Formel 1

Formel 1 Brasilien, Gasly-Sorge trotz P6: Gehe blind ins Rennen

Pierre Gasly und Toro Rosso feiern im Brasilien-Qualifying mit P6 die Mittelfeld-Pole. Aber Freitags-Probleme machen Sorgen. Daniil Kvyat sackt ab.
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - Im Qualifying von Brasilien feiert Pierre Gasly groß: Nicht nur, dass er zum vierten Mal in Folge seinen Toro Rosso in das dritte Quali-Segment brachte - mit Startplatz sechs führt Gasly auch das Mittelfeld der Formel 1 an und befindet sich für das Rennen in einer hervorragenden Ausgangsposition.

Für Toro Rosso kommt Gaslys Hochform genau zur rechten Zeit, schließlich kämpfen sie in der Konstrukteurs-WM mit Racing Point noch um Platz sechs. Die beiden Teams trennt vor Brasilien gerade einmal ein Punkt. Ob Toro Rosso den Vorteil aus dem Qualifying mit ins Rennen nehmen kann, weiß Gasly aber nicht - denn am Freitag gab es für ihn und für Daniil Kvyat in den Trainings Probleme.

Toro Rosso fehlen Renn-Simulationen nach Defekten in Brasilien

"Wir haben keine Daten für Longruns", erklärt Gasly nach dem Qualifying das Dilemma. Er war am Freitag gleich zu Beginn des zweiten Trainings mit Motorschaden ausgerollt. "Ich bin vier Runden gefahren, Dani hatte auch seine Probleme." Teamkollege Daniil Kvyat flog kurz vor dem Ende des Trainings aufgrund eines Defektes ebenfalls ab.

"Wir gehen praktisch blind ins Rennen", folgert Gasly. Vom Freitag gibt es von Toro Rosso nur einen Soft-Longrun von Daniil Kvyat, und der war durchschnittlich - zwar besser als die Konkurrenz bei McLaren oder Haas, aber schlechter als Renault, und deutlich schlechter als Sergio Perez, der WM-Rivale bei Racing Point. Auf Perez verlor Kvyat gegen Ende mehrere Zehntel.

Gasly überrascht von P6: In Brasilien unerwartet

Aber sehr zur Freude von Gasly steht Perez nur auf Startplatz 15, denn anders als Toro Rosso bekam Racing Point das Qualifying nicht auf die Reihe. "Zumindest haben wir uns mit diesem Qualifying in die bestmögliche Position gebracht", atmet Gasly durch.

Ganz erwartet kam das nicht, obwohl Toro Rosso schon am Freitag einen soliden Eindruck hinterließ. "Es war wie gestern, drei Zehntel oder so zwischen Platz 15 und Platz sieben", sagt Gasly. "Und am Samstag finden die meisten mehr Performance im Qualifying und drehen die Motoren etwas mehr auf. Wir haben es also nicht erwartet, daher fühlt es sich besser an!"

Kvyat am falschen Balance-Ende: Q1-Aus in Brasilien

"Wir wussten, dass wir gut dabei sein würden, aber wir wussten auch, dass wir plötzlich in Q1 rausfliegen könnten", glaubt Gasly. Und fügt an: "Wie Dani." Denn Teamkollege Daniil Kvyat trat diesen Beweis des engen Feldes in Q1 gleich einmal an und scheiterte am Aufstieg in Q2. Er wird nur von Platz 16 starten.

Anders als bei Gasly, bei dem letzte Setup-Änderungen vor dem Qualifying ein Erfolg waren, ging es bei Kvyat rückwärts. "Ich bin etwas überrascht von der fehlenden Pace", gesteht der Russe enttäuscht. "In FP3 war ich glücklich mit dem Auto, dann ging etwas ein bisschen in die falsche Richtung."

Pierre Gasly war in Brasilien stark, Daniil Kvyat blieb mit Problemen im Hintergrund - Foto: LAT Images

"Ich habe ein paar Fehler gemacht, weil ich mit der Balance nicht glücklich war, etwas hatte sich geändert", so Kvyat weiter. "Aber wir haben nicht wirklich viel angepasst, also weiß ich nicht ganz, was da passiert ist." Auch nicht zum ersten Mal, weiß Kvyat: "Ich weiß, dass ich dabei bin, wenn ich die Balance finde. Nur jedes Mal, wenn wir ins Qualifying starten, scheinen wir ein bisschen aus dem Fenster zu fallen." Warum, kann er sich gegenwärtig nicht erklären.

Kvyat spricht natürlich davon, dass im Rennen viel passieren kann, aber mit Platz 16 ist er weit weg. Toro Rossos Hoffnungen auf ein Top-Resultat und auf die Rückeroberung von Team-WM-Platz sechs liegen also vor allem bei Gasly. Der will sich davon nicht beeindrucken lassen und an Brasilien gleich herangehen wie an alle anderen Rennen: "Natürlich gibt es viel Druck, Platz sechs zurückzuholen, das gibt extra Geld für nächstes Jahr." Und letzten Endes steht er neun Plätze vor dem besten Racing Point. "Es ist toll, in dieser Position zu sein, jetzt müssen wir nur morgen punkten."


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