten den Spitzenplatz unter sich aus. Der Sieg ging an den Sauber-Rookie Gabriel Bortoleto, der niemand geringeren als seinen Manager Fernando Alonso in den Schatten stellen konnte. Eine späte Revanche für den Grand Prix. In diesem hatte Alonso mit P5 noch seinen Schützling hinter sich lassen können. Die Redaktion attestierte beiden ein perfektes Wochenende, aber die Gunst der Leser schlug letztendlich eindeutig mit 1,37 zu 1,57 in Richtung des Brasilianers aus.

Russell scheint sich auf dem dritten Podestplatz wohlzufühlen, denn nachdem er das Rennen schon auf P3 beendet hatte, gelingt ihm das auch im Ranking. Er kassierte ebenfalls nur Bestnoten aus der Redaktion, die Leser reihten ihn aber mit 1,69 hinter Bortoleto und Alonso ein. Den besseren Redaktionsnoten hat es hingegen Liam Lawson zu verdanken, dass er sich den vierten Platz sicherte. In den Augen der Leser performten Norris, Piastri, Leclerc und sogar Lance Stroll besser.

P.FahrerNote
1Bortoleto1,191. Ranking-Sieg seiner Karriere
2Alonso1,29Beste Note 2025
3Russell1,35Seit Miami immer bester Mercedes-Fahrer

Schlechtester Formel-1-Fahrer in Ungarn: Nur Tsunoda schlechter als Hamilton

Die Lesernoten gaben auch am unteren Ende des Rankings den Ausschlag. Aus der Redaktion ernteten gleich fünf Fahrer eine glatte Vier. Dabei handelte es sich um Pierre Gasly, Lewis Hamilton, Nico Hülkenberg, Esteban Ocon und Yuki Tsunoda. Die Leser entschieden und sie ließen bei Tsunoda die allgemein schwache Red-Bull-Performance nicht als Ausrede dafür gelten, dass er schon wieder in Q1 scheiterte und im Rennen keine Schritte nach vorne machte.

Rätsel um Ferrari-Defekt! Russell: Angst vor Disqualifikation? (09:52 Min.)

Mit einer Gesamtnote von 4,34 belegt er mal wieder den letzten Platz im Ranking und rutschte erneut unter die 4er-Marke, die er vor einer Woche in Belgien erstmals seit dem Miami-GP in Mai übertroffen hatte. Obwohl ihm der letzte Platz erspart blieb, legte Hamilton mit einer Gesamt-Benotung von 4,15 das schlechteste Rennwochenende dieser Saison hin. Pierre Gasly wurde sein enttäuschender Auftritt mit einer Qualifying-Niederlage gegen Franco Colapinto und inklusive eines klaren Fouls gegen Carlos Sainz ebenfalls zum Verhängnis.

Die Strafe gegen Nico Hülkenberg für seine minimale Bewegung am Start wog in den Augen der Leser nicht ganz so schwer. Er kam auf P16 mit einem blauen Auge davon und konnte immerhin noch Esteban Ocon hinter sich lassen.

P.FahrerNote
18Gasly4,093. Ranking-Niederlage gegen Colapinto
19Hamilton4,15Schlechtester GP der Saison
20Tsunoda4,347 der letzten 8 GPs über 4

Härtefälle in Ungarn: So denken die Formel-1-Redakteure

Christian Menaths positiver Härtefall: George Russell
Kaum funktioniert das Auto wieder, ist George Russell da. Das waren zwei tolle Vorstellungen in Qualifying und Rennen. Im Grand Prix schien es für ihn lange Zeit um nichts mehr zu gehen, trotzdem ließ er nicht locker und wurde dafür mit dem Podium belohnt. Warum bei mir beide McLaren-Piloten 'nur' eine 2 bekommen? Weil sie im besten Auto sitzen, auch im windigen Qualifying. Hier haben sie nicht das Maximum herausgeholt.

Christian Menaths negativer Härtefall: Pierre Gasly
Die Qualifying-Niederlage gegen Teamkollege Franco Colapinto hätte nicht sein müssen, die Kollision im Rennen mit Carlos Sainz genauso wenig. Völlig zurecht gab es dafür eine Strafe. Nicht nur der Alpine war von der Rolle, auch Gasly. Dabei hatte er harte Konkurrenz um den Titel: Kimi Antonelli, Lewis Hamilton, Nico Hülkenberg, Esteban Ocon und Oliver Bearman (3 kaputte Unterböden an diesem Wochenende!) hätten den Titel ebenso verdient.

Florian Niedermairs positiver Härtefall: Gabriel Bortoleto
Eigentlich fühlt es sich falsch an, dass Fernando Alonso hier nicht einmal zum positiven Härtefall ernannt wurde. Schande über meine Kollegen und mich. Nach der Vorgeschichte, nach diesen letzten Monaten bei Aston Martin… Aber es wäre erst recht einer Sünde gleichgekommen, wenn Gabriel Bortoleto unerwähnt geblieben wäre. Im Qualifying ist er schon seit Wochen die klare Nummer 1 bei Sauber, jetzt hat er endlich auch mal im Rennen mit einer makellosen Fahrt seinen verdienten Lohn eingefahren. Wenn er das regelmäßiger macht, bekommt Isack Hadjar noch mächtig Konkurrenz für den Rookie-des-Jahres-Titel.

