Formel 1

Formel 1: Kompletter Shutdown Grund für Kvyat-Crash im Training

Zwei Defekte kosten Toro Rosso im Training zum Brasilien GP 2019 wertvolle Zeit. Gasly rechnete schon mit Honda-Motorschaden, Kvyat-Crash nach Shutdown.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Gebrauchter Tag für Toro Rosso im Training zum Brasilien GP 2019 der Formel 1 in Sao Paulo. Nach einer wertlosen, weil verregneten, ersten Session kostet Pierre Gasly erst ein Honda-Motorschaden wertvolle Longrun-Daten, dann crasht auch noch Daniil Kvyat in der letzten Kurve. Um einen Fahrfehler handelte es sich jedoch noch. Auch beim Russen streikte die Technik.

"Gegen Ende der Session hat die ICE am Auto von Gasly den Geist aufgegeben und dann ist Kvyat durch einen kompletten Shutdown gecrasht", resümiert Hondas Technischer Direktor Toyoharu Tanabe mit einer schonungslosen Bilanz. "Wir untersuchen gemeinsam mit dem Team jetzt die Gründe für beide Probleme."

Entwarnung: Gasly-Defekt nur an Uralt-Motor

Im Fall Gasly scheint die Ursache relativ simpel. Ermüdung. "Ein rauchender Motor ist nie toll, aber es war ein Freitagsmotor, der schon viele Kilometer drauf hatte. Wir wussten, dass das irgendwann passieren würde. Ich habe etwas Zeit verloren, auch für den Longrun. Das war nicht ideal, aber wir haben irgendwann damit gerechnet", berichtet der Franzose.

Dasselbe - Freitagsmotor - gilt auch für Kvyat. Direkten Konsequenzen in Form von Startplatzstrafen sind bei Toro Rosso daher nicht zu erwarten. Honda wollte über Nacht ohnehin wieder die neueren Aggregate verbauen. Auch Max Verstappen macht sich daher keine Sorge. "Ich habe die vergangenen Wochen Kilometer gespart", sagt der Niederländer, im Red Bull ebenfalls mit Honda-Power unterwegs.

Vollständiger Shutdown bei Kvyat

Allerdings gestaltet sich die Ursache im Fall des Russen offenbar anders, komplizierter. "Etwas im Auto ist gebrochen. Ich weiß nicht genau was, das Auto war nicht mehr unter Kontrolle. Hinten hat etwas blockiert und dann ging alles sofort aus", schildert Kvyat. "Wir müssen es untersuchen, ich hoffe aber, dass es kein großes Problem sein wird." Das Problem habe jedoch offensichtlich den Dreher mit Einschlag ausgelöst, vermutet Chefrenningenieur Jonathan Eddolls. "Wir haben sämtlich Daten und die Verbindung verloren. Das müssen wir jetzt untersuchen." Das klingt mehr nach Elektronik-Defekt als nach Motorschaden.

In Sachen Performance lief es bei Toro Rosso unterdessen durchwachsen bis passabel. "Im zweiten Training hatten wir auf dem härteren Reifen gute Pace, auf Soft hatte ich dann Verkehr, sodass ich gar nicht erst eine gute, saubere Runde fahren konnte", berichtet Gasly, am Ende auf P12. "Ich denke, dass es zwischen P6 und P15 eng werden wird, das sind ja nur drei Zehntel." Kvyat (P14) ergänzt: Es war eine ordentliche Session. Wir haben die Strecke gut verstanden und wissen, was es morgen erfordert, um schneller zu werden."

Toro Rosso nur mit weichen Reifen in Form

Kritischer fällt Eddolls' Fazit aus. "Mit den niedrigen Temperaturen war es ein ziemlicher Kampf, die Reifen in ein gutes Arbeitsfenster zu bekommen. Auf dem Prime sahen wir konkurrenzfähig aus, aber weniger auf dem Option", so der Brite. Die für Samstag und Sonntag völlig anders zu erwartenden Bedingungen in Sao Paulo schmälerten jedoch ohnehin die Aussagekraft.


Weitere Inhalte:
Wir suchen Mitarbeiter
Mitarbeiter Motorsport Designer Journalismus Programmierer Video

a