Lando Norris gelingt Formel-1-Befreiungsschlag in Monaco: Qualifying-Flaute beendet!
Nach monatelanger Qualifying-Flaute sicherte sich Lando Norris in Monaco seine zweite Pole Position 2025. Große Erleichterung nach McLarens Qualifying-Poker.
Max Piehler
Max Piehlerehem. Redakteur | Formel 1
Max hat weder die Schumacher-Zeit im Ferrari erlebt, noch Vettels Red-Bull-Zeit tiefgründig verfolgen können. Trotzdem wurde die Formel 1 früh seine Lieblings-Rennserie.MEHR
Lando Norris sicherte sich in Monaco seine zweite Pole Position 2025, Foto: IMAGO / Eibner
Perfektes Formel-1-Qualifying für Lando Norris in Monaco: Der McLaren-Pilot gewann den engen Kampf um die schnellste Runde im Fürstentum und startet im achten Saisonrennen von der Pole Position. Platz zwei ging an den Vorjahres-Polesetter und Lokalhelden Charles Leclerc. Norris ist der einzige Fahrer, der den Ferrari-Piloten an diesem Wochenende auf einer schnellen Runde hinter sich lassen konnte. Die drei Trainings-Bestzeiten gingen alle an den Ferrari-Star.
"Lange Zeit ist es her. Ich denke nicht, dass du realisierst, wie gut sich das anfühlt - seit den Problemen der letzten Monate. Insbesondere hier in Monaco", war Norris erleichtert. "Es ist die wahrscheinlich härteste Strecke, es [Pole Position; d. Red.] zu schaffen, zusätzlich gegen den Lokalmatadoren." Diesen unterbot Norris im Herzschlag-Finale von Q3 mit einer Zeit von 1:09.954 Minuten um 0,109 Sekunden. Damit verbesserte er zudem den Rundenrekord auf dem Circuit de Monaco.
Die verwinkelten Straßenschluchten von Monaco bedeuten für jeden F1-Fahrer eine besondere Herausforderung, mehr Potenzial für Fehler, mehr Druck. „Aber gleichzeitig ist es auch die größte Erleichterung, wenn du einen guten Job machst. Und heute war der Tag", sagte Norris. Im finalen Anlauf kam für ihn alles zusammen. Bis in den letzten Sektor war Charles Leclerc auf Augenhöhe und sogar leicht vorne. Doch in der Rascasse gelang es dem McLaren-Piloten, den Unterschied zu machen, wie in folgender Grafik zu sehen ist:
Norris & McLaren düpieren Formel-1-Konkurrenz im Qualifying in Monaco
McLaren war einziges Team, das zwei schnelle Runden in Q3 auf dem Soft fuhr, Foto: IMAGO / DeFodi Images
In der letzten Qualifying-Session überraschte McLaren damit, bereits mehr als fünf Minuten vor Ablauf der Zeit zum vermeintlich letzten Run rauszufahren. Zur Verwunderung aller war das allerdings gar nicht der entscheidende Versuch. Sowohl Oscar Piastri als auch Lando Norris fuhren noch eine zweite schnelle Runde und konnten sich beide nochmals steigern.
"Es war kein Risiko von unserer Seite. Das haben wir vor dem Qualifying für das Beste gehalten und das hat sich im Nachhinein bestätigt", stellte Norris nüchtern fest. "Wir wussten, dass eine gute Runde im ersten Versuch schwierig ist." Damit stapelte der Pole-Setter etwas tief. Immerhin stellte sein erster Versuch bereits zwischenzeitlich einen Rundenrekord dar und hätte für Platz zwei hinter Charles Leclerc gereicht.
Der darauffolgende zweite Anlauf war allerdings nochmal besser. Wie folgende Grafik zeigt, ging Norris in der Rascasse noch größeres Risiko und bremste noch später als im ersten Versuch. "Wichtig war: Ich habe einen guten ersten Versuch gehabt und auch einen guten ersten Versuch im zweiten Run. Das erlaubt dir, ein bisschen mehr Risiko in der entscheidenden Runde einzugehen."
Die elfte Karriere-Pole wirkte für Norris wie ein Befreiungsschlag. Häufig enttäuschte der 25-Jährige in den zurückliegenden F1-Qualifyings, wenn es darauf ankam. "Heute war das erste Mal seit Australien, wo ich alles zusammenbekommen habe. Ich fahre nicht schneller, sondern auf eine bessere, cleverere Weise", erklärte Norris. "Ob es ein kleiner oder ein großer Schritt ist, es ist ein Schritt. Und das ist alles, was ich gerade brauche."
Oscar Piastri verhilft McLaren zu Top-Ausgangslage für Monaco-Rennen
Mit Lando Norris und Oscar Piastri hat McLaren im Rennen die beste Ausgangslage, Foto: IMAGO / kolbert-press
Am vergangenen Wochenende sicherte sich Oscar Piastri noch die Pole Position in Imola. In Monaco reichte es im Qualifying zu Platz drei. "Meine erste Runde war gut und in der zweiten hatte ich einen Fehler in der Hafenschikane", erklärte der Australier, weshalb er sich im entscheidenden Versuch um nur 0,011 Sekunden verbessern konnte. "Lando war heute schwer zu schlagen."
Mit Startposition drei verschaffte der Australier den Papayas eine hervorragende Ausgangslage für das Rennen, in dem erstmals zwei Pflicht-Reifenwechsel absolviert werden müssen. Anders als in den vergangenen Wochen liefen die Monaco-Sessions für Piastri nicht ganz rund: "Ich denke, ich habe an diesem Wochenende häufiger die Mauern berührt als in meiner ganzen Karriere."
Einfacher wird es im Rennen nicht. Die Mauern bleiben weiterhin eine Gefahr und der verpflichtende zweite Reifenwechsel lässt auch Teamchef Andrea Stella ein bisschen Chaos befürchten: "Es wird kompliziert. Aber nicht, weil beide McLaren auf eins und drei stehen, sondern wegen des Reglements - weil es die Entscheidungen bei Safety Car oder roter Flagge richtig schwierig macht."
Als Pole-Setter ist Lando Norris Favorit für das Monaco-Rennen. Wird McLaren-Teamkollege Oscar Piastri deshalb strategisch Opfer bringen müssen? Alle Neuigkeiten gibt es von Christian hier im Video:
McLaren trickst Ferrari aus: Wird Oscar Piastri geopfert? (09:19 Min.)
diese Formel 1 Nachricht