Die Szene im Qualifying gleicht der von Freitag: Lance Stroll lässt ein schnelleres Auto vorbei, fährt zurück auf die Rennlinie und hat einen Boliden im Heck. Anders als mit Charles Leclerc im ersten Training geht die Situation mit Pierre Gasly ohne Zusammenstoß von Statten. Trotzdem musste der Kanadier nach dem Qualifying in Monaco ein zweites Mal bei den Stewards antanzen. Das Urteil: Am Sonntag wird er in der Formel-1-Startaufstellung insgesamt vier Plätze nach hinten versetzt.
Der Vorfall passierte im Q1: Stroll fuhr soeben durch den Tunnel, als sein Renningenieur Gary Gannon ihn über Pierre Gasly informierte. Der Franzose befand sich auf einer schnellen Runde hinter dem Aston-Martin-Pilot, der selbst auf einer Aufwärm-Lap war. Stroll machte artig Platz, am Ausgang des Tunnels fuhr ein Auto vorbei.
Durch den Lichtwechsel konnte der Kanadier jedoch nicht erkennen, dass es sich hierbei um den knallroten Ferrari von Lewis Hamilton handelte, der sich auf der Strecke zwischen Stroll und Gasly befand. Mit der Annahme, dass kein Auto mehr hinter ihm war, zog Stroll wieder auf die Rennlinie, gerade als der Alpine in den Bremsbereich zu Kurve 10 kam.
Lance Stroll: Ich dachte, er wäre wer anders
"Oh mein Gott, wer war das?!", regte sich Gasly sofort am Funk auf. Er konnte dem Heck des AMR25 nur knapp ausweichen. "Verdammt, ich dachte Leclerc [gemeint ist Hamilton, Anm. d. Red.] war Gasly. Ich konnte den Unterschied wegen der Sonne nicht erkennen", verteidigte sich Stroll bei seinem Renningenieur.
Die gleiche Erklärung gab er auch bei den Stewards zu Protokoll. Die nahmen das zwar zur Kenntnis, ließen aber keine mildernden Umstände zu. "Der Fahrer von Fahrzeug 18 nahm fälschlicherweise an, dass kein weiteres Fahrzeug an ihm vorbeifahren würde. In diesem Fall gilt die gängige Zurückversetzung um drei Startplätze für die Behinderung eines anderen Autos", schrieben die Rennkommissare in ihrem Urteil.
Zusammen mit der Strafversetzung um eine Startposition, die Stroll für den Vorfall mit Leclerc am Freitag erhielt, ergibt das einen Verlust von insgesamt vier Plätzen für den Aston-Martin-Pilot. An seiner Startposition für den Monaco Grand Prix ändert das aber nichts: Oliver Bearman muss wegen eines Überholmanövers unter der Roten Flagge ganze 10 Plätze zurück, damit startet Lance Stroll am Sonntag von P19 - so wie er sich auch qualifiziert hat.
Oliver Bearman war aber nicht nur wegen seiner Strafversetzung ein Gesprächsthema beim Großen Preis von Monaco. Auch sein Qualifying-Ausgang wirft einige Fragen auf. Warum ging er am Ende seiner fliegenden Runde vom Gas? Die Antwort darauf findet ihr im Artikel!



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