Formel 1

Formel 1 Brasilien: Mercedes trotz Ferrari-Vorsprung zufrieden

In den ersten Trainings zum Brasilien GP der Formel 1 liegt Mercedes nur knapp zurück. Lewis Hamilton und Valtteri Bottas trotz Ferrari-Sorgen happy.
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - Kaum trocknete es im zweiten Training zum Brasilien-GP der Formel 1 auf, gab Ferrari wieder den Ton an. Die Mercedes-Piloten Valtteri Bottas und Lewis Hamilton mussten sich am Freitag in Sao Paulo mit den Plätzen vier und fünf zufrieden geben.

Allerdings ist die Spitzengruppe eng beisammen. Die Top fünf - Sebastian Vettel, Charles Leclerc, Max Verstappen, Bottas und Hamilton - trennen nur 0.223 Sekunden. Außerdem hatten die Mercedes Pech mit Verkehr, und standen sich selbst im Weg. Abzüglich dieser kleinen Probleme sehen sie also zumindest am Freitag stark aus. Und da die WM endgültig zu ihren Gunsten entschieden ist, können sie wieder mehr Risiko eingehen.

Hamilton zufrieden: Mercedes vom Start weg gut

Bei Hamilton ist die Stimmung auf jeden Fall gut: "Die Basis war von Anfang an gut, wir haben nur ein paar Anpassungen gemacht, die in dem kleinen Zeitfenster in der Session möglich waren. Wir werden heute am Abend noch daran arbeiten, es zu verfeinern."

Nur der knappe Zeitplan stellt Hamilton vor Herausforderungen: Regen machte das erste Training nutzlos, da für den Rest des Wochenendes trockenes Wetter vorausgesagt wird. "Aber das gilt für alle", weiß Hamilton. "Das zweite Training war gut, da lief alles schön glatt."

In Brasilien haben Mercedes und Hamilton außerdem einen Vorteil: Sie sind jeglichen WM-Druck los. "Das macht es nicht einfacher, wir wollen noch immer Rennen gewinnen", meint Hamilton, kündigt aber an: "Wir haben fast einen anderen Ansatz, ich zumindest. Wir können aggressiver sein, andere Strategien fahren, das Wochenende anders angehen. Praktisch zwei Gratis-Auftritte, um für nächstes Jahr Neues zu testen."

Mercedes stehen sich in Brasilien selbst im Weg

Nicht ganz in diesem Sinne liefen die Qualifying-Simulationen im zweiten Training. Valtteri Bottas stand gleich auf der ersten schnellen Runde Hamilton am Anfang des letzten Sektors im Weg, der musste ausweichen und seine Runde abbrechen. Funk-Probleme bescherten Bottas da kurz Probleme, kurz darauf lief auch Sebastian Vettel auf ihn auf.

Für beide Mercedes ging das Verkehrs-Pech danach weiter. Hamilton lief auf seinem nächsten Versuch schon in der ersten Kurve auf Pierre Gasly auf und musste in die Auslaufzone ausweichen, erst im nächsten Anlauf brachte er eine schnelle Runde zusammen. Es blieb bei ein paar Zehnteln Rückstand auf Vettel, Leclerc und Verstappen - was wohl zum Teil aber auch auf dieses Verkehrs-Pech zurückzuführen ist.

Bottas sucht in Brasilien noch Balance

Bottas, der Hamilton knapp schlug, beklagte sich später selbst über Verkehr und brauchte ebenfalls mehrere Anläufe, bis er eine schnelle Runde auf die Reihe bekam. Außerdem musste er ein anderes Reifenprogramm abspulen: Er fuhr neben dem Soft-Reifen nur auf dem Hard, Hamilton bekam den Medium. Auf einer vom Regen gesäuberten und kühlen Strecke war der Hard aber nicht einfach zu handhaben.

Valtteri Bottas musste harte Reifen testen - Foto: LAT Images

"Dann auf den Soft-Reifen zu wechseln war ein ziemlicher Schritt, was das Verhalten des Autos anging", so Bottas, der sich also anders als Hamilton noch nicht wohl fühlt: "Das Auto war noch immer schwierig zu fahren, ziemlich bissig. Also müssen wir etwas mehr Stabilität finden." Daher überrascht ihn fast, wie nahe er an der Konkurrenz dran ist.

Hamilton und Bottas erinnern an Topspeed-Defizit

Neben den kleineren Problemen bleibt für Mercedes besonders im letzten Sektor, auf der Bergauf-Geraden, das Topspeed-Defizit gegen Ferrari bestehen. "Ferrari sieht an diesem Wochenende natürlich ziemlich schnell aus", warnt Hamilton. "Generell haben sie uns auf den Geraden geschlagen."

Mit Max Verstappen liegt außerdem ein Red Bull vor beiden Mercedes. "Beide werden wohl stark sein", denkt Bottas, vertraut aber auch Mercedes: "Wir werden sehen, sie werden beide dabei sein, und wir auch." In den Longruns sah Mercedes gewohnt stark aus, wenngleich sich diesmal auch Ferrari und Red Bull solide präsentierten.


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