Mercedes gab vor weniger als zwei Wochen im Vorfeld des USA-GPs offiziell die Vertragsverlängerung ihrer beiden Fahrer bekannt. Doch in der Bekanntgabe blieb ein wichtiges Detail offen: Wie lange laufen denn nun die neuen Kontrakte von George Russell und Andrea Kimi Antonelli? Denn bei der Verkündung war dezidiert nur von 2026 die Rede. Es blieb unklar, wie sich die Situation darüber hinaus gestaltet.
Russell brachte nun etwas Licht ins Dunkel, was sein Vertragspapier angeht. Gegenüber dem britischen 'Daily Telegraph' erklärte er, dass in seinem Formel-1-Vertrag tatsächlich nur 2026 fix ist. Doch wie bereits bei der Vertrags-Unterschrift vielfach angenommen wurde, gibt es darüber hinaus Leistungsklauseln. "Falls ich [nächstes Jahr] performe, dann gibt es eine spezifische Klausel, dass wir automatisch verlängern, wenn ich ein gewisses Ziel erreiche", so Russell.
George Russell garantiert: Fahre 2027 bei Mercedes, wenn ich Leistung bringe
Konkrete Details darüber, welches Ziel das ist, gab Russell wenig überraschend nicht preis. "Mein Platz für 2027 liegt also in meinen Händen. Ich werde hier nicht mitgezogen. Wenn ich meine Leistung bringe, dann bleibe ich zu 100 Prozent", garantierte der fünffache Grand-Prix-Sieger.
Leistungsklauseln sind Standard in der Formel 1, denn sie bieten sowohl dem Fahrer als auch dem Team einen Notausgang, falls die Performance entweder von Seiten des Autos oder von Seiten des Wagenlenkers nicht mit den Erwartungen übereinstimmt. Vor allem für 2026 ein wichtiger Faktor, denn mit dem Regel-Umbruch sowohl auf Chassis- als auch auf Motor-Seite kann sich die Hackordnung über den Winter radikal und unvorhersehbar ändern.
Die meisten Verträge enthalten gewisse Klauseln, die selten an die die Öffentlichkeit dringen. Unterschiede gibt es darin, wie Teams derartige Vertragsunterschriften kommunizieren. So ist beispielsweise bekannt, dass Max Verstappen über einen Formel-1-Vertrag bei Red Bull bis 2028 verfügt, aber der Weltmeister kann je nach Erfolgslage früher die Reißleine ziehen.
Das könnte in Zukunft auch für Russell relevant werden. Denn Mercedes-Teamchef Toto Wolff bekundete in den letzten beiden Jahren mehrmals öffentlich großes Interesse an Verstappen. Falls sich die weit verbreiteten Spekulationen bestätigen, dass der Mercedes-Antrieb ab 2026 das Nonplusultra ist, und Red Bull im ersten Jahr als Motorbauer hinterherhinkt, dann wäre eine Paarung Verstappen/Russell ab 2027 vorstellbar.
Max Verstappen als Teamkollege? George Russell hätte nichts dagegen
Eine potenziell explosive Paarung, denn nicht erst seit einem offen ausgetragenen Konflikt, der seinen Ausgang bei einer umstrittenen Strafe gegen Verstappen beim Katar-GP 2024 nahm, ist bekannt, dass die beiden nicht die besten Freunde sind. Dennoch hätte Russell nichts dagegen, mit dem Niederländer in einem Rennstall an den Start zu gehen. "Man muss als Teamkollegen nicht beste Freunde sein", betonte er.
"Max ist ein unglaublicher Fahrer. Das lässt sich nicht leugnen. Aber genau deshalb würde ich mich darauf freuen, mich mit ihm zu messen", so der Brite weiter. "Wir alle glauben, dass wir die Besten sind." Seiner Ansicht nach könne in so einer Paarung nur Verstappen verlieren, da auf ihm als vielfacher Weltmeister höhere Erwartungen lasten.
Aber bislang sind das alles nur Gedankenexperimente. Denn bis die 2026er-Autos überhaupt erstmals auf der Strecke sind, dauert es noch mehrere Monate. Für den Fall, dass ein Power-Unit-Hersteller der Konkurrenz deutlich über- oder unterlegen ist, hat die FIA bereits jetzt Vorkehrungsmaßnahmen getroffen. Mehr dazu könnt ihr hier nachlesen:



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