Mittlerweile sind gut eineinhalb Jahre vergangen, seit die ersten Gerüchte um einen Start von Sebastian Vettel bei den 24 Stunden von Le Mans aufkamen. Bislang wurde nichts daraus - doch die Story ist noch nicht vorbei, bestätigt Vettel nun erneut selbst. Anders als seine Formel-1-Karriere, zu deren Ende er nun ein klares Bekenntnis abliefert.
Vettel hatte sich 2022 aus der Königsklasse verabschiedet und sich seither im aktiven Motorsport bis auf kurze Gastspiele beim Race of Champions nicht mehr blicken lassen. Wenngleich er im Hintergrund stets darüber nachdachte. Zum einen im Langstrecken-Sport, was 2024 sogar zu einem Test in einem Porsche 963 des Werksteams geführt hatte. Jenem Auto, mit dem der Hersteller aktuell in Le Mans in der Topklasse antritt.
Auch Formel-1-Interesse wurde Vettel damals nachgesagt, wie etwa im Zusammenhang mit dem damals von Lewis Hamilton verlassenen Mercedes-Cockpit. Akut war davon nie etwas geworden, und irgendwann müssen Comeback-Träume enden, wie er in einem Interview mit 'Auto Motor und Sport' durchblicken lässt: "Die Formel 1 ist abgeschlossen. Irgendwann ist die Zeit reif dafür, anderen das Feld zu überlassen."
Sebastian Vettel und 24h Le Mans: Hartnäckiges Interesse
Kein F1-Comeback bedeutet aber nicht das Ende im aktiven Motorsport: "Früher hat mich der Langstreckensport aus meiner Einzelkämpfer-Sicht ehrlicherweise nicht so interessiert. Das sehe ich heute mit anderen Augen. Ich finde es total spannend, dieses Teamgefüge, sich ein Auto zu teilen, Kompromisse einzugehen."
Ende 2023 hatte Vettel diesbezüglich schon in der Langstrecken-WM WEC vorsondiert. Es hatte vage Gespräche mit dem damaligen Porsche-Kundenteam Jota gegeben. Dann kam Porsches Werks-Mannschaft und arrangierte ein Vettel-Gastspiel im Rahmen eines regulären Tests im März im spanischen Aragon. 118 Runden legte er dort im Porsche 963 zurück.
"Es gab Gespräche, hat aber irgendwie noch nicht gepasst", erinnert sich Vettel heute daran zurück. Porsche hatte später die Tür auch für 2025 noch einmal offengelassen, doch letztendlich saß Vettel nie für ein Rennen in einem 963. 2025 war in Le Mans Formel-E-Meister Pascal Wehrlein der prominente dritte Gast-Pilot im dritten Werks-963.
Sebastian Vettel sucht für Le Mans "die richtige Partnerschaft"
"Es ist immer die Frage, wie intensiv du etwas machen willst", erklärt Vettel jetzt seine Ziele. "Bei mir ist es seit jeher so, dass ich es richtig machen will, wenn ich mich auf was einlasse. Nur so ein bisschen mitzufahren ist nichts für mich." Das klingt nicht nach Interesse daran, nur einen Gaststart in Le Mans zu absolvieren - und mehr danach, eine ganze Saison der WEC zu fahren, Le Mans inklusive.

Diesbezüglich bestätigt Vettel, dass er dafür eigentlich durchaus bereit sei. Das volle F1-Programm mit 24 Rennen im Jahr ist dem 38-jährigen Familienvater heute zu viel, aber acht WEC-Rennen? "Im Motorsport kannst du schlecht sagen: Ich fahre nur die Hälfte der Rennen. Da würde die WEC eigentlich gut passen mit ihren acht Rennen, die auch anders gestaffelt sind als die Formel 1."
Vettel ist aber wählerisch. "Die richtige Konstellation zur richtigen Zeit, die richtige Partnerschaft, der richtige Ausblick", stellt er sich vor. Grundsätzlich ist die Auswahl in der heutigen WEC ja durchaus groß, dank starker Hersteller-Beteiligung mit Hypercars und LMDh-Prototypen in der Topklasse. Auch wenn nicht alle Hersteller locker um Gesamtsiege kämpfen.
So bleiben WEC und Le Mans für Vettel erst einmal ein vages Zukunftsthema. Er wäre bei weitem nicht der erste, der sich nach einer erfolgreichen F1-Karriere an der Königsklasse des Langstreckensports versucht. Ex-Red-Bull-Rivale Mark Webber krönte sich 2015 mit Porsche zum Weltmeister. Jenson Button fährt aktuell für Cadillac-Werkspartner Jota. Er wird seine WEC-Karriere allerdings mit Jahresende abschließen:
Auf F1-Seite gibt es für Vettel währenddessen zwar immer noch Gespräche, aber ganz anderer Art. Nicht um ein Cockpit, sondern um einen Berater-Posten bei Red Bull - quasi als Nachfolger von Dr. Helmut Marko. Könnte Vettel irgendwann bei seinem alten Team sogar Teamchef werden? Wir diskutieren hier im Video die Hintergründe:



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