Frustriert und zutiefst niedergeschlagen schlich Lewis Hamilton nach dem zwölften Platz auf dem Hungaroring durch das Fahrerlager. Zuvor hatte er sich bei seinen Medienrunden wie tags zuvor selbst anzählt. Die enttäuschende erste Saisonhälfte mit nur einem Sieg im Sprint hat am Selbstbewusstsein des Rekordweltmeisters sichtbar genagt. "Ich bin nutzlos", meinte Hamilton.
Während Teamkollege Charles Leclerc in Ungarn die erste Pole Position für Ferrari 2025 holte und in den 14 Grand Prix fünfmal auf dem Podium stand, hat Hamilton in seinen 19 Formel 1-Saisons noch nie so schlecht im Vergleich zu seinem Teamkollegen ausgesehen. Der siebenmalige Weltmeister und alleinige Rekordhalter für Siege und Pole-Positions liegt im Qualifying-Duell mit Charles Leclerc 5:9 hinten, in den Rennen sieht es mit 3:11 noch schlimmer für ihn aus.
Vasseur über Hamilton-Krise: Völlig normal
In Ungarn entschuldigte sich Hamilton bei seinem Team und rief dazu auf, einen anderen Fahrer zu holen, was die Gerüchte über ein vorzeitiges Karriereende des 40-Jährigen befeuerten. Ferrari-Teamchef Fred Vasseur versteht den Frust, der sich bei Hamilton angestaut hat, will diesen aber nicht überbewerten. "Ich kann die Frustration verstehen. Direkt nach einem Qualifying oder einem Rennen, ist man manchmal sehr enttäuscht. Dann ist die erste Reaktion hart, aber wir alle wissen, dass wir das gleiche Ziel verfolgen", stellte Vasseur klar.
Ob er damit auf Hamiltons kryptische Aussagen "im Hintergrund laufen viele Dinge ab, die gar nicht gut sind" anspielte? Vasseur ist lang genug im Geschäft, um zu wissen, dass es völlig normal ist, wenn ein Sportler – unabhängig der Sportart – unüberlegtes von sich gibt. "Wenn man das Mikrofon einem Fußballer oder einem anderen Sportler vorhält, wäre das wohl auch nicht viel besser. Sie tätigen manchmal [unüberlegte] Kommentare. Das ist völlig normal", erklärte Vasseur. Genauso normal sei es, dass ein siebenfacher Formel-1-Weltmeister nicht zufrieden ist, wenn er wie in Ungarn außerhalb der Top-10 landet.
Hamilton bekommt Rückendeckung
"Lewis ist frustriert, aber nicht demotiviert", betonte Vasseur und fügte hinzu: "Er wird wieder zurückkommen." Dieser Meinung ist auch Formel-1-CEO Stefano Domenicali. "Lewis ist ein Juwel. Ich bin mir sicher, dass er reagieren und zeigen wird, warum er in der Formel 1 ist", so der frühere Ferrari-Teamchef gegenüber Sky. Davon ist auch Toto Wolff überzeugt. Er weiß aus den gemeinsamen Jahren bei Mercedes, wie hart Hamilton mit sich ins Gericht geht, wenn es nicht wie gewünscht läuft.
"Das hatten wir schon in der Vergangenheit. Wenn er das Gefühl hatte, dass er seine eigenen Erwartungen nicht erfüllt hat und das Team sein eigenes Ziel hatte, war er schon als kleiner Junge und junger Erwachsener so emotional und transparent", verriet der Mercedes-Teamchef. Unter seiner Führung gewann Hamilton sechs Fahrertitel. Darüber hinaus hält Hamilton unter anderem die Rekorde für die meisten Siege, Podestplätze, Pole Positions, gesammelte Weltmeisterschaftspunkte sowie Führungsrunden und -kilometer. "Er ist der GOAT. Und er wird immer der GOAT sein, und niemand wird ihm das nehmen können", sagte Wolff.



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