Nachdem die Buchprüfungen in der Formel 1 für die Cost Cap 2024 länger dauerten als in den letzten Jahren, verbreiteten sich zuletzt in Mexiko im Fahrerlager schon Gerüchte über größere Verstöße. Völlig ungerechtfertigt - am 28. Oktober veröffentlichen die Regelhüter der FIA den Jahresbericht. Nur ein Verstoß gegen das Finanzielle Reglement ist 2024 passiert, und der ist insignifikant.

Alle Teams und alle Motorenhersteller lagen 2024 unter der Budget-Obergrenze. Alle Motorenhersteller und neun der zehn Teams haben für die Saison 2024 auch alle Verfahrensvorgaben erfüllt. Bloß Aston Martin beging einen Fehler bei der Einreichung. Davor hatte sich das Team in den letzten Tagen schon nicht mehr versteckt. Letztendlich ist es auch ein sehr insignifikanter "Verstoß".

Aston Martins Cost-Cap-Bruch und seine Folgen erklärt

Die Obergrenze wurde nicht überschritten. Alles, was sich Aston Martin zuschulden kommen ließ, waren zum Stichtag der Einreichung fehlende Unterschriften des unabhängigen Buchprüfers auf der Abrechnung und auf dem Jahresbericht. "Außergewöhnliche und unvorhersehbare Umstände völlig außerhalb der Kontrolle von Aston Martin" seien es gewesen, heißt es von der FIA.

Sobald der Buchprüfer wieder verfügbar war, lieferte Aston Martin die Unterschriften nach. Die erneut eingereichten Dokumente waren bis auf die Unterschrift identisch, Aston Martin war stets kooperativ, und es gab nie Zweifel, ob das Team unterhalb der Grenze geblieben war. Folglich sahen die FIA-Prüfer darin einen "sehr geringfügigen" Verstoß.

Ist ein Team geständig und kooperativ und der Regelbruch nur klein, kann man in ein von der für die Überprüfungen zuständigen "Cost Cap Administration" auferlegtes "Accepted Breach Agreement" eintreten, was Aston Martin in diesem Fall natürlich tat. Weil die Sache so geringfügig war, sprach die CCA gar keine Strafe aus. Aston Martin muss lediglich die Verfahrenskosten tragen.

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Kein Formel-1-Team überschreitet 2024 Cost Cap

Damit ist das Ergebnis der Formel-1-WM 2024 endlich final. Die 2024er-Buchprüfung war die bislang längste unter dem seit 2021 gültigen Finanziellen Reglement. Selbst als Red Bull 2021 tatsächlich die Grenze übertrat, wurden die Ermittlungsergebnisse bereits am 10. Oktober veröffentlicht.

Da die relative kleine FIA-Prüfabteilung 10 riesige F1-Teams und separat davon auch noch 5 Motorenhersteller überprüfen muss, dauert der Prozess immer bis in den Herbst, doch die Ergebnisse für 2022 und 2023 waren zuletzt schon im September eingetroffen. Als sich das 2024er-Ergebnis in den letzten Wochen immer mehr verzögerte, begannen im Fahrerlager immer mehr über einen größeren Verstoß zu spekulieren.

Alle diese Spekulationen, und auch alle Namen, die dabei herumgeisterten, stellten sich nun als unbegründet heraus. Damit bleibt Red Bulls 2021er-Übertretung der einzige tatsächlich finanziell relevante Verstoß. Williams (2021), Aston Martin (2021 und 2024) sowie die Motorenabteilungen von Renault und Honda (2023) haben bislang Verfahrensverstöße ohne finanzielle Auswirkungen begangen.