0,334 Sekunden - in dieser Zeit schlägt ein Kolibri 27 Mal mit den Flügeln und absolvieren die Sauber-Mechaniker ein Fünftel eines rekordverdächtigen Boxenstopps. Nico Hülkenberg fehlten beim Qualifying für den Großen Preis von Monaco diese drei Zehntel für das Weiterkommen ins Q3. Mit Startplatz 13 für den Monaco Grand Prix fuhr er dennoch sein bislang bestes Qualifying-Ergebnis seit dem zweiten Saisonrennen in Shanghai ein. Trotzdem war der Deutsche nicht zu 100 Prozent zufrieden mit seiner Leistung: "Ich bin ein bisschen enttäuscht. Ich dachte, wir wären näher an den Top-10 dran", gab der Emmericher nach dem Qualifying zu.

Der Sauber C45 sah in den Händen von Hülkenberg auf den engen Straßen des Fürstentums bisher verhältnismäßig gut aus. Im dritten Freien Training belegte Hülkenberg den 13. Platz, ihm fehlten 1,172 Sekunden auf die Bestzeit von Ferrari-Pilot Charles Leclerc. "Ich habe mich sofort sehr wohl im Auto gefühlt, das ist in Monaco wichtig. Unsere Longrun-Pace im zweiten Freien Training sah auch gut aus, das gibt uns Selbstbewusstsein", fasste Hülkenberg das Positive zusammen.

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Im Qualifying hatte der Deutsche neben einer guten Pace auch etwas Glück. Als Kimi Antonelli im ersten Qualifying-Segment in seinem Mercedes nach dem Tunnel in die Leitplanke krachte, belegte Hülkenberg mit nur 0,642 Sekunden Rückstand auf Leclerc Platz 14 - also in Knock-out-Distanz. Die Rennleitung brach die Session mit roten Flaggen ab und rettete damit Hülkenbergs Einzug ins Q2.

Dort war seine erste Runde auf den Soft-Reifen nur neun Zehntelsekunden von der Bestzeit entfernt. In seinem zweiten Anlauf kam der Sauber-Pilot dann aber nicht mehr nah genug an die Top-10 heran. "Der dritte Abschnitt war zwar stark, aber ich hatte Probleme im ersten und zweiten Sektor. Ich konnte meine Rundenzeit nicht genug verbessern", resümierte der 37-Jährige seine Performance im Qualifying.

Nico Hülkenberg: Sauber-Strategie in Monte Carlo muss aggressiv sein

Was kann Hülkenberg von Startplatz 13 aus erreichen? Normalerweise könnte in Monaco die Startposition fast als Endposition übernommen werden. Doch dieses Jahr sind zwei verpflichtende Reifenwechsel vorgeschrieben, über mögliche Strategien wird bereits seit Tagen viel spekuliert. Ein heißdiskutierter Ansatz ist, direkt in den ersten zwei Runden an die Box zu kommen, um dann bei freier Fahrt durchzufahren und einen Undercut gegen einen Großteil des Feldes umzusetzen. Riskant: Die Gefahr eines Safety Cars oder einer roten Flagge ist in Monaco hoch. Das könnte der Konkurrenz einen "gratis" Reifenwechsel verschaffen.

Setzt Sauber bei der Strategie auf Risiko? Oder versucht das Team lieber, den soliden Startplatz mit einer konservativen Strategie in Punkte umzumünzen? "Die neuen Regeln verlangen kluge und flexible Strategien. Wir werden alles tun, um die möglichen Chancen zu erkennen und zu nutzen", lässt sich Sauber-Teamchef Jonathan Wheatley nicht in die Karten schauen.

Sein Fahrer hält nichts von einem vorsichtigeren Manöver: "Auch von unserer Position müssen wir Risiken eingehen, sonst kommt man in Monaco nicht weit. Wir müssen aggressiv sein", skizzierte Hülkenberg seinen Plan für das Rennen an der Cote d'Azur. Das Treffen mit den Strategen wird heute Abend wohl länger als sonst.

Wer auch von einem chaotischen Rennen profitieren kann, ist amtierender Weltmeister Max Verstappen. Der Red Bull kommt im Qualifying nicht über P5 hinaus. Alle Infos dazu lest ihr hier: