Formel 1

Nico Hülkenberg hofft auf Singapur: Drei Rennen Dreck gefressen

In der Formel 1 läuft es nicht mehr bei Nico Hülkenberg und Renault. Nur sechs Punkte in drei Rennen. Haas und Force India überlegen? Hülk hat noch Hoffnung
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Das Renault-Werksteam fährt in der Formel-1-Saison 2018 zunehmend seinem eigenen Anspruch hinterher. Nur 24 Punkte seit Österreich, in den vergangenen drei F1-Rennen sogar nur sechs WM-Zähler für Nico Hülkenberg und Carlos Sainz. Zusammen. Deshalb droht jetzt gar, das erklärte Saisonziel - Platz vier in der WM-Wertung hinter Ferrari, Mercedes und Red Bull - zu verpassen, an Haas zu verlieren.

Formel 1 2018: Brennpunkte vor dem Singapur GP: (11:14 Min.)

In Monza war es kurzzeitig schon so weit: Der US-Rennstall zog im Klassement vorbei an Renault. Nur durch eine Disqualifikation Romain Grosjeans wegen eines illegalen Unterbodens - nach Prostest durch niemand anderen als Renault - retteten die Franzosen vorerst P4 nach Singapur. Genau dort soll es jetzt aber nicht nur am grünen Tisch, sondern auch direkt sportlich wieder besser laufen.

Hülkenberg: Gutes Bauchgefühl nach drei Rennen Dreckfressen

"Es war mühsam. Wir haben jetzt echt drei Wochenenden hintereinander nur Dreck fressen müssen und natürlich war das alles schwierig", sagt Hülkenberg vor dem Rennwochenende auf dem Marina Bay Street Circuit. "Von daher ist die Zielsetzung hier, hoffentlich einfach mal ein sauberes Wochenende zu erwischen. Das ist die Vorgabe. Unser Ziel ist es, natürlich auch wieder in die Punkte zu fahren. Und ich glaube auch, dass wir hier ganz ordentlich dafür aufgestellt sind. Das ist mein Bauchgefühl."

Zuletzt wurde Renault gleich von mehreren Seiten geplagt: Die Highspeed-Layouts von Spa und Monza, mehrere Motorenstrafen, aber auch eigene Performance-Probleme auf einem auf dem Papier eigentlich guten Kurs für den R.S.18, dem Hungaroring. "Ich hatte Strafen und es waren zwei Strecken dabei, von denen wir von vornherein wussten, dass es schwer und mühsam wird. Budapest war aber definitiv eine Enttäuschung. Da waren wir hinter den Erwartungen zurück", gesteht Hülkeneberg im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com. "Da war das Paket sehr schlecht."

Hülkenberg sieht Renault nicht im Abwärtssog

Einen generellen Trend zu einer abflauenden Performance im Vergleich zur Konkurrenz sieht der Emmericher aber nicht. Vor allem, weil seitdem Tiefschlag in Ungarn jede Menge geschehen sei. "Auch bei dem Test nach Budapest. Da haben wir noch ein paar Sachen gesehen und gelernt. Da sind ein paar Dinge am Setup, auch ganz simple Sachen, verändert worden, die für uns in die richtige Richtung gehen", schildert Hülkenberg.

Kaschierten diese Fortschritte dann nur die Highspeed-Kurse von Spa und Monza? Genau das hofft Hülkenberg. "Mit dem neuen Unterboden, den wir seit Spa haben, einem kleineren Update noch einmal hier und, dass es keine Motorenstrecke ist, sollte das alles für uns spielen. Von daher sollte es hier besser klappen", sagt Hülkenberg in Singapur vor seinem 150. F1-Start. Nachholbedarf gebe es bei Renault jedoch weiter genug, sowohl bei Chassis als auch Power Unit. Hülk: "Da haben wir bei beiden noch ordentlich zu tun."

Renault-Protest gegen Haas: Regeln sind Regeln

Zu tun bekam es Renault unterdessen sportlich zuletzt nicht nur mit Haas, sondern auch Force India. Durch die gestrichenen Punkte des jetzt Racing Point genannten Rennstall hat das zumindest in der WM keine Bedrohung zur Folge für Renault. "Die sind ja bei Null. Von daher sind wir da relativ sicher. Wären die nicht auf Null gesetzt worden, dann hätten wir auch mit denen ein Problem", weiß Hülkenberg.

Tatsächlich: Mit den 59 gestrichenen WM-Punkten wäre Force India schon vorbei an den Franzosen. Für Hülkenberg nur eine Momentaufnahme: "Wir haben jetzt diese drei Wochenenden mit einer sehr schlechten Ausbeute gehabt und müssen einfach wieder auf den Pfad zurückkommen." Protest wie gegen Haas als letztes Mittel? "Wenn es sein muss auch das!", scherzt Hülkenberg auf eine genauso flachsig gemeinte Frage in seiner Medienrunden. Aber das sei eben gar nicht der Fall.

Das Drama abseits der Strecke mit dem US-Konkurrenten hält der Emmericher dagegen für absolut angemessen. "Das war aus gutem Grund. Regeln sind Regeln", stellt Hülkenberg jetzt vollkommen ernst klar. Und: "Es ist ein Kampf, bei dem es für uns um viel geht und für die natürlich auch. Zumal jetzt Force India mit ihrer Form da eine Rolle spielt. Es wird interessant zu sehen, wie die sich hier präsentieren werden."


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