Nico Hülkenberg fühlt sich in der Formel 1 vor der Saison 2026 pudelwohl. Der Deutsche, dessen Karriere 2019 schon zu Ende zu sein drohte, krönte das vergangene Jahr mit dem lange ersehnten ersten Podium seiner F1-Karriere. Ab diesem Jahr ist er offiziell Werksfahrer beim Debüt von Audi in der Königsklasse und damit Starthelfer eines prestigeträchtigen Projekts.

Doch wenn es nach Hülkenberg geht, soll es nicht nur bei der Starthilfe bleiben. Denn der 38-Jährige kann sich gut vorstellen, auch noch längerfristig für die deutsche Automarke an den Start zu gehen. Wenn es nach der Teamführung geht, soll Audi 2030 um die Weltmeisterschaft mitkämpfen. Hülkenberg will nicht ausschließen, dass er dann noch mit von der Partie ist: "Ich würde nicht sagen, dass es unmöglich ist", schloss er im Rahmen der F1-Präsentation in Berlin nichts aus.

Der Emmericher erklärte: "Ich habe keinen großen Plan, dass ich irgendwann aufhöre. Solange ich glücklich dabei bin, solange die Stoppuhr gut aussieht und solange mein Arbeitgeber glücklich mit mir ist, werde ich weiterfahren."

Dass es auch mit über 40 Jahren noch möglich ist, in der Formel 1 konkurrenzfähig zu sein, beweisen Lewis Hamilton und Fernando Alonso. Der Spanier ist mittlerweile 44 Jahre alt, Hülkenberg würde 2030 seinen 43. Geburtstag feiern. Doch über 2030 mache er sich im Moment noch keine Gedanken.

Die Priorität liegt derzeit darauf, Audi zu einem guten Start in die Königsklasse zu verhelfen, und gleichzeitig persönlich Leistung zu zeigen: "Meine Ambition ist es, zum Erfolg des Projektes beizutragen, mich als wertvoll zu erweisen und gleichzeitig einfach meine persönliche Karriere so erfolgreich wie möglich zu gestalten."

Rätsel um 2026er Formel-1-Auto - was verbirgt Audi? (07:36 Min.)

Nico Hülkenberg zelebriert 'zweite' Formel-1-Karriere: Erwartungen übertroffen

Dass Hülkenberg überhaupt noch in der Formel 1 fährt, ist alles andere als selbstverständlich. Denn nach 2019 schien seine Karriere zwischenzeitlich schon so gut wie vorbei zu sein, als er sein Renault-Cockpit räumen musste. Ein Comeback in diesem Alter ist in der Formel 1 eher selten. Doch nach einer Reihe überzeugender Ersatzauftritte bei Aston Martin fuhr sich der Routinier wieder ins Rampenlicht und kam 2023 zu einem Cockpit bei Haas .

Beim US-Team stach er Teamkollege Kevin Magnussen deutlich aus und überzeugte so sehr, dass Teamchef Ayao Komatsu noch 2025 von ihm schwärmte. Zu diesem Zeitpunkt war der inzwischen 250-fache Grand-Prix-Starter schon dem Ruf von Audi zu Sauber gefolgt, wo er in Silverstone das eingangs erwähnte erste Karrierepodium bejubeln konnte.

Mit diesem Verlauf hatte er nicht gerechnet, als er 2023 seine 'zweite Karriere' in der Formel 1 begonnen hatte. "Ich denke, ich habe meine Erwartungen seitdem übertroffen und ich habe einige Dinge erreicht", beurteilte Hülkenberg sich beim Audi-Launch selbst und strahlte Zuversicht aus: "Und das soll so weitergehen!"

Nico Hülkenberg war bereits bei Renault einmal Teil eines Werkteams. Was bei einem Werksteam anders ist als bei einem Kunden-Rennstall erklärte er uns im Vorjahr in einem Exklusiv-Interview. Das könnt ihr hier nachlesen:

Audi in der Formel 1 - Hülkenberg: Wird viele Hürden geben

Dass er mit Audi nicht umgehend in dieser Saison große Erfolge bejubeln können wird, darüber macht sich Hülkenberg keine Illusionen: "Wir sind ein junges Team, vor allem auf der Motorenseite. Es ist das erste Mal, dass wir unseren eigenen Motor oder unser eigenes Getriebe bauen. Da gehen viele Herausforderungen mit einher. Es wird viele Hürden geben, die wir meistern müssen."

An diesem Punkt sieht er sich und Teamkollege Gabriel Bortoleto auch selbst in der Verantwortung: "Das ist Teil der Arbeit eines Fahrers. Hervorzuheben, wo diese Problemzonen liegen, versuchen Abkürzungen und Lösungen zu diesen Sachen zu finden und Vorschläge zu liefern. Ich werde versuchen, so wertvoll zu sein, wie ich kann."