Die erste Saisonhälfte von Lewis Hamilton und Ferrari wirkte nicht wie eine Traumhochzeit. Auch das Wochenende in Belgien verlief nicht reibungslos. Im Sprint-Qualifying drehte sich der siebenfache Weltmeister, im richtigen Qualifying kürzte er in Eau Rouge knapp ab.

Dabei kritisierte er das Team am Medien-Donnerstag noch öffentlich und betonte, dass er dem Team Dokumente zur strukturellen Verbesserung und Verbesserung des Autos überreicht habe. Doch Formel-1-Experte Christian Danner glaubt: Das wird nicht funktionieren.

Christian Danner: Hamilton kommt nicht richtig mit dem Auto klar

Bezogen auf die Performance in Spa sieht Christian Danner vor allem Hamiltons schwieriges Verhältnis mit dem Sf-25 im Vordergrund. "Ich glaube, die Situation, in der Hamilton sich befindet, ist schon eine schwierige. Er kommt mit dem Auto nicht richtig klar. Nach wie vor hat er das nicht ganz verstanden, was er machen muss. Ich glaube, so kann man es am besten erklären", findet Danner im AvD Motorsport-Magazin.

Doch nicht nur das, denn besonders in Spa war Hamilton selbst auch nicht fehlerfrei. "Dazu kommt, dass er natürlich auch einen klassischen Fahrfehler gemacht hat. Wenn man in Eau Rouge am Ausgang innen abkürzen möchte, dann darf man das nur machen, wenn ein Rad oder eine Fahrzeugseite noch auf der Strecke bleibt oder zumindest zum Teil", sagt der Formel-1-Experte.

Was ihm von Hamilton selbst fehlt? Ein Schuldeingeständnis, besonders für den Fehler im richtigen Qualifying am Samstag. "Es wäre sinnvoll gewesen, wenn Hamilton gesagt hätte, Mensch, ich habe es einfach übertrieben. Ich wollte unbedingt noch etwas rausholen und bin dann von der Strecke gekommen. Das war knapp, aber es war mein Fehler. Dazu konnte er sich nicht ganz durchringen, natürlich weil der Frust so groß war", so Christian Danner.

Danner: Hamilton kann italienisches Team nicht umbauen

Egal ob Kimi Raikkönen, Sebastian Vettel oder Fernando Alonso. Vor Lewis Hamilton versuchten schon viele mehrfache Weltmeister sich bei Ferrari noch einmal die WM-Krone aufzusetzen, allerdings nie mit Erfolg. Hamilton betonte am Donnerstag in Spa jedoch, dass er das bei sich nicht passieren lasse. Daher habe er Ferrari mehrere Dokumente zukommen lassen, in denen beispielsweise strukturelle Veränderungen vorgeschlagen werden.

Christian Danner glaubt jedoch nicht, dass das Funktionieren wird. "Das zeigt mir schon, dass er nach wie vor total motiviert ist. Wird er etwas bewirken mit seiner Initiative, den Italienern mal zu erklären, wie man in England Rennautos einsetzt? Also da muss ich sagen: Ich bin auch für Alfa Romeo gefahren. Also ich weiß auch, wie das in Italien geht. Vergiss es, das geht nicht! Du kannst einem italienischen Team nicht englische Strukturen aufdrücken", sagt Danner.

In der langen Historie der Formel 1 fällt Danner nur eine Periode ein, in der das funktionierte. Die von Michael Schumacher bei Ferrari. "Der Einzige, der das so ein bisschen hinbekommen hat, war Jean Todt, vor allem auch mit Ross Brawn. Das hat funktioniert, da war sehr viel englischer Einfluss in Maranello, das konnte Sean Todd gut vermischen. Ich glaube aber, die Zeiten sind vorbei, weil man nicht einfach mit ein bisschen Personalrohschaden eine Grundstruktur verändert", sagt Danner.