Auf kaum einer Strecke im Rennkalender der Formel 1 wiegt eine Startplatz-Strafe für das Rennen schwerer als in Monaco. Auf kaum einer Strecke gibt es aber gleichzeitig weniger Platz, um schnelleren Fahrern im Training und Qualifying aus dem Weg zu gehen. Das war allerdings nicht der Grund, weshalb Lewis Hamilton heute im Qualifying nicht ordnungsgemäß zur Seite ging.
Der Rekord-Weltmeister blockierte während Q1 in Massenet Max Verstappen und wurde deshalb von den Formel-1-Stewards nachträglich um drei Plätze zurückgereiht. Anstatt von Platz 4 startet er also von Rang 7. Größter Profiteur des Ganzen ist ausgerechnet Verstappen, der sich ursprünglich auf Position 5 qualifiziert hatte.
Bug an Ferrari-Computer: Lewis Hamilton muss es ausbaden
Für derartige Verstöße können die Fahrer selten etwas, denn im Training und im Qualifying sind diese immer davon abhängig, was sie über Funk gesagt bekommen. So geht auch in diesem Fall auf den ersten Blick die Strafe auf die Kappe des Teams. Renningenieur Riccardo Adami hatte Hamilton zunächst noch darüber informiert, dass Verstappen auf einer schnellen Runde war. Anschließend revidierte er diese Ansage aber wieder und informierte seinen Fahrer stattdessen, dass der Niederländer verlangsame.
Doch dies entsprach nicht der Realität, wie Hamilton feststellen musste. Er erklärte nach dem Qualifying, dass ein technischer Fehler zu der falschen Ansage geführt habe. "Es gab irgendein Problem mit dem Computer-Bildschirm. Er zeigte an, dass Max auf einer schnellen Runde sei, dann verschwand [diese Mitteilung] und es sagte, dass er das nicht sei. Das wurde mir dann mitgeteilt", erklärte Hamilton.
Max Verstappen verteidigt Hamilton: Nicht seine Schuld
"Ich bin ganz links geblieben, also nicht auf der Rennlinie, aber das hat Max abgelenkt", verteidigte sich Hamilton. So seine Wahrnehmung. Die TV-Bilder zeigten aber, dass er sich bereits am Eingang der Kurve befand, als Verstappen außen an Hamilton vorbeimusste. Der Titelverteidiger beklagte sich anschließend am Funk.
Nach dem Qualifying redeten sich die beiden mehrfachen Monaco-Sieger den Vorfall aus. Verstappen machte Hamilton keine Vorwürfe: "Ich weiß, dass es die Schuld des Teams ist, denn Lewis ist bei solchen Dingen normalerweise ziemlich korrekt."
Monaco GP 2025 StartaufstellungBevor die Strafe verkündet wurde, hatte sich Hamilton noch über ein solides Qualifying freuen können, nachdem er im dritten Training verunfallt war. Da ließen sich sogar drei Zehntel Rückstand auf Teamkollege Charles Leclerc verschmerzen. "Charles ist dieses Autosetup seit sechs Jahren gefahren. Er kommt besser aus den Startlöchern und kennt alles wie seine Westentasche", so Hamilton, der nach wie vor mit Ferrari-Charakteristiken, wie etwa der Motorbremse, zu kämpfen hatte.
"Für mich war es eine steile Lernkurve, aber ich bin ziemlich zufrieden mit der Ausbeute nach dem Unfall", bilanzierte Hamilton. Die Strafe macht den Ausblick auf das Rennen natürlich düsterer. Die Priorität wird für ihn wohl darin liegen, an den beiden Mittelfeld-Autos von Isack Hadjar und Fernando Alonso, die durch die Rückversetzung vorrückten, wieder vorbeizukommen. In Monaco alles andere als eine Selbstverständlichkeit.



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