Jenson Button geht auf Abschiedstournee in der WEC: Der Formel-1-Weltmeister von 2009 wird nächstes Jahr keine volle Saison mehr in der Langstrecken-Weltmeisterschaft bestreiten. Nach zwei Jahren beim britischen Team Jota - 2024 mit Kunden-Porsche und aktuell mit Werks-Cadillac - ist Schluss.
"Das Leben ist einfach zu hektisch geworden mit so vielen verschiedenen Dingen - mein Terminkalender ist sehr voll", sagte Button, der neben seiner Rennerei auch als Formel-1-Experte bei Sky UK vor der Kamera steht, gegenüber Autosport und Sportscar365 "Es ist an der Zeit, dass ich ein bisschen mehr über die Zukunft nachdenke, und ich möchte mehr Zeit mit meiner Familie verbringen."
Buttons Abschied zum Saisonende war keine allzu große Überraschung. Der 45-Jährige hatte schon im vergangenen Jahr mit einem Rücktritt aus der Langstrecken-WM geliebäugelt und sich längere Zeit nicht deutlich zu seiner Zukunft geäußert. Der Markenwechsel des Jota-Rennstalls um Teamchef Dieter Gass zu Cadillac als neues Werksteam dürfte Button dann noch einmal zusätzlich motiviert haben, ein weiteres Jahr dranzuhängen.
Button will keine halben Sachen machen und schafft damit auch Klarheit für das Team, das nach einem Ersatzmann suchen muss. Button: "Es ist auch dem Team gegenüber nicht fair: Ich habe wahrscheinlich nicht genug Zeit, um mich voll einzubringen, vor allem im nächsten Jahr." Der Brite erklärte zudem, 2026 keine komplette Saison in einer Rennserie bestreiten zu wollen, jedoch ausgewählte Rennen "in irgendeiner Serie".
Welchen Fahrer verpflichtet Jota-Cadillac als Nachfolger für Jenson Button? Ein weiterer Formel-1-Weltmeister lässt sich die Tür zur WEC weiter offen. Sebastian Vettel und Jota? Da war doch schon mal was... Was der Heppenheimer aktuell zu seiner Zukunft sagt, lest ihr in diesem Artikel:
Button feiert größten WEC-Erfolg mit Jota-Cadillac
Die Aussagen zu seiner Zukunft traf Button in Sao Paulo kurz vor seinem bis dato größten Erfolg in der WEC: Beim 6-Stunden-Rennen in Brasilien fuhr er zusammen mit seinen Cadillac-Teamkollegen Earl Bamber und Sebastien Bourdais auf den zweiten Platz. Der Sieg ging an das #12 Schwesterauto um Alex Lynn, Will Stevens und Norman Nato. Für Cadillac war es der erste WEC-Sieg seit dem Hypercar-Einstieg 2023, für Jota der zweite nach Spa 2024.
"Es war ein sehr emotionales Jahr mit vielen Höhen und Tiefen, aber endlich einen Doppelsieg für dieses großartige Team zu holen, ist etwas ganz Besonderes. Ich bin wirklich stolz auf alle - sie haben so hart gearbeitet", jubelte Button. "Glückwunsch an das Auto mit der Nummer 12 zum Sieg. Sie waren nicht zu schlagen. Aber ich habe das Rennen draußen wirklich genossen. Das Auto hat richtig gut funktioniert - es war eines der besten Autos, das ich das ganze Jahr über gefahren bin."
Button, Bamber, Bourdais: So läuft die WEC-Saison des #38 Cadillac
| Rennen | Startaufstellung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Katar | P5 | P16 |
| Imola | P15 | P16 |
| Spa-Francorchamps | P10 | P6 |
| 24h Le Mans | P2 | P7 |
| Sao Paulo | P3 | P2 |
Cadillac in der WEC: Jota-Debüt mit Höhen und Tiefen
Das erfahrene Jota-Team benötigte erwartungsgemäß eine Weile, um sich mit dem unbekannten Cadillac V-Series.R vertraut zu machen. Der Start in das neue Abenteuer verlief steinig: Beim Saisonauftakt in Katar kollidierten Button und Markenkollege Lynn in Führung liegend während einer Safety-Car-Phase und schossen sich gegenseitig ins Aus. Beim zweiten Rennen in Imola fuhren beide Cadillac hinterher, bevor in Spa immerhin die Plätze fünf und sechs heraussprangen.
Beim Saisonhighlight, den 24 Stunden von Le Mans, schockte Cadillac die WEC-Konkurrenz mit der Doppel-Pole, konnte im Rennen aber nicht mit den dominanten Ferrari mithalten. Die Plätze vier für Lynn/Stevens/Nato und sieben für Button/Bamber/Bourdais zeigten aber einmal mehr das Potenzial des US-amerikanischen Prototypen auf. In Sao Paulo errang Button seinen zweiten WEC-Podestplatz nach 2018, als er mit dem russischen LMP1-Team SMP Racing in Shanghai auf P3 gefahren war.
Drei Rennen in Austin, Fuji und beim Saisonfinale in Bahrain hat Button noch Zeit, seiner Langstrecken-Karriere weitere Erfolge hinzuzufügen (Hier geht es zum WEC-Rennkalender 2025).

Buttons bunte Motorsport-Weltreise nach dem Formel-1-Aus
Wohin es ihn danach wohl treiben wird? Button probierte sich nach dem Ende seiner Formel-1-Karriere 2016 in zahlreichen Kategorien des Rennsports aus. 2018 und 2019 ging er in der japanischen Super-GT-Serie an den Start, nachdem er in dieser 2017 bereits einen Gaststart absolviert hatte. 2018 gewann Button die Super-GT-Meisterschaft sogar mit seinem Honda-Teamkollegen Naoki Yamamoto. Hinzu kamen jeweils ein Gastauftritt in der Formel 1 2017, bei den 24 Stunden von Le Mans 2018 sowie zwei Gaststarts in der DTM 2019 beim Hockenheim-Showrennen mit der Super GT.
Nach Buttons Abschied aus Japan Ende 2019 wurde es recht ruhig um ihn auf der Strecke. 2020 (British GT) und 2021 (Extreme E mit seinem eigenen JBXE-Team) ging er jeweils nur bei einem Rennen an den Start, 2022 blieb er völlig ohne Renneinsatz. 2023 betrat Button unbekanntes Terrain: Er absolvierte drei Gaststarts in der US-amerikanischen NASCAR-Serie und ging gemeinsam mit Ex-DTM-Champion Mike Rockenfeller und dem siebenfachen NASCAR-Champion Jimmie Johnson auch mit einem NASCAR-Camaro bei den 24 Stunden von Le Mans an den Start.



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