Am 9. Januar 2026 drehte der erste Formel-1-Audi seine Premierenrunden. Nur kurze Videoaufnahmen aus einer größeren Entfernung und in schlechter Auflösung dokumentierten diesen historischen Moment auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya. Technisch wollte die VW-Marke natürlich noch so wenig wie möglich über ihren Boliden preisgeben. Das galt auch bei der offiziellen Präsentation, die das Team am Dienstag abhielt. Bei dieser wurde schon im Vorfeld klargestellt, dass nur ein Showcar mit der aktuellen Lackierung vorgestellt wird.
Trotzdem war die Begeisterung für das Projekt bei dem Launch groß. Denn mit Audi betritt nicht nur eine deutsche Marke die Königsklasse, sondern auch eine, die im Motorsport einen großen Namen vorweist. Und noch dazu opferte man sämtliche anderen Rennsport-Projekte für die Formel 1. Das fördert die Erwartungshaltung. Wenig überraschend also, dass Mattia Binotto bei der Präsentation zum wiederholten Male die Erwartungsbremse betätigte, zumindest bezogen auf die nähere Zukunft.
Formel 1 2026: Audi zu Beginn im Rückstand - aber dann? Binotto optimistisch
Der Italiener betonte, dass man erwarten müsse, gegen die anderen Motorhersteller zum Einstieg in der Formel-1-Saison 2026 noch klar im Hintertreffen zu sein: "Sie haben am meisten Erfahrung. Sie haben eine eingespielte Organisation. Und wenn ein Team oder ein Hersteller in der Vergangenheit großartig war, dann wird er in Zukunft großartig bleiben, daran besteht kein Zweifel."
Ferrari und Mercedes sind bereits seit Anbeginn der Hybrid-Ära in der Formel 1, genau genommen sogar noch darüber hinaus. Honda auf der anderen Seite war seit dem Einstieg 2015 auch nie wirklich weg, musste aber mit dem zunächst beschlossenen Ausstieg und dem anschließenden Wiedereinstieg von Sakura in die Königsklasse personell große Umbauten vornehmen. Red Bull Powertrains, ist genauso wie Audi ein Neueinsteiger, allerdings einer der schon etwas früher mit der Motorentwicklung beginnen konnte als die Truppe aus Neuburg, die 2022 ihren Einstieg offiziell verkündet hatte.
Binottos kurzfristige Erwartungshaltung ist deshalb klar: "Ich erwarte nicht, dass unser Powertrain von Anfang an der beste ist, das wäre unmöglich und es wäre unrealistisch. Der ehemalige Ferrari-Motorenchef ist dennoch davon überzeugt, dass Audi alle Möglichkeiten besitzt, in den kommenden Jahren diese Lücke nicht nur zu überbrücken, sondern die Konkurrenz sogar zu überholen: "Auf der anderen Seite denke ich, dass wir alle Mittel haben, um eines Tages erfolgreich zu werden und die neue Benchmark für die Power Units zu werden."
Audi bis 2030 an der Formel-1-Spitze? Binotto liefert Klarstellung
Dabei steht schon seit Monaten eine Jahreszahl im Raum: 2030. Zu diesem Zeitpunkt will Audi in der Formel 1 "um die Weltmeisterschaft mitkämpfen", wie Binotto bereits mehrmals betonte. Eine Zielsetzung, die er beim Formel-1-Launch in Berlin wiederholte, dabei aber eine Klarstellung folgen ließ: "Darum kämpfen zu wollen, bedeutet, dass man das Team so entwickelt hat, dass man in Bezug auf Infrastruktur, Werkzeuge, Methoden und der Organisation stark genug ist, um sich darum messen zu können." Als Erfolgsversprechen will er deshalb diese Zielsetzung nicht verstanden wissen.
Vor allem da in Hinwil noch viel Arbeit vor ihm und seiner Mannschaft steht, um das ehemalige Sauberteam zu einer Spitzenmannschaft umzuwandeln. In Neuburg, wo die Power Unit entsteht, befindet sich die Infrastruktur auf dem modernsten Stand, ist Binotto sicher: "Dort haben wir alles, was wir brauchen, um auf dieses Level zu kommen." Nur in Hinwil eben noch nicht. Ein erstes Problem dort ist bereits der mangelnde Platz für ein Formel-1-Team, das sich personell laufend im Wachstum befindet und auch neue Anlagen einrichten muss.
Vor wenigen Monaten stand Mattia Binotto uns im Exklusiv-Interview Rede und Antwort. Wie kam er zu Audi? Und: Wie lange dauert es, Hinwil auf einen guten Stand zu bekommen? Das hatte der F1-Boss von Audi zu sagen:



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