Florian Niedermairs negativer Härtefall: Esteban Ocon
Ach, Esteban Ocon war in Ungarn am Start. Wäre mir gar nicht aufgefallen, so weit fernab jeglicher Punke war er unterwegs. Und vor allem so weit fernab seines Teamkollegen Oliver Bearman, der wenigstens im Qualifying gut aussehen konnte. Ocon ließ zwar seine Unterböden heil, aber das war es dann schon mit den positiven Randnotizen. Ein enttäuschendes Wochenende des Haas-Piloten!

Markus Steinrissers positiver Härtefall: Lando Norris
Das war nicht das spektakulärste Wochenende des McLaren-Duos, aber auch wenn es nicht perfekt war, so muss man Lando Norris in Ungarn eines zugestehen: Als es drauf ankam, blieb er cool. Keine ungeschickten Fehler unter höchstem Druck, im Gegenteil, ein souveräner Schluss-Stint, in dem er sich den Reifen perfekt einteilte und Oscar Piastri bis zur Linie in Schach hielt. In Sachen WM-Moral waren das wichtige 39 Runden in die Sommerpause hinein.

Markus Steinrissers negativer Härtefall: Lewis Hamilton
Das waren jetzt eine Reihe an dürftigen Qualifying-Vorstellungen von Lewis Hamilton. Am Samstagnachmittag hat er sich selbst dafür schon hinlänglich niedergemacht. "Wahrscheinlich den Fahrer wechseln", seine eigene Einschätzung dazu, wäre sicher nicht meine Antwort. Trotzdem, die Quali-Lage ist ziemlich zäh, und so recht weiß ich nicht, wie es hier weitergehen soll.

Alle Noten der F1-Redakteure zur Formel 1 in Ungarn

P.FahrerMenathNiedermairSteinrisser
1Norris222
2Piastri222
3Russell111
4Leclerc122
5Alonso111
6Bortoleto111
7Stroll222
8Lawson112
9Verstappen222
10Antonelli443
11Hadjar223
12Hamilton444
13Hülkenberg444
14Sainz232
15Albon344
16Ocon444
17Tsunoda444
18Colapinto333
19Gasly444
20Bearman443
Rennen223

Wie gut war das Formel-1-Rennen in Ungarn?

Der Strategie-Krimi in Budapest wusste zu überzeugen, auch wenn die ganz großen Momente dann doch ausblieben und der versprochene Dreikampf von Charles Leclerc mit den beiden McLaren-Fahrern dann doch ausblieb. Gut möglich, dass der ein oder andere Ferrari-Fan dafür verantwortlich ist, dass den Lesern das Rennen ein bisschen schlechter gefallen hat als der Redaktion. Mit einer Gesamtnote von 2,36 reiht es sich im Mittelfeld aller bisher gefahrenen Rennen der Formel-1-Saison 2025 ein.

  • Lesernote Rennen: 2,60
  • MSM-Note Rennen: 2,33
  • Gesamtnote Rennen: 2,46

Bester F1-Fahrer 2025: Die Jahreswertung im MSM-Ranking

Nichts Neues an der Ranking-Spitze. Hinten rückt Yuki Tsunoda nur immer weiter vom Feld ab, und liegt knapp vor Liam Lawson. Der hat sich mit seinem starken Österreich-Auftritt vom letzten Platz nach Noten gelöst, und hat auch ordentlich gepunktet. Hier legt er nicht nur vor Tsunoda, auch etwa vor Lewis Hamilton.

So funktioniert das MSM-Fahrerranking

Langjährige MSM-Leser kennen das Ranking bereits, das inzwischen bewährte System der Vorjahre geht 2025 bereits in sein siebtes Jahr. Direkt nach dem Zieleinlauf jedes Grand Prix rufen wir euch in unserem Formel-1-Liveticker zum Rennen und hier im Artikel zur Benotung aller 20 Piloten auf. Bis zum nächsten Mittag (bei abendlichen Übersee-Rennen auch länger) könnt ihr bewerten, was das Zeug hält.

Aus dem Mittelwert eurer Noten ergibt sich für jeden Fahrer eine Lesernote. Parallel zu euch benoten auch wir, die MSM-F1-Crew rund um Christian Menath, Florian Niedermair und Markus Steinrisser, ebenfalls die Leistungen aller Fahrer an dem betreffenden Wochenende. Auch aus unseren Urteilen bilden wir einen Mittelwert - die MSM-Note. Die Gesamtnote entsteht im letzten Schritt durch den Mittelwert aus User- und MSM-Note zu gleichen Teilen. Bei Gleichstand im finalen Ranking entscheidet die beste Einzelnote.

Als kleines Extra liefert jeder Redakteur seine persönlichen Härtefälle des Wochenendes, indem er wählt und erklärt, welcher Fahrer ihm besonders aufgefallen ist. Einmal im positiven und einmal im negativen Sinn. Online geht das Gesamtergebnis immer um 18:00 Uhr am Tag nach dem Rennen.