Aston Martin erlebte einen mehr als enttäuschenden Start in das neue Formel-1-Jahr. Nachdem sie erst mit viel Verspätung in die ersten Testfahrten in Barcelona starteten, waren sie auch in Bahrain unter ferner liefen unterwegs, wurden regelmäßig von Problemen gestoppt und auch wenn das Auto lief, war die Performance wenig erbaulich.

Lance Stroll ließ schon vor einigen Tagen in Bahrain seinem Frust freien Lauf und bilanzierte, dass es an allen Ecken und Enden hapert. Die Probleme liegen sowohl beim Honda-Motor als auch beim Chassis. Den Gegenentwurf in dieser düsteren Ausgangslage bildete der ansonsten in der Vergangenheit nicht unbedingt für seinen Optimismus bekannte Fernando Alonso.

Fernando Alonso vertraut auf Newey: Da gibt es keine Fragezeichen

Der Asturier sagt zwar auch: "Wir befinden uns nicht in der Position, in der wir sein wollten", und beklagte die zahlreichen verpassten Testkilometer nicht nur in Barcelona, sondern auch durch den Ausfall ihres Filmtags. Doch er bekräftigte trotz des veritablen Fehlstarts in die neue Saison sein Vertrauen in die Teamführung rund um Design-Legende Adrian Newey.

"Vor allem auf der Chassis-Seite", sei er zuversichtlich, betont Alonso. "Da gibt es für mich keine Fragezeichen. Nachdem Adrian 30 Jahre lang den Sport dominiert hat, dann vergisst er nicht alles innerhalb eines Jahres", ist der einstige Doppel-Weltmeister überzeugt.

"Ich weiß nicht, wo wir im Moment beim Chassis und in Bezug auf das Grip-Level stehen, aber selbst wenn wir nicht auf 100 sind, werden wir es bald sein, denn wir werden die Probleme beheben", zeigte er sich optimistisch gestimmt. Auch an die Hochrechnung seines Teamkollegen, dass Aston 4,5 Sekunden hinten liegt, geht er optimistisch heran.

"Ich denke, Lance hat das gesagt, weil wir in Barcelona 4,5 Sekunden hinten waren und an den ersten beiden Tagen [in Bahrain] waren es auch 4,5 oder 5. Es ist also ein gewisser Trend", so Alonso. "Aber die Fluktuation in jeder Runde ist derzeit hoch. Rundenzeiten variieren aufgrund der Veränderung einer Einstellung um acht Zehntel. Vielleicht können wir Sekunden rausholen, wenn wir alles optimieren", merkt er an.

Honda-Motor vermiest Alonsos Optimismus

Von Optimierung kann schließlich im Moment noch kaum die Rede sein. Aston Martin brachte es bislang bei den Winter-Testfahrten der Formel 1 in diesem Jahr auf 1418 Kilometer Laufleistung. Nur zum Vergleich: Williams, das wohlgemerkt den kompletten Shakedown in Spanien verpasst hatte, brachte 2284 Kilometer zusammen. Das liegt nach mehreren Datenanomalien, die lange Untersuchungen zur Folge hatten, nicht zuletzt am Honda-Motor.

In Bezug auf diesen gibt sich Alonso weniger optimistisch. "Bei der Power Unit ist es ein bisschen schwieriger, denn wir haben noch kein gutes Verständnis und das benötigen wir." Mit Honda hat der Spanier schon in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht. Ab der Formel-1-Saison 2015 war er beim Einstieg der Japaner als Werkspartner von McLaren mit von der Partie und erlebte mit dem brustschwachen Motor vier bittere Jahre, in denen er nicht selten seinen Frust über den schwachen Antrieb medienwirksam zur Geltung brachte. Eine zweite Auflage dieses Albtraums wünscht sich in Silverstone und Sakura wohl keiner - am allerwenigsten Alonso selbst.

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