Carlos Sainz reist mit einem breiten Grinsen und einem Pokal im Gepäck zur Formel 1 in Singapur an. Sein Baku-Podium stärkt dem Williams-Piloten den Rücken und gibt ihm neue Kraft für die restliche Saison: "Es war ein großer Motivationsschub und eine Erleichterung. Es bestätigt, dass die Pace nie das Problem war, sondern dass ich nur ein gutes Wochenende brauchte", sagte Sainz und hofft, auf diesem Level bis zum Ende des Jahres performen zu können.
Der dritte Platz in Baku war der Höhepunkt von Sainz' Saison, die bis dahin mit Stolpersteinen übersät war. Die ständigen Rückschläge – sowohl fremd- als auch selbstverschuldet – wirkten sich schwer auf die Psyche des Spaniers aus. Vor allem die Zeit nach der Sommerpause war schwierig: "Ich kam voller Energie und mit einem neuen Mindset zurück. Aber dann hatte ich zwei Rückschläge, die mich wieder hinuntergezogen haben."
In Zandvoort kollidierte er mit Liam Lawson, in Monza mit Oliver Bearman. Während sein Teamkollege Alex Albon in beiden Rennen ordentlich Punkte sammelte, blieb Sainz ein Top-10-Ergebnis verwehrt. "Ich wurde zunehmend frustrierter. Mit einer neuen Herangehensweise zurückzukommen, nur um dann zwei Schläge in den Bauch zu bekommen und wieder von vorne anfangen zu müssen, war hart. Das war eine der mental schwierigsten Zeiten meiner Karriere", schilderte Sainz seinen Gefühlszustand.
Williams noch einmal auf Podium? Sainz: Muss meine Intention sein
Dass er sich durch diese Zeit gekämpft hat und sie mit dem ersten Podium für Williams seit 2014 beenden konnte, freut den ehemaligen Ferrari-Piloten immens: "Ich habe weitergemacht und am Ende hat es sich gelohnt. Das Ergebnis spricht für sich und ich bin stolz, dass ich so eine Resilienz zeigen konnte."
Die Wahrscheinlichkeit, dass er auf dem Marina Bay Street Circuit wieder in die Top-3 fährt, ist nicht hoch. Der enge Straßenkurs verlangt nach großen Heck- und Frontflügeln, um so viel Abtrieb wie möglich zu erzeugen – keine Charakteristik, die dem FW47 liegt. Bisher performte der Williams-Bolide am besten auf Low-Downforce-Strecken wie in Monza und eben Aserbaidschan.
Davon will sich Sainz aber nicht unterkriegen lassen: "Auch wenn wir realistisch gesehen weniger konkurrenzfähig sind, werde ich trotzdem versuchen, zu performen und ein Wochenende wie in Baku abzuliefern. Das muss von jetzt bis zum Ende des Jahres meine Intention sein", so der Spanier, der einen seiner vier Karrieresiege in Singapur feierte.



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