Für Mercedes endete die Formel-1-Saison 2025 in Abu Dhabi nicht ganz nach Wunsch. Direkt am Start des Rennens büßte George Russell zwei Plätze ein. Andrea Kimi Antonelli lag im Rennen zwar zwischenzeitlich auf Platz neun - nach seinem Boxenstopp musste er das Feld aber von ganz hinten aufrollen. Den Silberpfeilen fehlte schlicht und einfach die Pace, um mithalten zu können. Ein Trostpflaster für das frustrierende Rennen gab es aber dennoch: Mercedes sicherte sich beim Saisonfinale den zweiten Platz in der Konstrukteurswertung.
George Russell in Abu Dhabi im Niemandsland
Nach dem Qualifying am Samstag träumte George Russell noch davon, mit Hilfe von Max Verstappens Windschatten von Startplatz vier aufs Podium zu fahren - und damit diesem vielleicht im WM-Kampf zu helfen. War Russells Traum vom Podium schon vor dem Grand Prix unrealistisch, verlor er direkt am Start die letzte Chance: Dem Briten fiel die Drehzahl seines Mercedes-Motors in den Keller, wodurch Charles Leclerc und Fernando Alonso mühelos an ihm vorbeigehen konnten. "Ich schaffte es noch an Alonso vorbei, aber von da an war es eine einsame Nacht", schilderte Russell nach dem Saisonfinale in Abu Dhabi. "Am Ende wurde ich Fünfter, was viel besser ist, als das Auto eigentlich hergab. Kimi auf Platz 15 - das ist schon sehr abnormal für uns als Team, dass wir so weit weg sind."
Der Brite konnte die Pace der Top-4 nicht mitgehen und fuhr zwischenzeitlich sogar fast zwei Sekunden langsamer als die Spitze. "Wir hatten während des gesamten Grand Prix Probleme, die Pace zu finden, um die vor uns liegenden Fahrer unter Druck zu setzen", zeigte sich der Mercedes-Pilot enttäuscht.
Ihm war bewusst, dass die Pace des W16 unter normalen Umständen nicht reichen würde, um auf das Podium zu fahren, doch er rechnete mit etwas Schützenhilfe von Max Verstappen. "Ich denke, wir haben alle erwartet, dass Max alle ein bisschen einbremsen würde und das Feld näher zusammenbringt. Aber im ganzen Rennen haben wir sehr wenig von Max gesehen", gab Russell zu.
Kimi Antonelli muss sich gegen Schlusslichter durchsetzen
Sein Teamkollege Kimi Antonelli schaffte es in Abu Dhabi im Gegensatz zu ihm nicht einmal in die Punkteränge. Nach einem verpatzten Qualifying, dass für Antonelli bereits in Q1 vorbei war, musste er das Rennen von Startplatz vierzehn in Angriff nehmen. Über 58 Runden verlor er jedoch noch eine weitere Position, anstatt sie zu gewinnen und kam als Fünfzehnter ins Ziel.
"Ich hatte heute Abend Probleme mit der Balance des Autos und leider nicht die Pace, um wieder in die Punkte zu kommen", erklärte Antonelli niedergeschlagen. Genau wie seinem Teamkollegen, fehlte auch ihm über eine Sekunde auf die Rundenzeiten der Spitze. Gegen seine direkten Konkurrenten war er ebenfalls chancenlos. "Es war ein harter Abend und ein schwieriges Rennen, was sehr schade ist. So wollten wir das Jahr nicht beenden, aber das Wichtigste ist, dass wir den zweiten Platz in der Konstrukteurswertung erreicht haben", resümierte der Italiener dennoch positiv.
Mercedes-Teamchef Toto Wolff zeigte sich nach dem finalen Grand Prix unzufrieden. Das Rennen an sich bezeichnete er als "mittelmäßig", jedoch nicht aufgrund der Leistungen seiner Fahrer. "George hatte ein einsames Rennen, aber er hat seine Reifen geschont, um mit einem Stopp ins Ziel zu kommen - das ist ihm gelungen. Kimi hat von einer schwierigen Startposition aus, sein Bestes gegeben, aber unser Auto hatte einfach zu wenig Speed", erkannte auch Wolff das Problem des W16 auf dem Yas Marina Circuit.
Vizemeister-Titel in der Konstrukteurswertung stimmt Gemüter wieder positiv
Dass das übergeordnete Ziel von Platz zwei in der Konstrukteurswertung erreicht wurde, stimmte Wolff wieder positiver. "Wir können zufrieden sein, dass wir den zweiten Platz in der Konstrukteurswertung gesichert haben. Das war seit der Saisonmitte unser Ziel", so Wolff. Nach dem Saisonfinale in Abu Dhabi beendete Mercedes mit 469 Punkten die Saison auf Konstrukteurs-Platz zwei. Red Bull rückte mit dem Sieg von Max Verstappen noch ein gehöriges Stück (451) näher, konnte den Silberpfeilen aber nicht mehr gefährlich werden.
Auch Russell hatte sich den Saisonabschluss etwas anders vorgestellt, doch mit Platz zwei in der Konstrukteurswertung konnte er sich zumindest ein kleines Lächeln abringen. "Wir hatten ein Ziel: Platz zwei in der Konstrukteurswertung einzufahren und das haben wir erreicht", so der Brite, der erleichtert war, dass die Ground-Effect-Ära nun zu einem Ende kam. "Es war eine große Challenge für uns und jetzt freuen wir uns auf einen Neustart für nächstes Jahr." Die Karten für 2026 werden durch den Regelumbruch neu gemischt. Wolff geht daher mit viel Hoffnung in die neue Saison: "Hoffentlich können wir uns im nächsten Jahr als würdig erweisen und 2026 um den Weltmeistertitel kämpfen." Wer am Ende die Nase vorne hat, wird sich beim Saisonauftakt am 6. März in Melbourne, Australien zeigen.



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