Audi hat am Dienstagabend in Berlin sein erstes Formel-1-Auto vorgestellt. Oder besser gesagt: Audi hat die Lackierung vorgestellt, denn zu sehen gab es nur ein Showcar. Nichtsdestotrotz stellte die Marke aus Ingolstadt dabei ihre hohen Ansprüche in der Königsklasse gleich klar: Audi ist nicht dabei, nur um mitzufahren, sondern langfristig auch um Siege und Titel zu feiern.

Dass es im ersten Jahr als Werksteam und überhaupt als Motorlieferant gleich klappen soll, damit rechnet selbstverständlich niemand. Vor allem nicht innerhalb des Teams. Audis F1-Boss Mattia Binotto gibt seit Monaten die Zielsetzung aus, dass man 2030 in der Verfassung sein soll, um die Krone mitzufahren. Teamchef Jonathan Wheatley sprach während der Launch-Veranstaltung allerdings von einem noch viel höheren Ziel.

Jonathan Wheatley steckt für Audi hohe Ziele

"Wir sind nicht hier, um herumzuspielen. Wir haben eine Reise vor uns, eine ehrgeizige Reise", begann er und fügte hinzu: "Wir sind bescheiden und wir wissen, wo wir stehen. Wir wissen auch, wo wir hinwollen, und wir wollen dieses Team darauf vorbereiten." Doch sehr bescheiden klingt das Ziel, das er anschließend nennt, nicht unbedingt. "Wir wollen, dass Audi das erfolgreichste Team der Formel-1-Geschichte wird", so Wheatley.

Der ehemalige Red-Bull-Renndirektor, der im Vorjahr den Teamchef-Posten bei Audis Vorgängerteam Sauber übernahm, führte anschließend aus: "Wir haben messbare Meilensteine auf dieser Reise gesetzt und wir freuen uns darüber, sie zu beginnen und wir beginnen sie heute." Bekannt ist als messbarer Meilenstein bisher die Ansage, 2030 in den Titelkampf gelangen zu wollen. Nicht unbedingt schon den Titel zu gewinnen, wie Binotto beim Launch betonte. Weitere Messpunkte hat das Team noch nicht kommuniziert.

Die Zielsetzung für die Debütsaison der VW-Marke in der Formel 1 ist jedenfalls nicht messbar. Zumindest nicht mit den herkömmlichen Statistiken in Form von Siegen, Podien oder Punkten. "Wir entschieden uns, dass es 2026 das Wichtigste ist, ein ernstzunehmender Teilnehmer zu werden", erklärte Mattia Binotto, und fügte hinzu: "Wir wären sehr glücklich, wenn die anderen Teams uns am Ende der Saison als einen starken Konkurrenten für die Zukunft sehen und als ein Team, das ernsthaft später um Siege mitkämpfen kann."

Von diesem Ausgangspunkt bis an die Spitze der Formel 1 ist es selbstverständlich noch ein langer Weg. Und sogar dann ist die Ambition, das 'erfolgreichste Team aller Zeiten' zu werden, ein gutes Stück entfernt. Ferrari sammelte als bisher erfolgreichste Mannschaft in der 76-jährigen Formel-1-Geschichte insgesamt 31 WM-Titel. 15 in der Fahrer- und 16 in der Team-WM. Dabei holte die Scuderia 248 Siege, 254 Pole Positions und 265 schnellste Runden, sowie 836 Podien.

Was es neben dieser mutigen Ansage von der Audi-Präsentation zu berichten gab, erfahrt ihr in unserem Video aus Berlin.

Rätsel um 2026er Formel-1-Auto - was verbirgt Audi? (07:36 Min.)