Formel 1

Formel 1 Brasilien 2019: Albon holt Regen-Bestzeit und crasht

Alex Albon fährt in einem verregneten ersten Training der Formel 1 in Sao Paulo Bestzeit. Dann crasht er seinen Red Bull. Motorstrafe gegen Leclerc fix.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Wetterkapriolen zum Start des Formel-1-Wochenendes in Brasilien 2019: Heftiger Regen sorgte heute für ein komplett nasses erstes Training in Sao Paulo. Große Zwischenfälle oder gar Unfälle blieben trotz viel Fahraction auf einem extrem nassen Automdromo Jose Carlos Pace in Interlagos lange aus. Erst in den letzten Minuten auf fast schon trockener Strecke krachte es.

Die Bestzeit erzielte Alexander Albon auf Intermediates. Der Red-Bull-Pilot sorgte letztlich auch dafür, dass seine Bestzeit hielt. Er war es, der in den Schlussminuten crashte und damit für ein vorzeitiges Sessionende sorgte. Zuvor mussten sich alle Fans von Sebastian Vettel kurz Sorgen machen (s. Abschnitt 'Zwischenfälle').

Das Ergebnis: Mit einer 1:16.142 Minuten holte sich Alexander Albon bei seinem Interlagos-Debüt im Regen gleich einmal die Bestzeit. Wie seine Verfolger erzielte der Thai-Brite von Red Bull seine Zeit auf Intermediates. Mit einer guten halben Sekunden Rückstand folgte Valtteri Bottas im Mercedes auf P2 vor Sebastian Vettel auf P3. Charles Leclerc, im zweiten Ferrari auf P4, fehlte schon mehr als eine Sekunde.

Weltmeister Lewis Hamilton und Albons Teamkollege Max Verstappen erzielten bei unwirtlichen Bedingungen keine gezeitete Runde und bekleideten das Ende der Ergebnisliste. Auch Romain Grosjean und Sergio Perez setzten keine Zeit. Nico Hülkenberg wurde Sechster hinter McLarens Carlos Sainz und vor Renault-Kollege Daniel Ricciardo.

Die Zwischenfälle: Angesichts der extrem nassen Strecke gingen die Fahrer zu Beginn der Session sehr vorsichtig, aber fleißig zu Werke. Mehr als einen leichten Slide von Valtteri Bottas in der Boxenausfahrt und ein durch Aquaplaning unterbundenes Anhalten Sebastian Vettels zum Startversuch am Ende der Boxengasse waren in den ersten 30 Minuten nicht zu beobachten.

Sebastian Vettels Schleichfahrt: Ferrari entkräftet Sorgen

Wenig später waren Intermediates möglich (s. Abschnitt 'Wetter'), dennoch folgten kaum größere Rutscher. Mehr als ein Quersteher Charles Leclercs auf einem Kerb war kaum zu vermelden - bis George Russell kurz nach Halbzeit, noch mit und trotz Full Wets, in der letzten Kurve leicht in die Wiese fuhr.

Dann Sorgen um Sebastian Vettel. Nach knapp einer Stunde rollte der Ferrari plötzlich im dritten Gang herum. Letztlich schaltete Vettel dann doch wieder hoch, kam dennoch an die Box. Dort entfernte Ferrari die Motorabdeckung, Vettel musste aussteigen, fuhr auch lange Zeit nicht hinaus. Ferrari teilte letztlich mit, dass es sich schlicht um einen Aero-Test bei konstanter Geschwindigkeit gehandelt haben soll.

In den letzten fünf Minuten ging es dann doch noch zur Sache. Beide Red Bull wagten es auf fast trockener Strecke mit Slicks. Doch dafür war es noch zu rutschig. Max Verstappen drehte sich im Senna-S, Alexander Albon kam weniger glimpflich davon. Der Rookie rutschte in der letzten Kurve von der Strecke und fuhre gerade aus in die Streckenbegrenzung. Die Vorderradaufhängung seines Red Bull war zerstört. Sofort gab es eine rote Flagge, die letztlich im vorzeitigen Sessionende mündete. Zuvor hatte sich allerdings auch Daniil Kvyat noch im Senna-S gedreht.

Das Wetter und die Prognose für FP2: Wie das 'Wetterkapriolen' weiter oben mehr als nur andeutet: Nass war es in Sao Paulo. Bereits den gesamten Morgen über hatte es in Interlagos heftig geschüttet, während des ersten Trainings ging es gemäß der Wetterprognose so weiter. Bei einer Lufttemperatur von 17 Grad Celsius und 21 Grad Celsius auf dem Asphalt betrug die Regenwahrscheinlichkeit unmittelbar vor Start der Session 100 Prozent.

Zu Beginn stand das Wasser noch regelrecht auf der Strecke. Nach einer knappen halben Stunde meldeten jedoch bereits erste Fahrer, bald könne die Zeit für einen Wechsel von Regenreifen auf Intermediates kommen. Nachlassender Regen ermöglichte das nur Augenblicke später. Komplett ab trocknete die Strecke jedoch nie. Dennoch reichte es in den letzten fünf Minuten für Slicks. Verstappen wagte es als Erster mit Soft, gefolgt von Albon. Oder es reichte auch nicht: Verstappen drehte sich, Albon crashte.

Auch das zweite Training in Brasilien soll den aktuellen Wettervorhersagen mit einer Regenwahrscheinlichkeit von bis zu 66 Prozent nass werden. Für Qualifying und Rennen am Samstag und am Sonntag sind hingegen trockene Bedingungen vorhergesagt. Das durchaus hohe Rundenpensum im FP1 war deshalb weniger erstaunlich als es schien. Die Teams müssen mit den knappen Regenreifen nicht aushalten.

Die Technik: Die FIA bestätigte mit Beginn der Session, was Charles Leclerc am Freitag bereits angekündigt hatte: Ferrari wechselte tatsächlich nur den Verbrennungsmotor, der Monegasse wird also nur um zehn Plätze strafversetzt. Ansonsten gab es wegen des Regens in Sachen Technik nicht viel zu vermelden, auch die Existenz zweier unterschiedlicher Heckflügel-Varianten, die Ferrari in Sao Paulo dabei hat.

Einige Pitot-Sensoren (etwa am Heckflügel des McLaren) und andere - teils mit Folie gegen die Nässe (Red Bull) versiegelte - Messinstrumente waren hier und da dennoch zu sehen.


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