Aston Martin und Cadillac waren an den ersten drei Rennwochenenden der Formel-1-Saison das abgeschlagene Duo am Ende des Feldes. Das scheint sich in Miami nun zu ändern. Und das liegt mitnichten an Aston Martin, das keine Upgrades zum ersten US-Rennen brachten und dort auch am Sprint-Qualifying-Tag von technischen Problemen heimgesucht wurden.

Stattdessen liegt es daran, dass die US-Marke offenbar einen ordentlichen Sprung hingelegt hat, den zumindest ein Fahrer auch zu nutzen wusste. Sergio Perez mischte - wenn auch mit Schützenhilfe - im direkten Kampf gegen die hinteren Mittelfeld-Teams mit, und machte sich zwischenzeitlich sogar Hoffnungen auf den Einzug ins zweite Segment.

In Miami ist Cadillac übrigens mit einer Spezial-Lackierung unterwegs. Wobei die Unterschiede zu ihrer herkömmlichen Bemalung eher homöopathischer Natur sind.

Trotz bestem Formel-1-'Qualifying' von Cadillac: Sergio Perez findet ernste Worte

"Ich war sehr glücklich mit meiner ersten Runde. Ich hatte nur eine Runde, und zwischenzeitlich sah es danach aus, als ob wir es in SQ2 schaffen würden, was schon ein Fortschritt ist", freute sich Perez. Sein Teamkollege Valtteri Bottas konnte nicht mithalten und ließ fast sechs Zehntel abreißen, aber auch er zog ein positives Fazit über den erneuerten MAC-26. "Das Auto fühlt sich besser an, das ist gut. Wir konnten etwas Abtrieb draufpacken, vor allem in schnellen bis mittelschnellen Kurven", so sein Fazit."

Doch trotz des Fortschrittes war den beiden Fahrern nicht zum Feiern zumute, denn vor allem Perez nahm sein Team deutlich in die Pflicht: "Wir haben zu viele [kleine] Probleme. Das ist die Priorität Nummer 1 im Moment, dass wir das Paket maximieren können." Eines dieser Probleme bestand darin, dass man ihn zu spät rausgeschickt hatte, und dem Team somit die Zeit zum Nachtanken ausging. Außerdem vermeldete man im Training Probleme beim Einsatz des Motors.

Auf der Strecke reichte es zunächst zwar nur für P19 und P20, seit Japan so etwas wie die Stammplätze für Cadillac. Allerdings erhielt Perez anschließend noch mit einer Strafe gegen Alex Albon ein Geschenk in Form einer weiteren Position. Das Glück des Tüchtigen, möchte man meinen, denn die Strafe hat einen etwas kuriosen Hintergrund. Hier mehr dazu:

Aston Martin mit vielen Problemen und einem Trostpflaster

Bei Aston Martin hingegen war es quasi schon eingepreist, dass man in Miami noch weiter abreißen lassen muss. Denn während alle anderen Upgrades brachten, verzichteten die Herren im britischen Renngrün komplett darauf und legten ihre Priorität auf die Lösung der akutesten Baustellen. Sprich, vor allen Dingen die Vibrationen.

"Wir müssen akzeptieren, dass wir in diesem Jahr ein anderes Programm haben als die anderen. Deshalb müssen wir die Ruhe bewahren", mahnte Fernando Alonso. Der Asturier stellte immerhin fest, dass sich tatsächlich Verbesserungen in Bezug auf die Motor-Vibrationen eingestellt haben. Das Versprechen von Chief Trackside Engineer Mike Krack, dass diese beim Formel-1-Wochenende in Miami komplett kein Thema mehr sein würden, konnte Aston Martin allerdings nicht halten.

Komplette Katastrophe: Sollte Aston Martin 2026 abschreiben? (28:00 Min.)

Erschwerend kommt hinzu, dass die Technik einmal mehr streikte: Lance Stroll bekam nach einem Problem mit der Bremse keine gezeitete Runde zusammen, Alonso wurde von einem ähnlich gelagerten Problem ereilt. Im Training vermeldete das Team zudem erneut nicht weitergenannte technische Schwierigkeiten mit dem Honda-Motor. Der japanische Motorlieferant sprach allerdings von einer "reibungslosen" Session.