Beim Großen Preis von Abu Dhabi drehte sich alles um die Frage: Wer wird Formel-1-Weltmeister? Doch nicht nur für die drei Titelkandidaten war jeder Punkt und jede Position von Bedeutung, auch die Fahrer und Teams weiter hinten im Feld kämpften bis zur Zieleinfahrt. Obwohl Fernando Alonso und Lance Stroll Punkte einfuhren, während Isack Hadjar und Liam Lawson leer ausgingen, musste sich Aston Martin den Racing Bulls geschlagen geben und beendete die Saison in der Konstrukteurs-WM nur auf Platz sieben.

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Dabei befand sich das Team aus Silverstone in der besseren Ausgangslage. Alonso ging von Startplatz sechs ins Saisonfinale, für Hadjar auf Platz neun und Lawson auf Platz 13 wartete eine kleinere Punkteausbeute. Stroll lag abgeschlagen auf Platz 15 und musste auf eine alternative Strategie setzen. Er blieb 43 Runden auf dem harten Reifen auf der Strecke und schaffte damit einen massiven Overcut gegen einen Großteil des Mittelfeldes.

Mit einem neuen Medium-Reifen machte Stroll in den letzten Runden Plätze gut und arbeitete sich bis auf Platz neun vor. Damit lag er bei der Zieleinfahrt nicht weit hinter seinem Teamkollegen. Alonso hatte in der ersten Runde George Russell überholt, konnte die gewonnene Position aber nicht halten. Ein langsamer Reifenwechsel in Runde 16 warf ihn in den Verkehr zurück. Einige Überholmanöver sowie Boxenstopps der Konkurrenz spülten ihn auf Platz sechs nach vorne.

Lance Stroll freut sich über P9, ist aber nur Zehnter

Nach seinem siebten Platz in Katar ist ein weiteres Punkteergebnis in Abu Dhabi ein vernünftiger Abschluss für Alonso, dessen Saison einige Tiefpunkte hatte. "Manchmal waren wir am Samstag schnell und am Sonntag haben wir jede Konkurrenzfähigkeit verloren. Aber das war ein sehr starkes Rennen für uns. Es ist ein gutes Finale für die Saison", sagte der Aston-Martin-Pilot. Der sechste Platz brachte ihn noch unter die Top-10 in der Fahrer-WM.

Auch Stroll war nach seinem Rennen überaus zufrieden: "Es hat Spaß gemacht. Gute Überholmanöver, gute Strategie. Vielleicht hätten wir eine oder zwei Runden früher stoppen können, dann wären wir noch auf P8 gekommen. Aber schlussendlich waren wir Neunter und das ist gut." Zu diesem Zeitpunkt wusste er noch nicht, wie turbulent es in den Top-10 noch zugehen würde. Nach der Zieleinfahrt bekam Stroll eine 5-Sekunden-Strafe für das mehrmalige Wechseln der Spur im Duell mit Carlos Sainz. Die Zeitstrafe warf ihn zunächst auf P11 zurück, doch auch Oliver Bearman bekam für das gleiche Vergehen eine Strafe aufgebrummt. Damit war Stroll Zehnter und holte einen WM-Punkt. Details zum Strafen-Wirrwarr gibt es hier:

Performance-Aufschwung in F1-Saison dank Neweys Zauberhänden?

Lawson und Hadjar landeten beide außerhalb der Top-10, doch das Punktedefizit von Aston Martin auf die Racing Bulls war zu groß. Mit drei Punkten Rückstand reiht sich das Team von Lawrence Stroll auf Platz sieben in der Konstrukteurs-Wertung ein. Es mag als triviale Niederlage erscheinen, doch mit jeder WM-Position sind mehrere Millionen US-Dollar Preisgeld verbunden. Schätzungsweise liegt der Unterschied zwischen Platz 6 und Platz 7 bei einer Summe von zehn Millionen US-Dollar.

Stroll und Alonso richten ihre Blicke bereits in die Zukunft. Ab 2026 sitzen sie nicht nur in einem Auto von Adrian Newey, sondern das Designgenie übernimmt auch noch die Rolle des Teamchefs. Das kann nur Erfolg bedeuten, ist Alonso überzeugt. "Adrian war in Katar und hat das Auto berührt. Er war zwar nicht in Abu Dhabi, aber vielleicht war noch immer etwas da", schrieb er die zuletzt starke Perfomance Neweys magischen Händen zu. Sein größter Wunsch an den Stardesigner für 2026? "Das Auto war nicht konstant, die Leistung ging auf und ab. Es fehlte auch ein bisschen Performance. Das wollen wir im nächsten Jahr beheben."

Ein paar extra Millionen US-Dollar hätten Aston Martin nach dem Abu Dhabi GP gutgetan: Für einen Regelbruch von Alonso und Stroll muss das Team insgesamt 50.000 Euro zahlen! Warum? Das erfahrt ihr hier: