Wer ist der Favorit für die Formel-1-Saison 2026? Dazu gibt es viele verschiedene Meinungen. Wer hatte den schlechtesten Start in das Jahr? Auf diese Frage gibt es nur eine richtige Antwort: Was Aston Martin bei den bisherigen Wintertests abgeliefert hat, kann nur als Fiasko bezeichnet werden. Die Truppe aus Silverstone hat nicht nur aufgrund von Verzögerungen und technischen Problemen die wenigsten Runden aller Teams absolviert, auch auf der Performance-Seite sieht es nicht rosig aus. Am ersten Tag der zweiten Testwoche in Bahrain geht das Fehlschlag-Programm in die nächste Runde.
Am Mittwoch konnte das Team um Adrian Newey nur 54 Runden abspulen. Ein mickriger Wert im Vergleich mit der Konkurrenz. Mercedes schaffte in der gleichen Zeit 145 Läufe um den Bahrain International Circuit. Über alle bisherigen Testtage verteilt hat Aston Martin noch nicht einmal die 2.000-Kilometer-Marke erreicht, während Teams wie Ferrari bereits an den 5.000 Kilometern kratzen.
"Ein paar Probleme haben uns in der Garage gehalten und uns fehlen immer noch wichtige Testkilometer mit dem Auto", gab Chief Trackside Officer Mike Krack am Abend zu. Am Vormittag musste Fernando Alonso verfrüht Feierabend machen, nachdem er davor ein "Getriebe-Lernprogramm" fuhr, wie es von offizieller Seite heißt. Nach zwei Stunden gab es ein Problem mit dem sensiblen Honda-Motor, der das Team in der ersten Bahrain-Woche bereits viel kostbare Trainingszeit kostete. Für die Nachmittagsschicht konnte der AMR26 wieder auf die Strecke fahren. Lance Strolls Programm konzentrierte sich offiziell auf das Verstehen der Power Unit – und doch passierte etwas Mysteriöses.
Mysteriöser Vorfall: Warum drehte sich Lance Stroll?
Stroll löste eine Stunde nach dem Beginn des Nachmittagstests die einzige rote Flagge des Tages aus. Er verlor in Kurve elf das Heck des AMR26, drehte sich durch die Auslaufzone, bis er schließlich im entfernten Kiesbett stecken blieb. Um einen Fahrfehler handelte es sich dabei nicht, der tatsächliche Grund für den weiten Abflug ist unbekannt.
Zuerst sah es aufgrund der Sonneneinstrahlung danach aus, als hätte sich die aktive Aerodynamik im Kurveneingang nur am Heck geschlossen und damit die Balance des Autos enorm gestört. Eine genauere Betrachtung widerlegte diese Annahme aber. Beide Flügelklappen gingen zur gleichen Zeit zu, wie auch schon in den Runden davor.
Auf Onboard-Aufnahmen waren nach Strolls erstem Gangwechsel seltsame Motorgeräusche zu hören, als wäre der AMR26 in den Leerlauf gefallen. Auch die Schaltungslichter am Lenkrad gingen aus und die Drehzahl fiel ab. Auf Anfrage von Motorsport-Magazin.com war Aston Martins offizielle und offensichtliche Erklärung des Vorfalls: "Die Hinterachse hat blockiert." Auf die Nachfrage, ob das die Konsequenz eines technischen Problems war, bekamen wir keine Antwort.
Stroll kehrte 80 Minuten vor Testende auf die Strecke zurück, musste aber schon eine Stunde später wieder an die Box kommen. Die Aston-Martin-Garage wurde daraufhin von gelbem Flatterband zur Warnung vor einem Hybrid-Defekt abgesperrt.
Zumindest waren Alonso und Stroll am Mittwoch nicht mehr so weit von der Konkurrenz entfernt wie noch vor einer Woche. Beim ersten Test in Bahrain schlug Stroll Alarm, weil sie über vier Sekunden Rückstand auf ihre Kontrahenten hatten. Jetzt fehlten dem Routinier "nur" drei Sekunden auf George Russells Bestzeit, Stroll war eine halbe Sekunde schneller als sein Teamkollege.
Die restlichen zwei Tage in Bahrain will Aston Martin nun dafür nutzen, um dringend notwenige Kilometer zu machen. Trotz des bisherigen Pannentests ist das Team positiv gestimmt. "Obwohl wir erst wenige Runden gefahren sind, verstehen wir mir jedem Lauf mehr, wie wir mit dem Auto unter dem neuen Reglement arbeiten können. Wir wissen, worauf wir uns konzentrieren müssen und jeder Bereich des Teams ist völlig darauf fokussiert, unsere Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern", so Krack.



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