Beim finalen Formel-1-Rennen in Abu Dhabi zeigte die internationale TV-Regie fast ausschließlich die drei WM-Kandidaten. Logisch, schließlich ging es um den großen Titel-Showdown, den Lando Norris am Ende für sich entschied. Doch abseits des Dreikampfs trugen sich kuriose Szenen zu. Zwischen Lance Stroll und Oliver Bearman wurde es auf den letzten Metern des Saisonfinales noch einmal haarig.
In der finalen Runde kämpften die beiden um Platz neun. Durch die Schikane hing Stroll im Heck des Haas-Boliden, auf dem langen Weg zur Kurve neun hatte er DRS. Um ihm auf der Geraden nicht auch noch Windschatten zu geben, zog Bearman schon am Anfang auf die andere Seite der Strecke. Stroll folgte, der Rookie wechselte erneut die Spur, Stroll folgte wieder. Bei der 150-Meter-Marke schwänzelte Bearman kurz, doch da war die Sache schon gegessen. Mit genügend Überschuss scherte der Aston-Martin-Pilot aus und ging den langen Weg außen am Haas vorbei.
Für seine Verteidigung bekam Bearman nach dem Zieleinlauf eine Strafe aufgebrummt. Fünf Sekunden wurden zu seiner Zeit addiert, weil er mehrmals die Linie wechselte. Laut dem Regelwerk dürfen die Fahrer das nur einmal. Für Bearman ist die Strafe unverständlich. "Natürlich habe ich meine Position verteidigt, aber ich habe mich bewegt, um ihm den Windschatten wegzunehmen. Das ist etwas anderes. Ich wusste nicht, dass wir das nicht mehr machen dürfen. Wie komisch", regte sich der beleidigte Haas-Rookie nach dem Rennen auf, dass er auf Platz zwölf beendete.
Strafe für gleiches Vergehen: Lance Stroll in Top-10, dann nicht, dann wieder
Dabei hatte er bei der Zieleinfahrt, bevor er von seiner Strafe erfuhr, noch gejubelt. Denn sein Renningenieur funkte ihm, dass Lance Stroll eine Fünf-Sekunden-Strafe erhalten hatte, was Bearman auf P9 brachte. Wofür? Für das zu häufige Wechseln der Linie, an genau der gleichen Stelle wie Bearman.
Zwei Runden vor dem Duell mit dem Haas-Piloten duellierte sich Stroll mit Carlos Sainz. Direkt nach der Schikane drückte sich der Aston Martin außen am Williams vorbei und zog direkt vor seiner Nase auf die andere Streckenseite – nur um gleich darauf wieder komplett die Spur zu ändern. Und dann direkt wieder. Dreimal fuhr Stroll von ganz rechts nach ganz links und zurück.
Die Stewards sahen einen klaren Regelverstoß, Aston Martin nicht. Am Funk informierten sie den Sohn von Rennstallbesitzer Lawrence Stroll über die Strafe und versicherten ihm, dass sie dagegen ankämpfen würden. Der Penalty warf ihn von P9 auf P11 und damit außerhalb der Punkteränge zurück. Dank Bearmans Strafe kam er aber wieder auf Platz zehn vor und holte noch einen Punkt.
Stroll selbst wollte nach dem Rennen nichts von der Strafe wissen: "Ich weiß nicht, ich habe keine Strafe gesehen. Ich bin als Neunter über die Ziellinie gefahren." Beide Fahrer bekamen für ihr Vergehen auch einen Strafpunkt aufgebrummt. Stroll kann das egal sein, er hat erst sechs davon auf seiner Lizenz stehen. Bearman muss hingegen schwitzen: Mit zehn Punkten hat er das Maximum beinahe erreicht. Mit zwölf Strafpunkten wird eine Sperre für ein Rennen verhängt – und Bearmans erste Punkte verfallen erst Ende Mai 2026. Hier ist eine Übersicht zu all seinen Strafpunkten und wann sie verfallen:
| Rennen | Vergehen | Strafpunkte | Verfalldatum |
|---|---|---|---|
| Monaco Grand Prix 2025 | Überholen unter roter Flagge | 2 Punkte | 23.05.2026 |
| Großbritannien Grand Prix 2025 | Unfall in der Boxengasse unter roter Flagge | 4 Punkte | 05.07.2026 |
| Italien Grand Prix | Kollision mit Sainz | 2 Punkte | 07.09.2026 |
| Brasilien Grand Prix 2025 | Gefährliches Fahrverhalten | 1 Punkte | 08.11.2026 |
| Abu Dhabi Grand Prix 2025 | mehrmaliges Wechseln der Linie | 1 Punkte | 07.12.2026 |
Den gesamten Verlauf des Formel-1-Finales zusammengefasst gibt es in unserem Rennbericht:



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