Formel 1

Formel 1 2018: Sauber stoppt Entwicklung, Regeln 2019 wichtiger

Das Alfa Romeo Sauber F1 Team entwickelt den C37 für die Formel-1-Saison 2018 nicht mehr weiter. Die neuen F1-Regeln 2019 gehen ganz klar vor.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Alfa Romeo Sauber beendet die Weiterentwicklung seines bis dato so erfolgreichen Formel-1-Boliden C37 für die Saison 2018 mit sofortiger Wirkung. Wie Teamchef Frederic Vasseur am Rande des Deutschland GP bestätigte, sieht der Rennstall trotz der immer stärkeren laufenden Saison mehr Sinn darin, sich auf 2019 und die im kommenden Jahr vereinfachten Aero-Regeln zu konzentrieren.

Und zwar voll und ganz. "Wir stellen Ende der Woche für 2018 (die Entwicklung, Anm. d. Redaktion) komplett ein und fokussieren uns nur noch auf 2019", so Vasseur auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com in Hockenheim. Es handelt sich also um mehr als nur einen Fokus-Wechsel und eine Ressourcen-Verlagerung.

Sauber geht 2018 durchs Mittelfeld wie heißes Messer durch Butter

Dabei scheint im C37 für die laufende Saison eigentlich durchaus noch mehr Potential zu stecken. Zumindest war bis dato kein abflachen der Formkurve zu entdecken. Eher im Gegenteil. Dank starker Entwicklungsrate rückte Sauber nahezu von Rennen zu Rennen immer weiter nach vorne, marschierte von ganz hinten bis nahe an die Spitze des Mittelfelds.

Formel 1 2018: Deutschland Grand Prix Analyse: (36:30 Min.)

"Der Schlüsselfaktor war die Aerodynamik. Aber wir verbessern uns in jedem Bereich, einschließlich der Fahrer. Es ist schwierig, das einem speziellen Bereich allein zuzuschreiben. Auch an der Aufhängung haben wir gut Modifikationen vorgenommen", beschreibt Vasseur die Erfolgsgeschichte der Schweizer in der F1-Saison 2018.

Formel-1-Regeln 2019: Sauber sieht Riesenchance

Charles Leclerc hatte dazu zuvor bereits erklärt, noch dazu sei der Rennstall extrem gut darin, ihm das Auto ins ideale Fenster zu bringen, inzwischen immer das perfekte Setup für seinen Fahrstil zu finden, sodass er maximales Vertrauen in das Auto habe, den C37 voll am Limit bewegen könne.

Doch warum unterbleibt der Versuch, noch weiter nach vorne zu kommen? Ganz einfach: 2019 rechnet sich Sauber auf einen Schlag noch sehr viel mehr aus als durch Entwicklung für 2018 in 2018 noch möglich ist. Jüngst hatten die Besitzer des Rennstalls für die kommende Saison bereits vom Status als Best of the Rest hinter Ferrari, Mercedes und Red Bull geträumt.

Sauber früh genug? Wer arbeitet schon an 2019?

"Die neuen Regeln nächstes Jahr sind einfach eine große Gelegenheit für uns. Jedenfalls erachte ich sie als solche. Deshalb müssen wir jetzt voll den Fokus genau darauf legen", erklärt auch Vasseur. Angst, dass manch anderes Team vielleicht schon früher auf dieselbe Idee gekommen ist, hat der Franzose nicht.

"Nein, da bin ich nicht besorgt. Das wäre der falsche Ansatz. Wir müssen voll fokussiert sein und auf unsere Möglichkeiten vertrauen. Wenn wir heute aufholen können, müssen wir das nächstes Jahr auch schaffen können", sagt Vasseur.

Mercedes & Ferrari in der Zwickmühle: WM-Kampf vs. Vorteil 2019

Denkbar wäre ein sehr früher Fokuswechsel etwa bei Williams und McLaren, die 2018 bislang komplett enttäuschten. Weniger dagegen bei den für Sauber ohnehin uninteressanten Top-Teams, da diese im heißen WM-Kampf 2018 noch jede Zehntel brauchen, die sie finden können.

Formel 1 2018: Top-Themen nach dem Deutschland GP: (13:14 Min.)

Umso kniffliger ist das Thema jedoch auch bei Mercedes, Ferrari & Co. "Ja, das ist es. Jede einzelne Saison musst du dich fragen, wann du wechselst. Und wenn es neue Regeln gibt ist die Entwicklungskurve am Anfang natürlich sehr steil und flacht dann ab", erinnert Mercedes-Teamchef Toto Wolff während eines AMG-Events am Montagabend nach Hockenheim, bei dem auch Motorsport-Magazin.com dabei ist.

Toto Wolff: Kooperationen zwischen Teams als Schlüssel

"Wer in der Lage ist, da einen Monat früher zu beginnen, wird am Anfang der Saison einen Vorteil haben", weiß Wolff. "Also stellen wir uns diese Frage jeden Tag und natürlich spielen da auch Kooperationen zwischen Teams eine gewisse Rolle", ergänzt der Mercedes-Anführer einen spannenden Aspekt.

So plant etwa Mercedes-Kunde Force India bei den Testfahrten nach dem Ungarn GP bereits mit einem neuen Frontflügel-Konzept für 2019 zu fahren. Nicht unwahrscheinlich, dass nach den Vasseur-Aussagen auch Ferrari-Partner Sauber hier nicht nur ab sich selbst denkt, sondern auch die Scuderia eine Schlüsselrolle spielt.


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