Für Aston Martin steht am Sonntag in Monaco ein langes Formel-1-Rennen bevor - vorausgesetzt, die Fahrer halten es im Cockpit diesmal aus und das Auto bleibt standfest. Jegliche Außenseiterchancen auf ein annehmbares Ergebnis zerschlugen sich heute bereits im Qualifying. Fernando Alonso und Lance Stroll landeten wieder einmal auf den letzten beiden Startplätzen - und der Einzug ins Q2 war nicht einmal ansatzweise in Reichweite.
"Dasselbe wie immer. Es ist nicht schön, ohne Grip hier zu fahren und wenn das Auto so gar nicht geht. Das ist keine schöne Erfahrung", so Lance Stroll, der zum dritten Mal in diesem Jahr ganz hinten auf dem 22. Platz landete. Die Probleme beschränken sich beileibe nicht auf die Power Unit von Honda. "Das Team hat zwischen den Trainingssitzungen verschiedene Änderungen ausprobiert, aber da wir bei Abtrieb und Leistung eingeschränkt sind, macht es da draußen nicht besonders viel Spaß", verweist er auf das schwache Chassis des Aston Martin AMR26.
Dabei hatte selbst Honda sich von dem Stadtkurs in Monaco etwas mehr ausgerechnet, da hier die Motorleistung bedingt durch das Layout weniger ins Gewicht fällt und die Leistungsabgabe extra für das Rennen im Fürstentum eingeschränkt wurde. "Bevor wir hierher nach Monaco kamen, hatten wir uns ein besseres Resultat im Qualifying erhofft", so Shintaro Orihara, leitender Honda-Ingenieur an der Rennstrecke.
"Wir haben versucht, dies durch eine bessere Fahrbarkeit zu erreichen und den Fahrern mehr Vertrauen zu geben, damit sie mehr Geschwindigkeit in die Kurven mitnehmen können. Diese Bemühungen haben jedoch nicht ausgereicht, um eine bessere Startposition zu erreichen", so der Japaner weiter.
Honda-Fahrbarkeit in Monaco ein kritisches Problem
Fernando Alonso war wie so oft der besser platzierte Aston Martin und als Vorletzter sieben Zehntelsekunden schneller als Stroll. Auf das Ticket für die zweite Runde brauchte er sich mit seinerseits sieben Zehnteln Rückstand auf P16 aber keine Hoffnungen machen. "Uns fehlt schon das gesamte Wochenende an der Vorderachse der Grip", so der 44-Jährige. "Ich denke, ich bin mit dem aktuellen Paket heute die bestmöglichen Runden gefahren."
Der zweimalige Weltmeister beteuert jedoch auch, dass die Fahrbarkeit der Power Unit in Monaco nach wie vor unzureichend ist. "Wir haben beim Herunterschalten auf der Bremse kein Vertrauen ins Auto. Das war heute auch nicht besser als sonst, also dieselbe Situation. Wir haben unterschiedliche Differential-Einstellungen versucht, aber es ist kein Setup-Problem sondern ein fundamentales am Auto."
Aston-Martin-Ambassador und Ex-Formel-1-Fahrer Pedro de la Rosa hatte bereits nach den Trainings bestätigt, dass die Problematik auch in Monaco besteht. "Es ist nicht nur das Herunterschalten, es ist etwas komplexer als das. Es geht darum, wie konstant das Drehmoment ist", sagt der Spanier mit Verweis auf die Fahrbarkeit.
Das Fazit von Chief Trackside Officer Mike Krack fällt nach dem Qualifying ernüchternd aus: "Das heutige Qualifying-Ergebnis spiegelt unsere Pace wider. Es ist uns nicht gelungen, den Fahrern ein berechenbares Auto zur Verfügung zu stellen, was auf dieser Strecke unerlässlich ist, und wir hatten Schwierigkeiten, die Reifen auf Temperatur zu bringen."


diese Formel 1 Nachricht